Uni Wien:Einführung in die Philosophie - Vom Nutzen und Nachteil des Denkens für das Leben VO (Liessmann)

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Hard Facts[Bearbeiten]

Ziel (für Informatiker)[Bearbeiten]

Meine Meinung dazu:

  • Liessmann gibt eine interessante Einführung in die grundlegenden Problemstellungen der Philosophie, ohne sich allzusehr in historische Details zu verlieren. Gerade deswegen kann man seinen Inhalten auch als Informatiker ohne großartiger philosophischer Vorbildung folgen. Ihm geht es darum, auf rhetorisch gekonnte und hin und wieder sarkastische Art (wer schonmal bei Liessmann in einer Vorlesung gewesen ist, weiß, was ich meine) zu vermitteln, mit welchen Problemstellungen die Philosophen eigentlich zu kämpfen haben.
  • Für Leute, die Wissenschaft, bzw. ihre Fachrichtung vielleicht einmal von einem anderen Blickwinkel sehen und denken wollen, kann ich nur mal empfehlen, einfach 1-2-mal in die VO zu schauen und dann schnell zu merken, ob dieser Blick bereichernd sein kann oder eher nicht.
  • Der Untertitel der VO weist schon darauf hin, dass die Methoden oder Tätigkeiten der Philosophie sehrwohl kritisch betrachtet werden. Es wird dort durchaus der Frage nachgegangen: "Wofür braucht man das überhaupt? Ist das nützlich? Warum philosophisch denken?" Ob die Antworten einem befriedigen, muss jeder für sich entscheiden. Ich sags umgekehrt: Ich fühl mich jedenfalls bei dem Gedanken, ein reiner "Informatiker" zu sein, nicht ganz wohl.


Themen[Bearbeiten]

Prinzipiell ist der Inhalt der Vorlesung nach dem gleichnamigen Buch "Vom Nutzen und Nachteil des Denkens für das Leben" gehalten, welches man im Facultas bekommt. Im Klappentext liest man Folgendes:

"Diese unorthodoxe Einführung in die Philosopie zeigt, was philosophisches Denken, was "Theorie" bedeutet, was "Staunen" und "Zweifeln" eigentlich meinen, wie es um die Grundlegung der "Freiheit" und die Möglichkeit der "Tugend" bestellt ist und welche Konsequenzen daraus für ein Leben zu ziehen wären, das den Anspruch auf Humanität aufrecht erhalten will."

Grundsätzlich ist die VO in 2 Teile geteilt:

  • 1. Theoretische Philosophie:

"Ich weiß, dass ich nichts weiß"(Sokrates)
Was heißt das, Theorie und theoretisch Denken?
Warum nicht die Philosophen, sondern das 'gemeine' Volk abstrakt denkt(Hegel)
"Ich denke, also bin ich" und die Descartschen Methoden, die Wirklichkeit wissenschaftlich zu analysieren
"Das Ding an sich" und der Kantische Ansatz, der 2500 Jahre abendländische Philosophie revolutioniert; Kant taucht auch bei der Frage auf, was eigentlich vernünftig denken bedeutet (Sapere aude! ...)
und vieles mehr... (war nur eine Auswahl)

  • 2. Praktische Philosophie

von Aristoelischer Ethik (Glück als höchstes Prinzip) bis zum modernen Utiliarismus
Die Stoiker und der Schöne Tod "Der ekelhafteste Tod ist der saubersten Sklaverei vorzuziehen"(Senecea)
Der Gute Wille bei Kant "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie Allgemeines Gesetz werde"
und vieles mehr... (der 2. Teil ist etwas kürzer als der erste)


Benötigte Vorkenntnisse[Bearbeiten]

Keine, nur die Muße, zumindest das gleichnamige Buch zu lesen, wenn man die Prüfung ablegen will.

Zeitaufwand[Bearbeiten]

  • Wer die Prüfung besuchen will, sollte sich zumindest das Buch durchlesen. Liessmann weicht zwar hin und wieder vom Buch ab, jedoch kam mir vor, dass das relativ selten der Fall war.
  • Ich muss sagen: das Buch alleine kann sich schon etwas hinziehen, deswegen rate ich, in der Vorlesung mitzuschreiben, dann kann man einige Stellen im Buch überspringen, ohne wichtige Pointen verpasst zu haben.

Vortrag[Bearbeiten]

  • Da können sich die meisten Leute aus der Informatik was abschauen. Rhetorisch kann man dem Liessmann nichts nachsagen. Er schafft es immer wieder, das Publikum zum Schmunzeln und Nachdenken zu bringen, es sei denn, man hat schon detaillierte Kenntnisse von den Themen, dann könnte man vielleicht hin und wieder dazu neigen, der Vortrag sei etwas oberflächlich. Da es aber eine Einführungsvorlesung ist, hat Liessmann das Beste gemacht: Nämlich einige Dinge so prägnant zu formulieren, dass man sie viel später auch noch im Gedächtnis hat und gegebenfalls später darauf aufbauen kann, um die Dinge etwas differenzierter zu sehen.
  • Man kann Leuten nur etwas vermitteln, wenn man sie in gewissem Maße zu begeistern weiß, ihre Stimmung kennt und darauf LIVE im Vortrag zu reagieren weiß. Andernfalls kann man auch aus Büchern lernen.

Autodidakt[Bearbeiten]

  • Wer das Buch gelesen hat und einen inhaltlichen Zusammenhang im Buch erkennen kann (z.B. dass sich schon vom ersten Kapitel Bögen auf das letzte spannen lassen, und auch auf andere Kapitel), kann getrost zur Prüfung gehen, ohne die Vorlesung gesehen zu haben.
  • Gegenbenfalls kann man auch Liessmanns zweites Buch lesen, in einzelne Philosophen kurz betrachtet und ihre wichtigsten Leistungen und Probleme herausgearbeitet werden: "Die großen Philosophen und ihre Probleme" (siehe Literatur)
  • Ich empfehle trotzdem eindringlich, dass wer Zeit hat, sich den Vortrag anhört und dann etwas motivierter (und eventuell auch reflektierter) in den Tag zu gehen.

Prüfung[Bearbeiten]

  • Modus: Freitext.
  • Hilfsmittel: Keine
  • Zeit: 1 Stunde (relativ kurz, also schnell schreiben)
  • Benotung: meiner Meinung nach OK, hab aber auch schon anderes in Foren gelesen.


  • Es werden 5 Themen genannt, von denen 3 ausgewählt werden müssen. Pro Thema ist ein kleiner Aufsatz von ca. 0,75 Seiten bis 1,5 Seiten (je nach Schriftgröße) zu schreiben. Die Themen verlangen kein detailliertes Wissen, sondern nur Wissen um die Problemkreise, mit der die Philosophie zu kämpfen hat und welche Versuche unternommen wurden, sie zu lösen.
  • Kleines Beispiel: "Descartes: Zweifel als Methode"


Literatur[Bearbeiten]

Liessmann nennt immer wieder folgende 3 Bücher:

  • (1) Liessmann, Konrad Paul: Vom Nutzen und Nachteil des Denkens für das Leben, 3. Aufl., WUV/UTB, Wien, 2003
  • (2) Liessmann, Konrad Paul: Die großen Philosophen und ihre Probleme, 4. Aufl, WUV/UTB, Wien, 2003
  • (3) Mader, Johann: Einführung in die Philosophie, WUV/UTB, Wien, 2005

Für die Prüfung reicht (1) aus! (3) hab ich mir persönlich nichtmal angeschaut und (2) kann hin und wieder recht hilfreich und interessant sein.