Benutzer:Flo/RFC Geschlechtergerechte Sprache: Unterschied zwischen den Versionen

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Dies gesagt habend sollte erwähnt werden, dass auch der Duden nicht nur Regeln vorschreibt, sondern manchmal auch sprachliche Entwicklungen in sein Repertoire aufnimmt. [http://www.duden-suche.de/suche/abstract.php?shortname=fx&artikel_id=813289039&verweis=1 SMS] wäre hier ein Beispiel. Weiters sind nicht alle Formen geschlechtergerechter Formulierungen duden-inkompatibel.
 
Dies gesagt habend sollte erwähnt werden, dass auch der Duden nicht nur Regeln vorschreibt, sondern manchmal auch sprachliche Entwicklungen in sein Repertoire aufnimmt. [http://www.duden-suche.de/suche/abstract.php?shortname=fx&artikel_id=813289039&verweis=1 SMS] wäre hier ein Beispiel. Weiters sind nicht alle Formen geschlechtergerechter Formulierungen duden-inkompatibel.
  
In jeden Fall ist es nicht anzunehmen, dass Befürworterinnen und Befürwortern geschlechtergerechter Sprache sich notwendigerweise immer am Duden orientieren wollen. Willst du diese Menschen überzeugen wollen, wäre es vielleicht hilfreich zu argumentieren warum du findest, dass jede (oder diese bestimmte) Formulierung den Duden-Regeln entsprechen soll.
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: In jeden Fall ist es nicht anzunehmen, dass Befürworterinnen und Befürwortern geschlechtergerechter Sprache sich notwendigerweise immer am Duden orientieren wollen. Willst du diese Menschen überzeugen wollen, wäre es vielleicht hilfreich zu argumentieren warum du findest, dass jede (oder diese bestimmte) Formulierung den Duden-Regeln entsprechen soll. -- prev. unsigned statement by [[Spezial:Beiträge/94.134.74.96]]
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:: Es ist auch nicht anzunehmen, dass diesen viele Jahre alten Text aus der Urzeit des VoWis noch viele Menschen lesen. In jedem Fall bitte Diskussionsbeitraege mit der richtigen Anzahl ':' einruecken und mit <nowiki>-- ~~~~</nowiki> signieren - dann ist auch ersichtlich, dass es ein Diskussionsbeitrag ist ;-) -- [[Benutzer:Mati|Mati]] ([[Benutzer Diskussion:Mati|Diskussion]]) 13:51, 18. Nov. 2013 (CET)
  
 
Letzter Zusatz: Das Ding (Duden) kostet Geld. Vielleicht wäre es nett, sich auf eine freie/offene Referenz zu beziehen.
 
Letzter Zusatz: Das Ding (Duden) kostet Geld. Vielleicht wäre es nett, sich auf eine freie/offene Referenz zu beziehen.

Aktuelle Version vom 18. November 2013, 14:51 Uhr

Für zusätzlichen Spaß wird vorgeschlagen diese Seite nur Formulierungen zu verwenden die sowohl geschlechter- als auch duden-gerecht sind. Es ist möglich, wenn auch nicht notwendigerweise hübsch (tm) :). Auf diese Weise kann eine Person ungeachtet ihrer inhaltlichen Meinung zum Thema diese Seite lesen und zu ihr beitragen, ohne in schwierige emotionale Zustände aushalten zu müssen. (hoffentlich)

Erklärung zu Splitting Policy[Bearbeiten]

Die Splitting-Policy des VoWi hat vor allem den Zweck, sogenannte "Edit-Wars" zu verhindern, beziehungsweise zu verhindern, dass Menschen die zum VoWi beitragen unglücklich sind. Daher empfiehlt sie, geschlechtergerechte bzw. geschlechtsspezifische Formulierungen nur in als (relativ) unkontroversielle empfundene Richtungen zu verändern (siehe dort). Doch in regelmäßigen Zeitabständen fühlen sich Menschen dazu motiviert, Argumente gegen konkrete Formulierungen oder geschlechtergerechte Sprache im Allgemeinen zu äußeren und oft beginnt damit eine hitzige Diskussion ("Flame-War") zu diesem Thema. Diese Seite kann (vielleicht) dazu beitragen, dass diese nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen.

Linguistisches: Genus und Sexus[Bearbeiten]

Genus und Sexus haben einen / haben keinen Zusammenhang"[Bearbeiten]

Das hängt davon ab, was du unter "Zusammenhang" verstehst. Klar ist, dass es keine Äquivalenz gibt (daher brauchen wir zwei verschiedene Begriffe). Dass heißt also, dass nicht jedes "Ding" mit grammatikalisch "männlichen" Geschlecht einen Penis hat oder jedes "Ding" weiblichen Geschlechts schwanger werden kann. (Kennerinnen und Kenner der Diskurse zur Konstruktion von Geschlecht mögen hier bitte die krude Herstellung von "natürlichem Geschlecht" verzeihen - sie soll hier nur zur Veranschaulichung eines anderen Punktes dienen.)

Weiters scheint die Zuordnung von Geschlechtern zu "Dingen" willkürlich zu sein, wenn bedacht wird, dass in verschiedenen Sprachen das gleiche "Ding" unter Umständen ein verschiedenes grammatikalisches Geschlecht zugeordnet bekommt.

Das beweist leider noch nicht, dass es keinen "Zusammenhang" gibt, wenn wir unter "Zusammenhang" allgemeinere Beziehungen als Äquivalenzen zulassen.

Laut Stahlberg & Sczesny[1]

"Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen natürlichem und grammatischem Geschlecht - die Genus--Sexus-Debatte - hat eine lange Tradition in der Sprachphilosophie. Nach Irmen und Köhncke (1996) taucht diese Frage erstmals um 400 v. Christus bei den Sophisten auf und setzt sich in den Sprachwissenschaften bis heute fort."

Das heißt vermutlich, dass wir hier diese Frage möglicherweise nicht auf die Schnelle entscheiden können. Jedenfalls ist der Ausruf "Genus und Sexus haben einen / haben keinen Zusammenhang" eventuell nicht so nützlich für eine Debatte zu geschlechtergerechter Sprache, die Verständigung zum Ziel hat.

Fruchtbarer für eine Debatte über geschlechtergerechte Sprache ist eventuell die Frage, welche Arten von Zusammenhängen bestehen beziehungsweise nicht bestehen können und des Weiteren ob und wie Formulierungs-Formen Auswirkungen auf die Realität haben.

Befürworterinnen und Befürworter geschlechtergerechte Sprache ignorieren die Unterscheidung zwischen Genus und Sexus (oder kennen sie nicht).[Bearbeiten]

This turns out not to be the case. Oder anders: Schlecht recherchiert.

Befürworterinnen und Befürworter von geschlechtergerechter Sprache wissen meist Bescheid um diese Unterscheidung und operieren mit ihr. Sie wissen jedoch auch, dass das grammatikalische Geschlecht (Genus) oft Bezug auf die Realität nimmt. Ein kleines Zitat:

"Der Feministischen Linguistik wird oft vorgeworfen, sie verwechsle Genus und Sexus. Genus sei eine rein grammatikalische Kategorie, wobei eben rein zufällig das Maskulinum die generische Funktion übernommen habe. Feministische Linguistinnen wissen, daß Genus und Sexus nicht gleichzusetzen sind, daß grammatikalisches Geschlecht und natürliches Geschlecht nicht äquivalent sind. Sie wissen aber auch, daß die Behauptung, Genus habe mit Sexus rein gar nichts zu tun, ebenfalls nicht zutrifft, denn in der Geschichte wurde nur allzu oft bewiesen, daß grammatikalisch maskuline Formen als ausschließlich auf Männer bezugnehmend interpretiert wurden und werden. Es ist irrelevant, ob die grammatikalische Kategorie Maskulinum ursprünglich eine generische Funktion hatte, Tatsache ist, daß sie im heutigen Sprachgebraucht geschlechtsspezifisch interpretiert wrid uns sich somit nicht als generische Kategorie eignet."
(Aus: "Kreatives Formulieren: Anleitungen zu geschlechtergerechtem Sprachgebrauch", von Maria Kargl, Karin Wetschanow und Ruth Wodak; Schriftenreihe des Frauenministeriums, Band 13, Juli 1997, Wien, 3. Auflage 1999) Hervorhebungen nicht im Original.

Genus und Sexus haben etwas miteinander zu tun.[Bearbeiten]

Wieder falsch: Genus und Sexus haben keine unmittelbare Beziehung zueinander. Man denke an "das Mädchen", "die Sonne" und "der Mond". Wer unter diesen Umständen noch immer eine Beziehung zwischen Genus und Sexus vermutet, hat entweder das Konzept von Genus und Sexus nicht verstanden oder missinterpretiert es absichtlich.

Natürlich können einzelne Menschen Genus und Sexus aus Unwissenheitsgründen gleichsetzen - aber wäre es dann nicht vernünftiger, Genus und Sexus in den Köpfen der Menschen zu trennen, anstatt den Irrtum mit GGS/GNS und ähnlichem zu fixieren?

Frequenly Used Statements[Bearbeiten]

Damit wir uns nicht falsch verstehen: diese Sektion will nicht "NPOV" sein. Vielmehr ist sie eine Antwort häufig gebrauchter (und ziemlich schlechter) Argumente gegen die Verwendung geschlechter-gerechter Sprache.

Der Duden sagt das ist falsch.[Bearbeiten]

Das Argument hier ist: Du darfst X nicht schreiben wenn der Duden es verbietet. Oder anders: Du darst X nur schreiben, wenn es der Duden erlaubt.

Einige Menschen sehen dieses Argument nicht a-priori als gültig an. Sie sehen u.U. andere Kriterien für die Zuschreibungen erlaubt/nicht erlaubt, richtig/falsch und gut/böse. Besonders wenn es in anklagendem Ton vorgebracht wird, kann dieses Argument schlecht ankommen und als "Mein Gott sagt, gehorche!" interpretiert werden bzw. als Appell, den Anweisungen einer bestimmten Autorität zu gehorchen.

Dies gesagt habend sollte erwähnt werden, dass auch der Duden nicht nur Regeln vorschreibt, sondern manchmal auch sprachliche Entwicklungen in sein Repertoire aufnimmt. SMS wäre hier ein Beispiel. Weiters sind nicht alle Formen geschlechtergerechter Formulierungen duden-inkompatibel.

In jeden Fall ist es nicht anzunehmen, dass Befürworterinnen und Befürwortern geschlechtergerechter Sprache sich notwendigerweise immer am Duden orientieren wollen. Willst du diese Menschen überzeugen wollen, wäre es vielleicht hilfreich zu argumentieren warum du findest, dass jede (oder diese bestimmte) Formulierung den Duden-Regeln entsprechen soll. -- prev. unsigned statement by Spezial:Beiträge/94.134.74.96
Es ist auch nicht anzunehmen, dass diesen viele Jahre alten Text aus der Urzeit des VoWis noch viele Menschen lesen. In jedem Fall bitte Diskussionsbeitraege mit der richtigen Anzahl ':' einruecken und mit -- ~~~~ signieren - dann ist auch ersichtlich, dass es ein Diskussionsbeitrag ist ;-) -- Mati (Diskussion) 13:51, 18. Nov. 2013 (CET)

Letzter Zusatz: Das Ding (Duden) kostet Geld. Vielleicht wäre es nett, sich auf eine freie/offene Referenz zu beziehen.

Es ist häßlich.[Bearbeiten]

Schönheit liegt angeblich im Auge der Betrachterin bzw. des Betrachters. Tatsächlich sind vermutlich viele Menschen an das "Aussehen" von Sprache, das sie im Deutschunterricht und anderen Institutionen vermittelt bekommen haben, gewöhnt. Andere Menschen sind an das Aussehen von geschlechtergerechter Sprache gewöhnt und empfinden nicht geschlechtergerechte Sprache als "häßlich". Die Entscheidung für oder gegen geschlechtergerechte Sprache kann also leider schon aus diesen Gründen nicht auf Ästhetik beruhen.

In jedem Fall vermuten viele Befürworterinnen und Befürworter von geschlechtergerechter Sprache, dass diese einen (kleinen?) Beitrag zum Abbau der Diskriminierungen von Frauen in dieser Gesellschaft leistet. Eventuell sehen diese Menschen im Kampf gegen Diskriminierung einen höheren Wert als in der Befriedigung deiner (behaupteten) ästhetischen Bedürfnisse.

Frequently Used Statements[Bearbeiten]

Damit wir uns nicht falsch verstehen: diese Sektion will nicht "NPOV" sein. Vielmehr ist sie eine Antwort auf häufig gebrauchte (und ziemlich schlechte) Argumente für die Verwendung von GGS/GNS.

Das Binnen-I hilft Frauen.[Bearbeiten]

In Bezug auf das Binnen-I (und andere Schreibweisen) ist Österreich ein Musterland: im Amtsverkehr - egal ob Bund, Land, Stadt oder Gemeinde - ist GGS/GNS verpflichtend, viele Firmen, Universitäten und Institutionen verwenden es freiwillig, in den Schulen werden verschiedene Varianten von GGS und GNS diskutiert, und auch die Anzahl der Privatpersonen, die es freiwillig verwenden, ist höher als in anderen deutschsprachigen Ländern.

Das Ergebnis? [1][2] Wir sind von der finanziellen Gleichbehandlung der Geschlechter weiter entfernt als je zuvor.

Umgekehrt sind die skandinavischen Länder Vorreiter in Sachen Gleichbehandlung der Geschlechter - ohne GGS und GNS.

GGS/GNS als Maßnahme durchzusetzen, ist sehr einfach - es braucht nur einen Erlass, und schon sieht das Amt gleichbehandlungstechnisch wesentlich besser aus. An den tatsächlichen Verhältnissen für Frauen etwas zu ändern, wäre wesentlich aufwändiger und kontroversieller und wird deshalb vermieden. GGS und GNS wird als Ausweg benutzt, der wie eine wirksame Maßnahme zur Gleichbehandlung aussieht und in Wirklichkeit keine ist.

Das generische Maskulinum meint Frauen nur mit.[Bearbeiten]

Das ist falsch: das generische Maskulinum meint alle Geschlechter gleichermaßen. Siehe auch nächstes Argument.


Dokumentation von VoWi-Splitting-Flames[Bearbeiten]

Benutzer_Diskussion:85.124.56.183

Literatur[Bearbeiten]

  1. Stahlberg, D. & Sczesny, S. (2001). Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Sprachformen auf den gedanklichen Einbezug von Frauen. Psychologische Rundschau, 52, 131-140.