TU Wien:Analysis VO (Panholzer)/Prüfung 2013-05-08

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Quelle: Datei:TU Wien-Analysis VO (Panholzer) - Prüfung 08-05-2013.pdf

Gegeben ist die reelle Folge (an)n≥1 mit an=n124n3+n.

Man zeige Konvergenz und Grenzwert mittels bn≤an≤cn. Man benenne und formuliere das Kriterium.

Gegeben bivariate reelle Funktion f(x,y)=x2+3y2+exy.

Man gebe die Gleichung der Tangentialebene (= lineare Approximation) T(x,y) von f im Punkt (x0,y0)=(0,1) an.

Man bestimme alle Punkte (x,y) an denen f eine horizontale Tangentialebene besitzt (= stationärer Punkt).

Man bestimme die Lösung der Differentialgleichung f″(x)=12f′(x)+12f(x)+3ex.

f(0)=1;f′(0)=3

Definition Häufungspunkt

Definition Grenzwert

Wann sind zwei Folgen asymptotisch gleich?

  • cn=o(1n)
  • 1n=o(cn)
  • cn=?

Lösungsvorschläge

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an=n124n3+nan=nn(4n2+1)an=nn4n2+1an=14n2+1

Größere Folge bestimmen

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(cn)n≥1 mit cn=14n2=12n

Kleinere Folge bestimmen

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(bn)n≥1 mit bn=19n2=13n

Grenzwerte bestimmen

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limn→∞bn=limn→∞cn=0

da bn≤an≤cn folgt daraus

limn→∞an=0

Formulierung und Benennung

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Sandwich-Theorem:

Seien bn und cn zwei konvergente Folgen für die gilt

limn→∞bn=limn→∞cn=a

Sei an eine Folge für die gilt

bn≤an≤cn

dann folgt daraus

limn→∞an=a

f(x,y)=x2+3y2+exy mit x0=0,y0=1

Ableitungen bilden:

fx(x,y)=2x+yexyfy(x,y)=6y+xexy

In Ableitungen einsetzen:

fx(0,1)=2⋅0+1⋅e0⋅1=1fy(0,1)=6⋅1+0⋅e0⋅1=6

In originale Funktion einsetzen:

f(0,1)=02+3⋅12+e0⋅1=3+1=4

Alle Werte in Formel einsetzen:

z=f(x0,y0)+fx(x0,y0)⋅(x−x0)+fy(x0,y0)⋅(y−y0)z=4+1(x−0)+6(y−1)z=4+x+6y−6z=x+6y−2

f′′(x)=12f′(x)+12f(x)+3exy′′=12y′+12y+3exy′′−12y′−12y=3ex

Bestimmung der allgemeinen Lösung

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Störfunktion null setzen:

y′′−12y′−12y=0

Lösung durch Exponentialansatz:

yh(x)=eλx, yh′(x)=λeλx, yh′′(x)=λ2eλx

Einsetzen:

λ2eλx−12λeλx−12eλx=0|:eλx

Charakteristische Gleichung:

λ2−12λ−12=0

Nach λ lösen:

λ1,2=14±116+12λ1,2=14±116+816λ1,2=14±916λ1,2=14±34

λ1=1, λ2=−12

Da λ1≠λ2 und reell, lautet die allgemeine Lösung:

yh(x)=C1ex+C2e−12x mit C1,C2∈ℝ

Bestimmung der partikulären Lösung

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Ansatz anhand der Störfunktion 3ex wählen:

Achtung: wäre laut Tabelle yp(x)=Aex ist jedoch falsch, weil es hierbei zu einem Resonanzfall kommt, da der Ansatz (Aex) in der Lösung der homogenen Gleichung bereits enthalten ist (C1ex). Um die lineare Unabhängigkeit zu gewährleisten, muss der Ansatz also noch mit x multipliziert werden. (Das muss so lange wiederholt werden bis der Ansatz nicht mehr in der Lösung der homogenen Gleichung vorkommt.)

yp(x)=Aexx

Ableitungen bilden:

yp′(x)=Aex+xAex=Aex(1+x)yp′′(x)=Aex+Aex+xAex=Aex(2+x)

Einsetzen in inhomogene Gleichung:

y′′−12y′−12y=3exAex(2+x)−12Aex(1+x)−12Aexx=3ex|:exA(2+x)−12A(1+x)−12Ax=32A+Ax−12A−12Ax−12Ax=32A−12A=332A=33A=6A=2

Die partikuläre Lösung lautet somit:

yp(x)=x2ex

Bestimmung der Gesamtlösung

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y(x)=yh(x)+yp(x)

y(x)=C1ex+C2e−12x+x2ex

Lösung des Anfangswertproblems

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f(0)=1, f′(0)=3

Einsetzen in Lösung der Differentialgleichung:

1=C1e0+C2e−12⋅0+0⋅2e01=C1+C2

Einsetzen in die erste Ableitung der Lösung der Differentialgleichung:

y′(x)=C1ex−12C2e−12x+2ex+x2ex3=C1e0−12C2e−12⋅0+2e0+0⋅2e03=C1−12C2+2|−21=C1−12C2|+12C2C1=1+12C2

C1 in oberer Gleichung einsetzen:

1=C1+C21=1+12C2+C21=1+32C2

Daraus folgt:

C1=1, C2=0

Die Lösung der Differentialgleichung lautet somit:

y(x)=ex+x2ex

Wenn in jeder ε-Umgebung von a unendlich viele Folgenglieder liegen, so ist a ein Häufungspunkt von (an)n≥0.

Eine reelle Zahl a heißt Grenzwert (oder Limes) der folge (an)n≥0, falls in jeder ε-Umgebung von a fast alle Folgenglieder an liegen, d.h. falls

∀ε>0  ∃N(ε)∈ℕ  ∀n>N(ε):|an−a|<ε

gilt.

Zwei Folgen sind asymptotisch gleich (an∼bn)wenn gilt:

limn→∞anbn=1

cn=o(1n)⇒limn→∞cnn−12=0

1n=o(cn)⇒limn→∞n−1cn=0

n−12>cn>n−1

Falls eine bestimmte Lösung für cn angegeben werden soll eignet sich z.B.:

cn=n−34

Kann ggf. wie folgt auf Richtigkeit geprüft werden:

n−34=o(1n)⇒limn→∞n−34n−12=limn→∞n−34n−24=limn→∞n−54=limn→∞1n54=0

1n=o(n−34)⇒limn→∞n−1n−34=limn→∞n−44n−34=limn→∞n−74=limn→∞1n74=0