TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 20

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Man untersuche durch vollständige Induktion, für welche n >= 0 folgende Ungleichung gilt:

3n+2n≤3n
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SS08 Beispiel 3

Lösungsvorschlag

Als ersten Schritt untersuchen wir die Gleichung durch Einsetzen für n:

  n=0,3∗0+20=1≤30   (1)      	   wahr
  n=1,3∗1+21=5≤31   (3)      	   falsch
  n=2,3∗2+22=10≤32  (9)      	  falsch
  n=3,3∗3+23=17≤33 (27)           richtig
  n=4,3∗4+24=28≤34 (81) 	  richtig
  n=5,3∗5+25=47≤35 (243) 	  richtig

Dies ergibt die Vermutung, dass die Gleichung für alle n≥3 gilt, da 3n stärker wächst als 2n.

Der Induktionsanfang für n = 3 ist bereits bewiesen.

Die Induktionsvoraussetzung, dass die Gleichung für alle n≥3 gilt.

Die Induktionsbehauptung: 3(n+1)+2n+1≤3n+1

Induktionsschluß:

 3∗(n+1)+2n+1≤3∗(3n+2n)≤3n+1=3∗3n  | Term * 3
   3n+3+2∗2n≤9∗n+3∗2n	               |−2∗2n,−3∗n
                  3≤6∗n+2n

und die Gleichung ist für alle n≥3 und n=0 bewiesen. //Heholord fragt: Warum ist sie damit für n≥3 und n=0 bewiesen? A: wenns für 3 gilt und für den nachfolger von 3 (3+1) gilt, dann hast dus für alle ab 3 bewiesen. und 0 einsetzen

Hapi

Lösungsvorschlag von Ryus

Induktionsanfang siehe oben.

Zum Induktionsschritt:

Unsere Induktionsvoraussetzung lautet: 3n+2n≤3n

Unsere Induktionsbehauptung lautet: 3(n+1)+2n+1≤3n+1

Die beste Vorgehensweise bei Ungleichungen ist, nicht beide Seiten gleichzeitig umzuformen, sondern eine Kette aus = und ≤-Ketten zu bilden, um so von der linken Seite auf die rechte zu kommen (siehe [1]). Wir fangen also mit der linken Seite an und formen sie ein bisschen um:

3(n+1)+2n+1=3n+3+2∗2n

Wir müssen es irgendwie schaffen, unsere Induktionsvoraussetzung zu nutzen. Um dies zu schaffen, formen wir unsere Induktionsvoraussetzung etwas um:

2n≤3n−3n

Diese umgeformte IVR können wir nun in unsere letzte Formel einsetzen und dann weiter umformen:

3n+3+2∗2n≤3n+3+2∗(3n−3n)=3n+3+2∗3n−2∗3n=2∗3n+3−3n

Was steht hier nun? Wir haben 2∗3n, dazu wird 3 dazu addiert und 3n subtrahiert. 3n ist sicher größer als 3 (da n≥3 laut Induktionsanfang). Daher ist 3−3n sicher kleiner 0. Sprich wir ziehen etwas von 2∗3n ab. Lassen wir diese Subtraktion einfach weg, erhalten wir etwas, was sicher größer ist.

2∗3n+3−3n≤2∗3n

Nun folgen ein paar simple Schritte:

2∗3n≤3∗3n=3n+1

Wir haben nun also eine lange Kette gebildet, auf deren linker Seite 3(n+1)+2n+1 steht, dann folgen lauter = bzw ≤, und am rechten Ende steht 3n+1. So haben wir also die Induktionsbehauptung gezeigt und die Aussage bewiesen.

--Ryus (Diskussion) 21:58, 18. Okt. 2015 (CEST)

Hilfreiches von Har203

Vollständige Induktion
Vollständige Induktion[Bearbeiten, Wikipedia]
  1. Induktionsanfang (IA)
  2. Induktionsschritt (IS): Induktionsvoraussetzung (IV) ⇒ Induktionsbehauptung (IB)

Lösungsvorschlag von Har203

--Har203 03:01, 21. Feb. 2026 (CET)

Man untersuche mittels vollständiger Induktion, für welche n>0 die angegebene Ungleichung gilt: 3⋅n+2n≤3n.

Die Ungleichung

nL.S.R.S.nL.S.R.S.nL.S.R.S.011153210931727428815472436827297149218782806561

Induktionsanfang

Wir sehen, dass die Gleichung für n=0 und n≥3 gelten dürfte. Daher setzen wir ausgehen von der oberen Tabelle die vollständige Induktion mit dem Anfangswert n∈ℕ mit n=3 fest. Für den Anfangswert n=3 überprüfen wir die Ungleichung und erhalten 17≤27, also ist die Ungleichung für den Anfangswert gültig.


Wenn wir uns die Ungleichung anschauen, erkennen wir, dass auf der linken Seite die Werte exponentiell zur Basis 2 und auf der rechten exponentiell zur Basis 3 wachsen. D.h., den besten Aufschluss über diese Ungleichung gibt uns der Differenzenquotient. Daher werden wir für beide Seiten den diskreten Differenzenquotienten bilden und die beiden Funktionen LS(n):=3⋅n+2n und RS(n):=3n für die beiden Seiten definieren. Der Differenzenquotient der linken Seite LQ(n) bzw. der rechten RQ(n) ist dann:

LQ(n):=LS(n+1)LS(n)=3⋅(n+1)+2n+13⋅n+2nRQ(n):=RS(n+1)RS(n)=3n+13n=3.

Induktionsvoraussetzung (IV)

Sei nun die Ungleichung 3⋅n+2n≤3n für ein festes n∈ℕ,n≥3 gültig.

Induktionsbehauptung

Ausgehend von der Induktionsvoraussetzung, dass die Ungleichung 3⋅n+2n≤3n für ein festes n gilt, müssen wir zeigen, dass die Ungleichung auch für (n+1) gilt:

3⋅n+2n≤3n⟹3⋅(n+1)+2n+1≤3n+1.

Induktionsschritt

Wir schauen uns die linke Seite der Ungleichung an:

3⋅(n+1)+2n+13⋅n+2n=3⋅n+3+2⋅2n3⋅n+2n=2⋅(3⋅n+2n)3⋅n+2n+3−3⋅n3⋅n+2n==2⋅3⋅n+2n3⋅n+2n+3−3⋅n3⋅n+2n=2+(3/n)−33+(2n/n)≤2+3−33+(2n/n)=2⟹⟹LQ(n)=LS(n+1)LS(n)≤2RQ(n)=3.

Laut Induktionsvoraussetzung gilt 3⋅n+2n≤3n⟹LS(n+1)=3⋅(n+1)+2n+1≤2⋅LS(n)=2⋅(3⋅n+2n)≤3⋅3n=3n+1⟹3⋅(n+1)+2n+1≤3n+1.

  • Ergebnis der Induktion für n≥3 gilt:
3⋅n+2n≤3n
  • Gesamtergebnis: Die Ungleichung 3⋅n+2n≤3n ist für n∈ℕ,n≥3, gültig. Für n=0 würde die Ungleichung auch gelten. ◼

Wikipedia:

Mathepedia:

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