TU Wien:Mathematik 2 UE (diverse)/Übungen SS06/Integralrechnung in mehreren Variablen 9

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Man berechne das Kurvenintegral über das Vektorfeld u(p)=(xy2x2−y2) entlang des Weges 3y2=4x von (0,0) nach (3,2) und entlang des Streckenzugs (0,0)→(3,0)→(3,2).

Theoretische Grundlagen: Berechnung des Kurvenintegrals

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Berechnung des Kurvenintegrals ∫F→⋅dr→=∫t1t2(F→⋅r→˙)dt

  1. Dem Feldvektor F→(x,y,z)=(FxFyFz)´die Koordinaten durch die parameterunabh. Koordinaten der Raumkurve C ersetzen. Feldvektor und Komponenten hängen nur noch von t ab. Differenzierung des Ortsvektors r→(t) nach t - erhalten Tangentenvektor. Bildung skalares Produkt aus Feld- u. Tangentenvektor
  2. Skalarprodukt nur noch von t abh - gewöhnliche Integration in festzulegenden grenzen

OK,also machen wir uns mal an die Kurve C - in unserm Fall gibt es aber nur x und y, so dass wir nun 3y2=4x in Parameterform darstellen müssen ... hilfreich zur Parametrisierung sind folgende Links:

Lösungsvorschlag von mnemetz

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Weg entlang 3y2=4x

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3y2=4x ist demnach m.E. wie folgt zu parametrisieren:

  1. Explizite Darstellung: y=±4x3
  2. Parametrisierung der Kurve: x(t)→=r→=(t4t3) mit t∈[0,3]. Ich nehme hier explizit nur die positive Lösung, denn die negative kommt m.E. nicht in Betracht (neg. x(t)-Werte => nicht in Angabe)

OK, und nun bilden wir den Tangentialvektor r→˙, als da ist: r→˙=(112⋅43t).

Das nach r→ parametrisierte u ist dann F→(t)=(43t2t2−43t)

Nun bilden wir das Kurvenintegral durch ∫03F→⋅r→˙dt (Integral über Skalarprodukt), als da ist: ∫0343t2+13t3/2−433t1/2dt=49t3+253t5/2−4⋅23⋅3⋅3t3/2|03=12,93˙

Anmerkung von axestr man kann auch einfach in anstatt y=t(x) nach x=t(y) parametriesieren: weg(t)=(34t2t). Dann braucht man sich keine Gedanken über eine +/- Fallunterscheidung machen, und berechnet halt ∫02(34t2⋅t2)⋅(34t2)′ dt+∫02((34t2)2−t2)⋅(t)′ dt=...=12,93˙.

... entlang des Streckenzugs (0,0)→(3,0)→(3,2)

Hilfreich ist es, sich eine Grafik aufzuzeichnen, aus der ersichtlich wird, dass der Streckenzug aus drei Teilen besteht, welche wir sogleich parametrisieren und die Tangentialvektoren bilden:

  • (0,0)→(3,0): K1
    • y = 0
    • r→K1=(t0),t∈[0,3]
    • r→˙K1=(10)
  • (3,0)→(3,2): K2
    • x = 3
    • r→K2=(3t),t∈[0,2]
    • r→˙K2=(01)
  • (3,2)→(0,0): K3
    • y=23x
    • * K3 (nicht notwendig, da Sreckenzug nicht geschlossen) r→K3=(t23t),t∈<3,0>
    • r→˙K3=(123)

Die Kurvenintegrale zusammengezählt ergeben dann das Kurvenintegral des Streckenzugs. Wir bilden nun die einzelnen Kurvenintegrale:

  • K1
    • parametrisiert: F→K1=(0t2)
    • ∫03F→K1⋅r→˙K1dt=0
  • K2
    • parametrisiert: F→K2=(3t29−t2)
    • ∫02F→K2⋅r→˙K2dt=∫029−t2dt=9t−13t3|02=15.3˙
  • K3 (nicht notwendig, da Sreckenzug nicht geschlossen)
    • parametrisiert: F→K3=(49t359t2)
    • (- wegen Richtungsumkehr!) −∫03F→K3⋅r→˙K3dt=−∫0349t3+1027t2dt=…

Danach (K1 + K2) zusammenrechnen.

Anmerkung von axestr: Wenn man wie oben angemerkt in die andere Richtung parametriesiert, dann hat man für den Streckenzug (0,0)->(3,0)->(3,2) die Summe von ∫00… dt+∫02… dt, was man dann schon im ersten Bsp. berechnet hat ;-)

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  • Wer in der VO vom 09.05. aufgepasst hat, hat den Streckenzug de facto vorgerechnet bekommen
  • Links zur Parametrisierung wurden oben gegeben
  • Zum Kurvenintegral sehr anschaulich ein Link
  • Empfehle Papula, Mathematik für Ingenieure und Naturwiss., Bd. 3, S. 147ff.

--Markus Nemetz 05:56, 18. Mai 2006 (CEST)

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