Lineare Differenzengleichungen (auch lineare Rekursionsgleichungen, selten C-Rekursionen oder lineare Rekurrenz von engl. linear recurrence relation) sind Beziehungen einer besonders einfachen Form zwischen den Gliedern einer Folge.
Allgemeine Theorie
Eine allgemeine lineare Differenzengleichung
-ter Ordnung über einem Körper
ist von der Form

wobei
. Die lineare Differenzengleichung wird dabei von den Koeffizienten-Funktionen
und der Funktion
charakterisiert.
Ohne Beschränkung der Allgemeinheit kann
angenommen werden; das sieht man, weil man alle Koeffizienten und
einfach durch
teilen kann. Nach Umstellen erhält man eine alternative Darstellung, die die Berechnungsvorschrift für
aus den
vorhergehenden Werten anschaulicher verdeutlicht:

wobei
, also

wenn man
setzt.
Eine Zahlenfolge
, die für alle
die Gleichung erfüllt, heißt Lösung der Differenzengleichung. Offenbar ist eine Lösung durch ihre
Anfangswerte
also eindeutig bestimmt – das kann man aus der alternativen Form direkt ablesen. Ist
für alle
, so heißt die Gleichung Gleichungen homogen, ansonsten heißt sie inhomogen. Die Zahlenfolge
für alle
erfüllt alle homogenen Gleichungen und heißt deshalb triviale Lösung.
Rechenregeln
- Sind
und
Lösungen der homogenen linearen Differenzengleichung
, dann ist auch
für beliebige
eine Lösung.
- Sind
und
Lösungen der inhomogenen linearen Differenzengleichung
, dann ist
eine Lösung der zugehörigen homogenen linearen Differenzengleichung mit
für alle
.
- Ist
eine Lösung der inhomogenen linearen Differenzengleichung
und
eine Lösung der zugehörigen homogenen linearen Differenzengleichung mit
für alle
, dann ist auch
für beliebige
eine Lösung der inhomogenen linearen Differenzengleichung.
Exzerpt aus dem Originalartikel Lineare Differenzengleichung
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