TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 348

Aus VoWi
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gegeben sei die Funktion f:ℝ2→ℝ mit

f(x,y)={1falls y−1=(x−1)2>00sonst.

Zeigen Sie: f ist an der Stelle (1,1) unstetig, aber an dieser Stelle existieren alle Richtungsableitungen und sind identisch 0.

Dieses Beispiel hat einen unbekannten Lösungsstatus. Bitte editiere diese Seite und schreibe den dir bekannten Status ins Beispiel. Die möglichen Werte sind hier: Vorlage:Beispiel dokumentiert. Führe folgende Änderung durch:
{{Beispiel|1=
Angabetext
}}

oder

{{Beispiel|
Angabetext
}}

zu (im Falle einer korrekten, unverifizierten Lösung "solved". Auch möglich "unsolved", "wrong", "verified_by_tutor". Alle möglichen Werte sind hier: Vorlage:Beispiel dokumentiert.)

{{Beispiel|status=solved|1=
Angabetext
}}


Lösungsvorschlag von andrey

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnen wir mit dem, dass wir die Angabe entschlüsseln. Es ist eine Parabel mit Scheitelpunkt im (1, 1) in impliziter Form gegeben. Explizite Gleichung dieser Parabel lautet y=g(x)=x2−2∗x+2, auf die wir später noch zu sprechen kommen werden. Die Funktion nimmt also den Wert 1 für alle Punkte auf den Ästen der Parabel an und 0 andernfalls. Die einzige Ausnahme zu dieser Regel ist der Scheitelpunkt selbst, wo die Funktion wegen der verletzten Bedingung (x−1)2>0 ebenfalls den Wert 0 annimmt.

Zur Erinnerung: Eine Funktion ist genau dann stetig, wenn für eine beliebige Folge an→ der Grenzwert der Funktionswerte gleich der Funktion der Grenzwerte ist. Um die Stetigkeit zu widerlegen, müssen wir also eine Folge finden, die selbst zu (1,1) konvergiert, der Grenzwert der Funktionswerte jedoch ungleich f(1,1)=0 ist.

Wir betrachten nun die Folge an→=(1+1n,g(1+1n)). Klarerweise liegt jedes der Folgenglieder an→ auf den Ästen der Parabel und die Folge konvergiert zu (1,1), wodurch f(an)=1 für alle an→ gilt. Die Funktion ist also nicht stetig, weil limn→∞f(an→)=1≠0 ist.

Richtungsableitungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Definition der Richtungsableitung an der Stelle x0→ lautet limh→0f(x0→+h∗v→)−f(x0→)h, wo v→ für einen beliebigen Einheitsvektor steht. Wenn wir nun für x0→=(1,1) einsetzen und vereinfachen, erhalten wir limh→0f((1,1)+h∗v→)h. Konzeptuell entspricht f((1,1)+h∗v→) einer Geraden durch den Punkt (1,1) mit der Richtung v→, auf der abhängig von dem Wert h ein Punkt herauf und herunter verschoben wird. Da eine Gerade und eine Parabel maximal zwei Schnittpunkte haben können, wird f((1,1)+h∗v→) für fast alle h genau 0 sein.

limh→0f((1,1)+h∗v→)h=limh→00h=0

Demzufolge existieren alle Richtungsableitungen und sind identisch 0.