TU Wien:Analysis VO (Panholzer)/Prüfung 2012-07-03

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Quelle: Datei:TU Wien-Analysis VO (Panholzer) - Analysis 2012 07 03 panholzer.pdf

Beispiel 1 (8 Punkte)

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Unter Zuhilfenahme von in der Vorlesung kennen gelernten Konvergenzkriterien untersuche man die folgenden Reihen auf Konvergenz und gebe eine begründete Antwort, ob Konvergenz vorliegt oder nicht.

Hinweis: für Aufgabe (b) ist das Integralkriterium von Nutzen!

Aufgabe a (4 Punkte)

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R1=∑n≥1n!nn

Aufgabe b (4 Punkte)

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R2=∑n=2∞1n(ln⁡n)2

Beispiel 2 (8 Punkte)

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Mit Hilfe der Methode der Lagrange'schen Multiplikatoren bestimme man die lokalen Extrema der Funktion f(x,y,z)=2x+3y+6z auf der Kugeloberfläche einer Kugel mit Mittelpunkt (0,0,0) und R=7, also unter der Nebenbedingung x2+y2+z2=49.

Beispiel 3 (8 Punkte)

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Man bestimme die Lösung y(x) der linearen Differentialgleichung x2y′+xy=2, welche y(1)=1 erfüllt.

Beispiel 4 (8 Punkte)

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Aufgabe a (2 Punkte)

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Man gebe eine präzise Definition des Begriffes einer "Stammfunktion" F(x) einer gegebenen Funktion f(x).

Aufgabe b (2 Punkte)

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Man formuliere den Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung.

Aufgabe c (2 Punkte)

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An der Stelle x0∈ℝ gelte für die Funktion f(x), dass f′(x0)=0 und f″(x0)>0. Was besitzt dann die Funktion f(x) an der Stelle x0?

Aufgabe d (2 Punkte)

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Für die Ableitung einer differenzierbaren reellen Funktion f(x) gelte, dass f′(x)=0, für alle x∈ℝ. Was gilt dann für die Funktion f(x) selbst?

Beispiel 5 (8 Punkte)

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Lösungsvorschläge

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Quotientenkriterium:

|an+1an|⇒(n+1)!(n+1)(n+1)n!nn=nn(n+1)!(n+1)(n+1)=nn(n+1)n!(n+1)n(n+1)n!=(nn+1)n=(n⋅1n(1+1n))n=1(1+1n)n

Limesform:

limn→∞|an+1an|⇒limn→∞1(1+1n)n=1limn→∞(1+1n)n=1e


Konvergent, da 1e<1


Alternativ: Wurzelkriterium

unter Verwendung der Stirlingformel zur Approximation n!∼2πn⋅(ne)n

|an|n⇒2πn(ne)nnnnn=2πnn nen=2πnn n1en=2πnne

Limesform:

limn→∞|an|n⇒limn→∞2πnne=limn→∞2πnne=1e

Konvergent, da 1e<1

Integralkriterium (check ob integrierbar auf vorgegebenem Intervall):

R2=∑n=2∞1n(ln⁡n)2⇒f(x)=∫2∞1x(ln⁡x)2dx

Integration durch Substitution:

Substituiere u=ln⁡(x),u′=1x⇒dx=duu′=du11x=x du

∫ln⁡(2)∞1xu2 x du=∫ln⁡(2)∞1u2 du=∫ln⁡(2)∞u−2 du=[−1u]ln⁡(2)∞

[−1u]ln⁡(2)∞=limu→∞−1u−(−1ln⁡(2))=−1limu→∞u+1ln⁡(2)=−0+1ln⁡(2)=1ln⁡(2)

Da das Integral endlich ist, ist die Reihe gemäß des Integralkriteriums konvergent.

f(x,y,z)=2x+3y+6z , g(x,y,z)=x2+y2+z2−49


Lagrangefunktion bestimmen:

L(x,y,z,λ)=2x+3y+6z+λ(x2+y2+z2−49)


Gradient der Lagrangefunktion null setzen:

Lx=2+2xλ=0Ly=3+2yλ=0Lz=6+2zλ=0Lλ=x2+y2+z2−49=0


In diesem Fall lassen sich die ersten drei Gleichungen nach den jeweiligen Variablen umstellen, sodass sie in weiterer Folge in die letzte Gleichung eingesetzt werden können.


Lx:2+2xλ=0⇒x=−1λLy:3+2yλ=0⇒y=−32λLz:6+2zλ=0⇒z=−3λ


Eingesetzt in Lλ ergibt das:

(−1λ)2+(−32λ)2+(−3λ)2=491λ2+94λ2+9λ2=49 |⋅λ21+94+9=49λ2404+94=49λ2494=49λ2 |:49λ1,2=±14=±12

Daraus lassen sich die Werte x,y,z ganz einfach errechnen, indem in die ersten drei Gleichungen für λ eingesetzt wird:

Lx(λ1=+12):x=−1λ1x1=−2Lx(λ2=−12):x=−1λ2x1=+2Ly(λ1=+12):y=−32λ1y1=−3Ly(λ2=−12):y=−32λ2y2=+3Lz(λ1=+12):z=−3λ1z1=−6Lz(λ2=−12):z=−3λ2z2=+6


Dies ergibt folgende Punkte:

P1(−2,−3,−4)P2(+2,+3,+4)

Klassifizierung

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Inhomogene, lineare Differentialgleichung erster Ordnung der Form:

y′+a(x)y=s(x)

Lösung gegeben durch:

y(x)=yh(x)+yp(x)

x2y′+xy=2|:x2y′+yx=2x2y′+1xy=2x2

Somit gilt:

a(x)=1xs(x)=2x2

Lösung der Differentialgleichung

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1) Bestimmung der allgemeinen Lösung

yh(x)=Ce−∫a(x)dx

Eingesetzt:

yh(x)=Ce−∫−1xdxyh(x)=Ce−∫1xdxyh(x)=Ce−ln⁡|x|+C1yh(x)=Ce−ln⁡|x|eC1yh(x)=C1eln⁡|x|eC1yh(x)=C1|x|C2yh(x)=C31|x|yh(x)=C1x

2) Bestimmung der partikulären Lösung

yp=yh∫s(x)yhdxyp=C1x∫2x2C1xdxyp=C1x∫2x2C1xdxyp=1x∫2x21xdxyp=1x∫2xx2dxyp=2x∫1xdxyp=2xln⁡|x|+C

3) Bestimmung der Gesamtlösung

y(x)=C1x+2xln⁡|x|

Lösung der Differentialgleichung (ausführlich)

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1) Lösung der homogenen Gleichung durch "Trennung der Variablen":

y′+1xy=0|−1xyy′=−1xy|:ydydx1y=−1x|⋅dx1ydy=−1xdx|∫∫1ydy=−∫1xdxln⁡|y|=−ln⁡|x|+C|e...eln⁡|y|=e−ln⁡|x|+C|y|=e−ln⁡|x|eC|y|=1eln⁡|x|eC|y|=C1|x|

Somit lautet die allgemeine Lösung der homogenen Gleichung:

yh(x)=C1x

2) Bestimmung der partikulären Lösung der inhomogenen Gleichung durch "Variation der Konstanten":

yp(x)=C(x)1x

Bildung der ersten Ableitung unter Verwendung der Produktregel:

yp′(x)=C(x)′1x−C(x)1x2

Eingesetzt in die inhomogene Gleichung kann C(x) berechnet werden:

yp′(x)=−1xy+2x2

C(x)′1x−C(x)1x2=−1x(C(x)1x)+2x2C(x)′1x−C(x)1x2=−C(x)1x2+2x2C(x)′1x−C(x)1x2=−C(x)1x2+2x2C(x)′1x=2x2|⋅xC(x)′=2x|∫C(x)=2∫1xdxC(x)=2ln⁡|x|+C

Somit lautet die partikuläre Lösung:

yp(x)=2xln⁡|x|

3) Bestimmung der Gesamtlösung

y(x)=C1x+2xln⁡|x|

Lösung des Anfangswertproblems

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Die Lösung der Differentialgleichung soll laut Angabe folgendes erfüllen: y(1)=1

Einsetzen in die Lösung der Differentialgleichung und C bestimmen:

y(x)=C1x+2xln⁡|x|1=C11+21ln⁡|1|1=C+2ln⁡(1)(ln⁡(1)=0)1=C

Lösung des Anfangswertproblems:

y(x)=1x+2xln⁡|x|

Buch Seite 221: Definition 5.38

Buch Seite 231: Satz 5.55

Buch Seite 214: Satz 5.25

f(x) ist eine konstante Funktion, also eine zur x-Achse parallele Gerade.