TU Wien:Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie UE (Stadler)/Übungen SS09/Beispiel 116

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Bei der Produktion von Bolzen beträgt der Sollwert für den Durchmesser 10 mm. Es kann angenommen werden, dass der Duchmesser X normalverteilt ist mit dem unbekannten Erwartungswert µ und der durch die Technologie der Maschine festgelegten Standardabweichung σ=0.5mm. Zur Überprüfung der Einstellung werden 100 Teile entnommen und daraus der mittlere Durchmesser x¯=10.15mm berechnet.

a) Prüfen Sie auf dem Signifikanzniveau α=5% die Hypothese H0 : µ = 10 mm.
b) Bestimmen Sie die Gütefunktion G(µ) des Test in a) und stellen Sie diese in Abhängigkeit von µ grafisch dar. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art, wenn mit dem mittleren Durchmesser von µ = 10:15 mm produziert wird?

c) Wie groß muss der Stichprobenumfang n mindestens sein, damit für den Test in a) bei gleicher Hypothese H0 und gleichem αfür die Alternativhypothese H1 : µ = 10.15 mm die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art β(10.15) höchstens 0.05 beträgt?

Nachdem ich heute an der Tafel gut geschwitzt hab, das Beispiel nicht wirklich zu können, hier die Nach-der-Übung-sind-wir-schlauer-Erklärung:

H0:μ=10H1:μ≠10⇒2−seitigerN−VerteilterTestZ=x‾−μ0σnZ=10.15−100.5100=3Z1−α2=1.96<3⇒H0verworfen

Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art ist das Quantil einer anderen Verteilung mit Erwartungswert µ1 zwischen den kritischen Grenzen der Ursprungsverteilung µ0 (+/-1.96 in unserem Bsp):

G(μ)=1−β=1−P(|Y|≤1.96) wobei Y die Zufallsvariable ist, die nach H1:μ=μ1, N(μ1,σ2n) verteilt ist.

Jetzt setzt man diesen Erwartungswert von Y in die Formel für Z ein. Z ist daher so verteilt:
Z∼N(μ1−μ0σn,1)
Um auf eine N(0,1) zu kommen, muss man also diesen Erwartungswert noch abziehen, um G(µ) auszurechnen:
G(μ)=1−β=1−P(−1.96≤Y≤1.96)=1−P(−1.96−μ1−μ0σn≤Z−μ1−μ0σn≤1.96−μ1−μ0σn)

Daher ist die Gütefunktion nun: G(μ)=1−Φ(1.96−μ1−100.510)+Φ(−1.96−μ1−100.510)
G(10.15)=0.85

Jetzt ist der umgekehrte weg gefragt G(μ1=10.15,n)=0.95
0.95=1−Φ(1.96−10.15−100.5n)+Φ(−1.96−10.15−100.5n)
Der letzte Term wird mit 0 geschätzt, weil die Wahrscheinlichkeit für -1.96-irgendwas sehr klein ist! Daher: 0.05=Φ−1(1.96−0.3∗n)⇒n>145 --Moritz.f 21:06, 4. Jun. 2009 (CEST)

Beispiel 116 - Lösung deckt sich mit der von Moritz.f, die graphische Darstellung der Gütefunktion ist eventuell noch interessant.

G(μ)

so hat das irgendwie ausgesehen. wurde vom prof. skizziert. erklären kann ich's nichtmehr, aber der florian vielleicht falls er sich erbarmt, der hat das beispiel heut gerechnet :)
-Thomarsch 16:43, 9. Jun. 2009 (CEST)