TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 43

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Man untersuche die Folge (an)n∈ℕ auf Wohldefiniertheit und Konvergenz und bestimme gegebenenfalls den Grenzwert. (Die an sind für fast alle n∈ℕ definiert).

an=n⋅qn(−1<q<0).

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Satz 4.35:

Falls die Reihe ∑n≥0an konvergiert, so ist die Folge der Reihenglieder eine Nullfolge, d.h., an→0.

Satz 4.50 (Wurzelkriterium):

Falls es eine Zahl q gibt, so dass

|an|n≤q<1 für fast alle n,

dann ist ∑nan absolut konvergent. Falls hingegen

|an|n≥1 für unendlich viele n,

so ist ∑nan divergent.

Satz 4.51 (Limesform des Wurzelkriteriums):

Aus lim supn→∞|an|n<1 folgt die absolute Konvergenz der Reihe ∑nan und aus lim supn→∞|an|n>1 deren Divergenz.

Lösungsvorschlag von Yousif

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Die Folge ist für alle n∈ℕ wohldefiniert.

Idee: Die Folge als Reihe interpretieren, untersuchen, ob diese konvergiert und daraus schließen, dass diese gegen 0 konvergiert.

Wurzelkriterium:

limn→∞|nqn|n<1

limn→∞n⋅|qn|n<1

limn→∞nn⋅|qn|n<1

limn→∞nn⋅|q|nn<1

limn→∞nn⋅limn→∞|q|=1⋅|q|\color <1

|q|<1⟹|q|n<1

Also ist die Reihe absolut konvergent.

Daraus folgt, dass die Folge, bestehend aus den Folgengliedern der Reihe ∑n≥0n⋅qn für −1<q<0, eine Nullfolge ist, also limn→∞an=0. Der Grenzwert ist also 0.

Folgen reeller Zahlen

Siehe auch Hilfe:Analysis#Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 43.

Konvergenz von Folgen

Konvergenzeigenschaften von Folgen:

  1. Jede konvergente Folge ist beschränkt.
  2. Eine monotone Folge ist genau dann konvergent, wenn sie beschränkt ist.
    In ℝ (aber z.B. nicht in ℚ!) gilt:
    • an↗:limn→∞an=sup(an)n∈ℕ
    • an↘:limn→∞an=inf(an)n∈ℕ
  3. lim⁡xn=x,lim⁡yn=y⟹{lim⁡(xn±yn)=x±ylim⁡(xn⋅yn)=x⋅ylim⁡(xnyn)=xyyn,y≠0
Grenzwert

Eine reelle Zahl a heißt Grenzwert (oder Limes) der Folge (an)n≥0, falls in jeder ϵ-Umgebung von a fast alle Folgenglieder an liegen, d.h., falls

∀ϵ>0∃N(ϵ)∈ℕ∀n>N(ϵ):|an−a|<ϵ   (Definition 4.4)

Quotientenkriterium

Wenn |an+1an|≤q<1∀n≥n0, dann ist ∑an absolut konvergent.

Falls hingegen |an+1an|≥1∀n≥n0, dann ist ∑an divergent.   (Satz 4.52)

Wurzelkriterium

Wenn |an|n≤q<1∀n≥n0, dann ist ∑an absolut konvergent.

Falls hingegen |an|n≥1∀n≥n0, dann ist ∑an divergent.   (Satz 4.50)

Lösungsvorschlag von Har203

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--Har203 21:21, 15. Mär. 2026 (CET)

Man untersuche die Folge (an)n∈ℕ auf Wohldefiniertheit und Konvergenz und bestimme gegebenenfalls den Grenzwert. (Die an sind für fast alle n∈ℕ definiert). an=n⋅qn(−1<q<0).

Wir untersuchen, ob die Folge ⟨an⟩(n∈ℕ) für alle n≥0 definiert ist. Die Folgenglieder dieser Folge können nur durch den Sonderfall 00 undefiniert werden. Dieser Fall wird durch die Vorgabe von −1<q<0,q∈ℝ ausgeschlossen. Daher ist die Folge ⟨an⟩ nicht nur für fast alle, sondern für alle Folgenglieder definiert.

Betrachten wir das Verhalten dieser Folge. Diese Grenzwerte sind unsere Vermutungen:

Im Bereich um den Wert −0,001:limn→+∞n⋅qn=0.Im Bereich um den Wert −12,limn→+∞n⋅qn=0.Im Bereich um den Wert −0,9,limn→+∞n⋅qn=0.Im Bereich um den Wert −0,999999,limn→∞|n⋅qn|=0.Beim Wert 1 divergiert die Folge an=n⋅1n=n⟹limn→∞an=limn→∞n=∞.Beim Wert -1 springt die Folge zwischen positiven und negativen Werten an=(−1)n⋅n hin und her. Die Folge divergiert.


Wir werden zeigen, dass die Folge ⟨an⟩(n∈ℕ) eine Nullfolge ist. Wir werden hier das Quotientenkriterium nur zur Analyse des Wachstums der Folge anwenden. Zuerst betrachten wir die Folge mit positivem q:⟨bn⟩(n∈ℕ) mit den Folgenglieder von bn=n⋅rn, mit r=|q| mit 0<r<1. Weiters definieren wir eine Folge ⟨cn⟩(n∈ℕ) für die benötigten Quotienten, also cn=bn+1bn.

Quotientenkriterium

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cn=bn+1bn=(n+1)⋅rn+1n⋅rn<1⟹(n+1)⋅r<n⟹n⋅r+r−n<0⟹⟹n⋅(r−1)<−r⟹n>r1−r=11r−1, mit 1−r≥0⟹⟹n>r1−r=11r−1.


Monotonie der Quotientenfolge ⟨cn⟩.

Diese Folge ⟨cn⟩ ist streng monoton fallend: Es ist sofort erkennbar, dass die Folge limn→∞r⋅n+1n=r⋅limn→∞n+1n=r mit r⋅n+1n>r von oben gegen den Grenzwert r konvergiert.

Beweis: Streng monoton fallend

cn−cn+1=n+1n⋅r−n+2n+1⋅r=r⋅((n+1)/n−(n+2)/(n+1))==r⋅((n+1)2−n⋅(n+2)n⋅(n+1)=r⋅n2+2⋅n+1−n2−2⋅nn⋅(n+1)=r⋅1n⋅(n+1)>0

Das heißt, dass die Folge streng monoton fallend ist.


Es existiert ein (z.B.) s=1+r2 mit cn=bn+1bn≤s<1 für fast alle n∈ℕ.

⟹ Das heißt, die Folge ⟨cn⟩ konvergiert gegen den Grenzwert r.
⟹ Das heißt, die Folge ⟨bn⟩ konvergiert als Nullfolge gegen den Grenzwert 0.
⟹ Das heißt, die Folge ⟨|an|⟩ konvergiert als Nullfolge gegen den Grenzwert 0.


Für den Betrag gilt

|an|≥0 und |an|≥an oder |an|≥−an.

Der Grenzwert wird über den Betrag gebildet:limn→∞an=a, falls ∀ε>0,∃N(ε):n>N⟹|an−a|<ε. Wenn die Folge ⟨an⟩ gegen 0 konvergiert, also limn→∞|an|=0, dann gilt, dass es für jedes ε>0 ein N(ε) gibt, sodass für alle n>N(ε) gilt:|an|<ε. Das ist genau die Definition des Grenzwertes limn→∞an=0.

⟹ Das heißt, die Folge ⟨an⟩ konvergiert ebenfalls als Nullfolge gegen den Grenzwert 0. ◼


Wikipedia:

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