TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 140

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Untersuchen Sie, ob es sich bei den folgenden Relationen R⊆A×B um Funktionen, injektive Funktionen, surjektive Funktionen bzw. bijektive Funktionen handelt.

R={(log3x,x2)|x∈ℝ+},A=ℝ,B=ℝ+
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Funktion

Eine Funktion oder Abbildung f:A→B von A nach B ist eine Relation Rf⊆A×B mit der Eigenschaft, dass zu jedem a∈A genau ein b∈B mit aRfb existiert. Man schreibt dafür b=f(a). Der Graph einer Funktion f:A→B ist die Menge {(a,f(a))|a∈A}⊆A×B.

Injektivität
Injektivität[Bearbeiten, Wikipedia, 1.65 Definition]

"Verschiedene Elemente der Definitionsmenge werden auf verschiedene Elemente der Zielmenge abgebildet": a1,a2∈A,a1≠a2⇒f(a1)≠f(a2) oder äquivalent: a1,a2∈A,f(a1)=f(a2)⇒a1=a2

Surjektivität
Surjektivität[Bearbeiten, Wikipedia, 1.65 Definition]

Jedes Element der Zielmenge tritt mindestens einmal als Funktionswert auf: ∀b∈B ∃a∈A:b=f(a)

Bijektivität
Bijektivität[Bearbeiten, Wikipedia, 1.65 Definition]

Eine Funktion ist bijektiv, wenn Injektivität & Surjektivität vorliegt. Diese Eigenschaft impliziert die Existenz einer Umkehrfunktion f−1().

Lösungsvorschlag

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Zu allererst müssen wir überprüfen, ob es sich überhaupt um eine gültige Funktionsdefinition handelt. Wenn nicht, wäre nämlich die Prüfung auf die restlichen Eigenschaften hinfällig.

Dazu prüfen wir zuerst, auf welchen Mengen wir operieren. x∈ℝ+ heißt also, dass wir nur positive x in log3x bzw. x2 einsetzen. Nachdem log(x) auch nur für x∈ℝ+ definiert ist, also reelle Zahlen größer 0, ist die erste Voraussetzung erfüllt. Die Quadratfunktion ist weniger wählerisch, würde die Menge für x also nicht auf den positiven Teil limitieren. Die Menge A ist definiert als ℝ und die Menge B als ℝ+. Das bedeutet, dass beim Einsetzen von x für den gegebenen Wertebereich von x (also ℝ+) auch alle Elemente aus den Mengen A bzw. B herauskommen müssen! Ansonsten wäre unsere Relation keine gültige Funktion. Da die Logarithmusfunktion aber für Werte <1 negative Zahlen liefert, ist A=ℝ erfüllt. x2 liefert zwar ausschließlich positive Zahlen, aber mehr ist auch nicht gefordert (B=ℝ+).

Somit können wir sagen, dass es sich um eine gültige Funktion handelt. Jetzt stellt sich noch die Frage, um welche Funktion es sich überhaupt handelt:

Gemäß Definition einer Funktion bzw. unseres konkreten Beispiels können wir einsetzen für b und a:

b=f(a)⇒x2=f(log3x)

Nun müssen wir die Gleichung noch auf die Form f(x)=… bekommen. Dazu müssen wir uns Überlegen, was die Umkehrfunktion von log3x ist. Wie wir wissen, ist das die Exponentialfunktion, also 3x:

3x2=f(3log3x)⇒f(x)=3x2

Alternativ könnten wir schreiben:

f:{ℝ→ℝ+x↦3x2


Anmerkung von ep: Ich glaube diese Umformung ist falsch. Es würde sich 3^(2*x) ergeben, da (3^x)^2 genommen wird. z.B. würde in der Ursprünglichen Abbildung log3(3) = 1 auf 3^2 = 9 abgebildet. In dieser Formel wird 1 jedoch auf 3 abgebildet.

Falls x1 und x2 zum gleichen f(x1)=f(x2) führen, müssen diese ebenfalls identisch sein. Dann ist die Funktion injektiv.

3x12=3x22
x1=x2

Da für x nur ℝ+ in Frage kommt, können wir beim Ziehen der Wurzel das negative Ergebnis vernachlässigen. Also müssen die zwei Funktionswerte identisch und somit ist die Funktion injektiv.

Hier vertauschen wir x und y und formen entsprechend um.

x=3y2
log3x=y2
log3x=y

Da wir für x nur einen positiven Wertebereich gegeben haben, kann der Logarithmus nie negativ sein und somit können wir gefahrlos die Quadratwurzel ziehen. Für haben wir ebenfalls einen positiven Wertebereich, also brauchen wir nur das positive Ergebnis der Wurzel berücksichtigen.

Unsere inverse Funktion ist somit f−1(x)=log3x und unsere Funktion ist demnach surjektiv.

Achtung! log3x kann negativ sein, zum Beispiel bei log31/3=−1!

11.11.2022: Da für x-Werte zwischen 0 und 1 ein negatives Ergebnis für den Logarithmus rauskommt, erhält man für x (0<x<1) eine komplexe Lösung nach dem Ziehen der Wurzel. Somit ist die Funktion für x<1 nicht in den reellen Zahlen definiert. Daher ist die Funktion nicht surjektiv (die Wertemenge zwischen 0 und 1 wird nicht getroffen).

Da unsere Funktion injektiv und surjektiv ist, ist sie somit auch bijektiv.

11.11.2022: Sie ist nicht bijektiv => nicht surjektiv.

-- Superwayne 17:40, 26. Nov. 2014 (CET)