TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 22

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Man untersuche die Folge ⟨an⟩n∈ℕ (mit Hilfe vollständiger Induktion) auf Monotonie und Beschränktheit und bestimme gegebenenfalls mit Hilfe der bekannten Rechenregeln für Grenzwerte den Grenzwert limn→∞an. Überlegen Sie sich auch, warum die Folge wohldefiniert ist für alle n≥0.

a0=4,an+1=6an−9 für alle n≥0.

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zu (im Falle einer korrekten, unverifizierten Lösung "solved". Auch möglich "unsolved", "wrong", "verified_by_tutor". Alle möglichen Werte sind hier: Vorlage:Beispiel dokumentiert.)

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Vollständige Induktion
Vollständige Induktion[Bearbeiten, Wikipedia]
  1. Induktionsanfang (IA)
  2. Induktionsschritt (IS): Induktionsvoraussetzung (IV) ⇒ Induktionsbehauptung (IB)

Lösungsvorschlag

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Es wird gezeigt, dass die Folge monoton fallend ist.

I.A.: 4>6⋅4−9⇒16>15

I.S.: an≥an+1⇒an+1≥an+2

an+1>an+26an−9>66an−9−96an−9>66an−9−9an>6an−9an>an+1

Q.E.D.

Beschränktheit

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Weil die Funktion monoton fallend ist, ist sie sicherlich durch a0=4 nach oben beschränkt. Vermutung für die untere Schranke: 6⋅3−9=3⇒3 (geht immer so weiter).

Voraussetzung: 3<an
Behauptung: 3<an+1
Schritt:

3<an+13<6an−99<6an−918<6an3<an

Sei der gesuchte Grenzwert limn→∞an=a genannt. Eine Rechenregel besagt limx→∞anp=limx→∞anp Daher ist:

limn→∞an+1=limn→∞6an−9=limn→∞6an−9=limn→∞6an−limn→∞9=6a−9

Weiterhin gilt ab einem ausreichend großen n limn→∞an+1=limn→∞an. Daher kann argumentiert werden

limn→∞an+1=limn→∞anlimn→∞6an−9=limn→∞an6a−9=a6a−9=a2a2−6a+9=0

a1,2=3

Wohldefiniertheit

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Da 3<an≤4, ist der Radikand 6an−9 immer positiv. Somit wird tatsächlich jedem an eine reelle Zahl zugeordnet und die Folge ist wohldefiniert.

Die Probe mit Matlab ergibt für a100≈3.06

Folgen reeller Zahlen

Siehe auch Hilfe:Analysis#Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 22.

Beschränktheit

Beschränktheit von Folgen und Reihen:

  • ⟨xn⟩n∈ℕ heißt nach {obenunten} beschränkt ⟺∃a∈ℝ∀n∈ℕ:{xn≤aobere Schrankexn≥auntere Schranke
  • ⟨xn⟩n∈ℕ heißt beschränkt, wenn diese sowohl nach unten, als auch nach oben beschränkt ist.
Grenzwert

Eine reelle Zahl a heißt Grenzwert (oder Limes) der Folge (an)n≥0, falls in jeder ϵ-Umgebung von a fast alle Folgenglieder an liegen, d.h., falls

∀ϵ>0∃N(ϵ)∈ℕ∀n>N(ϵ):|an−a|<ϵ   (Definition 4.4)

Konvergenz von Folgen

Konvergenzeigenschaften von Folgen:

  1. Jede konvergente Folge ist beschränkt.
  2. Eine monotone Folge ist genau dann konvergent, wenn sie beschränkt ist.
    In ℝ (aber z.B. nicht in ℚ!) gilt:
    • an↗:limn→∞an=sup(an)n∈ℕ
    • an↘:limn→∞an=inf(an)n∈ℕ
  3. lim⁡xn=x,lim⁡yn=y⟹{lim⁡(xn±yn)=x±ylim⁡(xn⋅yn)=x⋅ylim⁡(xnyn)=xyyn,y≠0
Vollständige Induktion
Vollständige Induktion[Bearbeiten, Wikipedia]
  1. Induktionsanfang (IA)
  2. Induktionsschritt (IS): Induktionsvoraussetzung (IV) ⇒ Induktionsbehauptung (IB)

Lösungsvorschlag von Har203

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--Har203 21:37, 7. Mär. 2026 (CET)

Man untersuche die Folge ⟨an⟩n∈ℕ (mit Hilfe vollständiger Induktion) auf Monotonie und Beschränktheit und bestimme gegebenenfalls mit Hilfe der bekannten Rechenregeln für Grenzwerte den Grenzwert limn→∞an. Überlegen Sie sich auch, warum die Folge wohldefiniert ist für alle n≥0.

a0=4,an+1=6an−9 für alle n≥0.


Gesucht mittels Vollständiger Induktion: Monotonie, Beschränktheit, Grenzwert (wenn möglich), warum wohldefiniert:


Wir schauen uns die ersten Werte der rekursiv vorgegebenen Folge ⟨an⟩ an:

n=ann=ann=ann=an0413,87298334623,77331420333,69322152343,62757896453,5728803263,52665307773,48710746383,45291829993,423084836103,396838091113,373578003123,352829853133,334213418143,317420761153,302199959503,1113762661003,0581251832003,0296217685003,01196057
  • Induktionsanfang :
a0=4 und a1=6⋅a0−9=15<a0
  • Induktionsvoraussetzung:
Es gilt für ein festes n≥0:an>an+1⟹an+1>an+2.
Anmerkung: Der Wurzelausdruck kann nicht negativ werden, daher gibt es beim Quadrieren mit ≤,≥ keine Probleme.
an+1=6⋅an−9>an+2=6⋅(6⋅an−9)−9⟹⟹6⋅an−9>6⋅(6⋅an−9)−9⟹an>6⋅an−9⟹an>an+1.

⟹ Das heißt die Folge ist streng monoton fallend.

Beschränktheit

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Der Anfangswert a0=4 und die Folge ist streng monoton fallend. D.h., dass die Folge durch a0 nach oben beschränkt ist:∀an:an≤4.

Wir berechnen uns einmal den Fixpunkt:

a=6⋅a−9⟹a2=6⋅a−9⟹a2−6⋅a+9=(a−3)2=0.

D.h. wir vermuten den Grenzwert bei 3. D.h. Wir müssen noch zeigen, dass diese Stelle 3 die untere Schranke ist.

Wir werden wieder eine vollständige Induktion durchführen:

  • Induktionsanfang: a0>3
  • Induktionsvoraussetzung:
Es gilt für ein festes n≥0:an>3⟹an+1>3.
3<an+1=6⋅an−9|.2⟹9<6⋅an−9⟹18<6⋅an⟹3<an

⟹ Das heißt die Folge ist nach unten beschränkt. Wir wissen aber noch nicht, ob 3 die untere Schranke ist

Wohldefiniertheit

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Da für alle Folgenglieder gilt an>3, ist der Ausdruck unter der Wurzel 6⋅an−9 nach unten beschränkt mit dem Wert 9. D.h. die Folge ist in ℝ wohldefiniert.

Die Folge ist streng monoton fallend und nach unten beschränkt. Dass heißt die Folge konvergiert. Der Grenzwert (a=limn→∞an) erfüllt die Fixpunktgleichung:

a=6⋅a−9⟹a2−6⋅a+9=(a−3)2=0⟹a=3.

⟹ Der Grenzwert dieser Folge ist 3. ◼

Wikipedia:

Weiterführende Links: Wohldefiniertheit
http://www.matheplanet.com/matheplanet/nuke/html/viewtopic.php?topic=175602 Grenzwert rekursiver Folgen
http://www.matheboard.de/archive/2315/thread.html
http://massmatics.de/merkzettel/index.php#!185:Rekursive_Folgen
Rechenregel für Wurzel (9. Regel)
http://www.mathebibel.de/grenzwerte-rechenregeln
Beweis für Wurzelregel:
https://de.wikibooks.org/wiki/Mathe_f%C3%BCr_Nicht-Freaks:_Grenzwerts%C3%A4tze:_Grenzwert_von_Folgen_berechnen#Die_Wurzelregel
Weiterführender Beweis für Wurzelmonotonieungleichung:
https://de.wikibooks.org/wiki/Mathe_f%C3%BCr_Nicht-Freaks:_Rechenregeln_der_Wurzel#Monotonieungleichung
Induktion
https://www.youtube.com/watch?v=40UQ5HT0mVo
https://www.mathelounge.de/166431/rekursive-folge-monotonie-%26-grenzwert

Ähnliche Beispiele: