TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (Panholzer)/Prüfung 2022-02-28

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Aufgabe 1 [8 Punkte]

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Man erläutere das Prinzip der vollständigen Induktion an Hand eines Beweises der folgenden Identität, welche für alle natürlichen Zahlen n≥1 gezeigt werden soll (wobei (nk)=n!k!⋅(n−k)! für 0≤k≤n, den Binomialkoeffizienten bezeichne):

1+12⋅∑k=1nk⋅2k(k+2k)=2n+1n+2

Aufgabe 2 [8 Punkte = 2 * Anzahl korrekter Punkte]

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Im folgenden betrachten wir ternäre Wörter endlicher Länge über dem Alphabet A=0,1,2, also Wörter w=x1x2...xnmit xj∈{0,1,2} für vorgegebenes n∈N.

  1. Sei An die Anzahl der ternären Wörter der Länge n, also An= ∣{w=x1x2...xn, mit xj∈A}∣, für vorgegebenes n∈N.
  2. Sei Bn die Anzahl an ternären Wörtern der Länge n, in denen das Symbol 1 genau einmal enthalten ist, für die also gilt: ∣{j:xj=1}∣. Geben Sie Bn für allgemeines n≥1 an. Zur Kontrolle: es gilt B1=1, B2=4.
  3. Sei Cn die Anzahl der ternären Wörter der Länge n, in denen je zwei aufeinanderfolgende Symbole verschieden sind (d.h., die keine Teilwörter 00, 11, oder 22 enthalten), für die also gilt: xj≠xj+1, für 1≥j≥n−1. Geben Sie Cn, für allgemeines n≥1, an. Zur Kontrolle: es gilt C1=3,C2=6Hinweis: Man überlege sich, wie viele Möglichkeiten es für das 1. Symbol x1, dann für das 2. Symbol x2, dann für das 3. Symbol x3, etc. eines solchen Wortes gibt.
  4. Sei Dn die Anzahl der ternären Wörter der Länge n, in denen je zwei aufeinanderfolgende Symbole mindestens eine 0 enthalten, für die also gilt: xj⋅xj+1=0, für 1≥h≥n−1. Es lässt sich leicht zeigen, dass Dn die folgende Differnezengleichung erfüllt (das brauchen Sie aber nicht beweisen, das dürfen Sie voraussetzen):Dn=Dn−1+2Dn−2,n≥2,D0=1,D1=3Man löse diese Differenzengleichung und ermittle so eine allgemeine Formel für Dn,n∈N. Zur Kontrolle: es gilt D2=5,D3=11.

Aufgabe 3 [8 Punkte]

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Sei f:ℝ4→ℝ3 eine lineare Abbildung mit folgender Abbildungsmatrix A∈ℝ3×3 bezüglich der kannonischen Basis, also f(x→)=A⋅x→:

A=(123434565678).

  1. Ermitteln Sie die Dimension des Kerns von f, also den Defekt def(f), und bestimmen Sie weiters eine Basis B des Kerns von f.
  2. Ermitteln Sie den Rang rg(f)=rg(A) von f, und bestimmen Sie weiters eine Basis C des Bildraums f(ℝ𝟜).

Aufgabe 4 [8 Punkte]

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  1. Man gebe eine exakte Definition der Restklasse z¯ einer ganzen Zahl z modulo n {n∈ℕ,n≥2}.
  2. Wie ist der Restklassenring ℤn definiert (Definition der Menge als auch der Rechenoperationen)?
  3. Geben sie für n=3 die Operationstafeln für "+" und "⋅" explizit an.
  4. Warum ist für n∉ℙ, also n nicht prim, der Restklassenring ℤn kein Körper? (Genaue Argumentation verlangt!)

Aufgabe 5 [8 Punkte]

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Beantworten Sie die folgenden Fragen bzw. überprüfen Sie die nachstehenden Aussagen zu grundlegenden mathematischen Begriffen (bitte ankreuzen; es können keine, genau eine oder auch mehrere Antworten zutreffend sein; für jede vollständige richtige Antwort gibt es einen Punkt: es wurden für falsche Antworten KEINE Punkte abgezogen).

Wie lautet für die komplexe Zahl z=1−i der Kehrwert 1z in kartesischer Darstellung?

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  • 12−12i
  • 12+12i
  • 1−i
  • 1+i

Welche der nachfolgend in Polarkoordinaten angegebenen komplexen Zahlen w erfüllen die Gleichung w2=1?

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  • [1,π2]
  • [1,π]
  • [1,3π2]
  • [1,0]

Welche der folgenden aussagenlogischen Formeln sind erfüllbar, aber nicht gültig?

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Induktionsvoraussetzung: 1+12⋅∑k=1nk⋅2k(k+2k)=2n+1n+2

Induktionsanfang: n=1: 1+12⋅∑k=11k⋅2k(k+2k)=1+12⋅23=43=223=43
Induktionsbedingung:
1+12⋅∑k=1n+1k⋅2k(k+2k)=2n+2n+3

Induktionsschritt: n→n+1:

1+12⋅∑k=1n+1k⋅2k(k+2k)=2n+2n+31+12⋅∑k=1nk⋅2k(k+2k)+12⋅(n+1)⋅2n+1(n+3n+1)=2n+2n+3∣I.V.einsetzen (1+..) auch substituieren2n+1n+2+12⋅(n+1)⋅2n+1(n+3n+1)=2n+2n+32n+1n+2+12⋅(n+1)⋅2n+1(n+3)!(n+1)!⋅2!=2n+2n+32n+1n+2+12⋅(n+1)⋅(n+1)!⋅2n+2(n+3)!=2n+2n+32n+1n+2+(n+1)(n+1)!⋅2n+1(n+3)(n+2)(n+1)!=2n+2n+3(n+3)⋅2n+1+(n+1)⋅2n+1n+2=2n+2(n+3+n+1)⋅2n+1n+2=2n+2(2n+4)⋅2n+1n+2=2n+22⋅(n+2)⋅2n+1n+2=2n+22n+2=2n+2Aufgabe 2

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  1. An=3n
  2. Bn=n⋅2n−1
  3. Cn=3⋅2n−1
  4. Dn=43⋅2n−13⋅(−1)n

Lösungsvorschlag zu Dn:

Dn=Dn−1+2Dn−2Dn−Dn−1−2Dn−2=0∣Indexverschiebung um n+2Dn+2−Dn+1−2Dn=0λn+2−λn+1−2λn=0∣⋅1λnλ2−λ1−2λ0=0∣pq−Formelλ1,2=+12±14+2λ1,2=12±94=12±32λ1=2,λ2=−1Dn=C1⋅λ1n+C2⋅λ2n=C1⋅2n+C2⋅(−1)nn=0:D0=C1⋅λ1n+C2⋅λ2nn=1:D1=C1⋅λ1n+C2⋅λ2n1=C1⋅20+C2⋅(−1)03=C1⋅21+C2⋅(−1)11=C1+C2⇒C2=1−C13=2C1−C23=2C1−1+C1⇒4=3C1⇒C1=43C2=1−C1=1−43=−43Dn=43⋅2n−13⋅(−1)n