TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 369

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Man beweise die Gültigkeit der folgenden Rechenregeln in einer Gruppe

(G,⋅) für beliebige a,b,c∈G:

(i) a⋅b=a⋅c⇒b=c (Kürzungsregel)

(ii) (a−1)−1=a

(iii) (ab)−1=b−1a−1

(iv) Die Gleichung a⋅x=b ist in G stets

eindeutig lösbar.

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Lösung von themoep

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Erinnert euch: Eine Gruppe ist abgeschlossen, besitzt Assoziativitaet, hat ein Einheitselement und ein Inverses Element a−1 zu a. Diese Rechenregeln werden hier angewandt.

Hinweis: a−1=a′

a⋅b=a⋅c⇒b=c
b=e⋅b=(a′⋅a)⋅b=a′⋅(a⋅b)=a′⋅(a⋅c)=(a′⋅a)⋅c=e⋅c=c

(a−1)−1=a
a=a⋅e=a⋅(a−1⋅(a−1)−1)=(a⋅a−1)⋅(a−1)−1=e⋅(a−1)−1=(a−1)−1

(ab)−1=b−1a−1
b−1a−1=b−1a−1⋅e
=(b−1a−1)⋅((a⋅b)⋅(a⋅b)−1)
=((b−1a−1)⋅(a⋅b))⋅(a⋅b)−1
=(b−1⋅(a−1⋅a)⋅b)⋅(a⋅b)−1
=((b−1⋅e)⋅b)⋅(a⋅b)−1
=(b−1⋅b)⋅(a⋅b)−1
=e⋅(a⋅b)−1=(a⋅b)−1

a⋅x=b
x=e⋅x=(a−1⋅a)⋅x=a−1⋅(a⋅x)=a−1⋅b

Lösung von Juggl3r

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a⋅b=a⋅c⇒b=c

Wir sehen, dass auf beiden Seiten der Gleichung links a steht. Wir multiplizieren also die Gleichung von links mit a^-1. (Achtung, wirklich von Links multiplizieren, da Kommutativität nicht gegeben ist.)

a−1⋅a⋅b=a−1⋅a⋅c

e⋅b=e⋅c

b=c

qed.

(a−1)−1=a

Die Eigenschaft eines inversen Elementes ist ja:

a−1⋅a=e

Das Gleiche können wir aber auf a−1 anwenden, also:

(a−1)−1⋅a−1=e

Allerdings muss auf Grund der Eigenschaften des inversen Elementes auch folgendes gelten (man kann es vertauschen):

a−1⋅(a−1)−1=e

Als nächsten Schritt multiplizieren wir von links mit a:

a⋅a−1⋅(a−1)−1=a⋅e

Und daraus ergibt sich schließlich:

(a−1)−1=a

qed

siehe oben

a⋅x=b
x=e⋅x=(a−1⋅a)⋅x=a−1⋅(a⋅x)=a−1⋅b

Damit haben wir einmal bewiesen, dass die Gleichung lösbar ist. Wir müssen aber beweisen, dass die Gleichung eindeutig lösbar ist:

Dazu nehmen wir einmal an, dass es 2 Lösungen gibt:

a⋅x1=b

a⋅x2=b

Wir lösen die 2 Gleichungen:

x1=a−1⋅b

x2=a−1⋅b

Jetzt setzen wir gleich:

x1=x2

Also eindeutig lösbar.

qed.

Hoffe ich konnte helfen, gebe aber keine Gewähr, dass Lösungen stimmen!

Lösung für (iii) von Ryus

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Die oben vorgeschlagene Lösung funktioniert zwar, ich finde es jedoch etwas schwer drauf zu kommen. Daher hier eine möglicherweise einfachere Lösung:

Genau dann wenn b−1a−1 das Inverse zu ab ist, muss gelten: (ab)(b−1a−1)=e.

Also rechnen wir das einfach mal unter mehrmaliger Anwendung des Assoziativgesetzes aus:

(ab)(b−1a−1)

=a(b(b−1a−1))

=a((bb−1)a−1)

=a(e)a−1

=aa−1=e

Damit ist die Aussage bewiesen.

--Ryus (Diskussion) 14:33, 23. Sep. 2015 (CEST)