TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 433

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Seien ⟨R1,+1,∗1⟩ und ⟨R2,+2,∗2⟩ Ringe. Man zeige, daß dann auch R1×R2 ein Ring ist.

(a,b)+3(c,d)=(a+1c,b+2d)
(a,b)∗3(c,d)=(a∗1c,b∗2d)
a,c∈R1

b,d∈R2

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Hinweise zur Lösung

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⟨R1,+1,∗1⟩ ist ein Ring, wenn

  • ⟨R1,+1⟩ eine kommutative (=abelsche) Gruppe ist und
  • ⟨R1,∗1⟩ eine Halbgruppe ist und
  • ∗1 distributiv +1 ist.

Analoges gilt für R2

Ausserdem ist R1×R2 folgendermassen definiert

  • R1×R2:=(a,b)|a∈R1∧b∈R2

Lösung von TheDon

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Ist ⟨R1×R2,+3,∗3⟩ ein Ring, also

  • ⟨R1×R2,+3⟩ eine kommutative Gruppe und
  • ⟨R1×R2,∗3⟩ eine Halbgruppe und
  • gilt das Distributivgesetz?

⟨R1×R2,+3⟩

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Abgeschlossenheit

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(a,b)+3(c,d)=(a+1c,b+2d)

a,c∈R1⇒a+1c∈R1b,d∈R2⇒b+2d∈R2⇒ abgeschlossen

[(a,b)+3(c,d)]+3(e,f)=(a,b)+3[(c,d)+3(e,f)]
[(a+1c,b+2d)]+3(e,f)=(a,b)+3[(c+1e,d+2f)]
(a+1c+1e,b+2d+2f)=(a+1c+1e,b+2d+2f)

Beide Seiten der Gleichung sind tatsächlich ident, daher ist auch die Assoziativität gegeben.

Neutrales Element

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(a,b)+3(x,y)=(a,b)=(x,y)+3(a,b)
(a+1x,b+2y)=(a,b)=(a+1x,b+2y)

a+1x=a⇒x=Neutrales Element aus R1(e1)
b+2y=b⇒y=Neutrales Element aus R2(e2)

(e1,e2) ist das Neutrale Element von R1×R2.

Inverse Elemente

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(a,b)+3(c,d)=(e1,e2)=(c,d)+3(a,b)
(a+1c,b+2d)=(e1,e2)=(a+1c,b+2d)

a+1c=e1⇒c=−a
b+2d=e2⇒d=−b

(−a,−b) ist das inverse Element zu (a,b).

Die Kommutativität haben wir bereits beim neutralen bzw. inversen Element gezeigt.

Schlussfolgerung

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⟨R1×R2,+3⟩ ist eine kommutative Gruppe.

⟨R1×R2,∗3⟩

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Abgeschlossenheit

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(a,b)∗3(c,d)=(a∗1c,b∗2d)

a,c∈R1⇒a∗1c∈R1b,d∈R2⇒b∗2d∈R2⇒ abgeschlossen

[(a,b)∗3(c,d)]∗3(e,f)=(a,b)∗3[(c,d)∗3(e,f)]
[(a∗1c,b∗2d)]∗3(e,f)=(a,b)∗3[(c∗1e,d∗2f)]
(a∗1c∗1e,b∗2d∗2f)=(a∗1c∗1e,b∗2d∗2f)

Beide Seiten der Gleichung sind tatsächlich ident, daher ist auch die Assoziativität gegeben.

Schlussfolgerung

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⟨R1×R2,∗3⟩ ist eine Halbgruppe

∗3 distributiv +3

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Distributivität von ⟨R1,+1,∗1⟩
a∗1(b+1c)=a∗1b+1a∗1c

Distributivität von ⟨R2,+2,∗2⟩
a∗2(b+2c)=a∗2b+2a∗2c

Distributivität von ⟨R1×R2,+3,∗3⟩
(a,b)∗3[(c,d)+3(e,f)]=(a,b)∗3(c,d)+3(a,b)∗3(e,f)
(a,b)∗3[c+1e,d+2f]=(a∗1c,b∗2d)+3(a∗1e,b∗2f)
(a∗1(c+1e),b∗2(d+2f))=(a∗1c+1a∗1e,b∗2d+2b∗2f)
(a∗1c+1a∗1e,b∗2d+2b∗2f)=(a∗1c+1a∗1e,b∗2d+2b∗2f)

Da wieder beide Gleichungsseiten ident sind, ist auch ∗3 distributiv +3.

(Das ist falsch, oder? Bzw. nur teilweise richtig. Hier wurde nur bewiesen, dass es linksdistributiv ist, also a*(b+c) = a*b + a*c. Damit es "distributiv" ist, muss es gleichzeitig noch rechtsdistributiv sein: (a+b)*c = a*c + b*c. Siehe Buch S. 80.)

Antwort: Da du hast Recht. Man geht hier nach dem gleichen Prinzip vor, um die Rechtsdistributivität zu zeigen.

⟨R1×R2,+3,∗3⟩ ist ein Ring