TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 135

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Man zeige mittels Differenzieren:

arctan⁡1−x1+x+12⋅arcsin⁡x=π4x∈(−1,1)
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}}


arcsin'
Arcsin'[Bearbeiten, Wikipedia]

arcsin′⁡(x)=11−x2 Folgt aus Umkehrregel.

arctan'
Arctan'[Bearbeiten, Wikipedia]

arctan′⁡(x)=11+x2 Folgt aus der Umkehrregel.

Lösunsgvorschlag

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Zunächst formen wir den Term so um, dass der arcsin-Teil auf der rechten Seite steht,

arctan⁡1−x1+x=π4−12⋅arcsin⁡x

leiten die rechte Seite sofort ab und erhalten:

−12⋅1−x2

π4 ist eine Konstante und wird daher zu Null abgeleitet.

Für den arctan-Teil, substitutieren wir zuerst den Teilterm mit u, definiert als:

u=1−x1+x

und können nun die Ableitung vornehmen
(Weil u keine Variable sondern ein substituierter Term ist, müssen wir laut Kettenregel nocheinmal mit der inneren Ableitung multiplizieren)

arctan′⁡(u)=11+u2⋅u′=11+1−x1+x⋅u′=1+x2⋅u′

Für die Ableitung von u, definieren wir zur Hilfe uZ als Zähler und uN als Nenner von u:

u′=u'Z⋅uN−uZ⋅u'NuN2


u'Z=(1−x)′=0.5⋅(1−x)−0.5⋅(−1)


u'N=(1+x)′=0.5⋅(1+x)−0.5


⇒u′=(−1)⋅1+x2⋅1−x−1−x2⋅1+x1+x

Durch weiteres Umformen erhalten wir:

=−1(1+x)⋅1+x⋅1−x

Fügen wir nun die Terme zusammen erhalten wir:

1+x2⋅(−1)(1+x)⋅1+x⋅1−x=−12⋅1−x2

die Gleichung ist soweit wahr (linke Seite lässt sich weiter umformen).

Beweis
Für den Beweis müssen wir nun wissen, dass wenn zwei Funktionen f(x) und g(x) auf einem Interval I die gleiche Ableitung besitzen, sie sich nur um eine Konstante c unterscheiden.

Aus der berechneten Ableitung sehen wir, dass f′(x)=0∀x∈(−1,1) gilt (einfach -1 und 1 in die Ableitung einsetzen). Setzen wir nun den Punkt x0=0, in dem die Ableitungen gleich sind, in die ursprüngliche Funktion ein erhalten wir f(0)=π4.

Genügt zum Beweis der ursprünglichen Aussage.

f.thread:41672