TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 96

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Man untersuche, für welche x∈ℝ die folgende Funktionenreihe konvergiert:

∑n=1∞n2n−1(x−1)n

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Lösungsvorschlag von Yousif

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∑n=1∞12n−1(x−1)n

x0=1,an=12n−1

Konvergenzradius mittels Quotientenkriterium in der Limesform:

limn→∞|12(n+1)−112n−1|=limn→∞|2n−12(n+1)−1|=limn→∞|2n−12n+1|=limn→∞|n(2−1n)n(2+1n)|=limn→∞|2−1n2+1n|=|2−02+0|=1

R=11=1

|x−1|<1⟹ konvergiert (absolut)

|x−1|>1⟹ divergiert 

Randfälle:

x=0:

∑n=1∞12n−1(−1)n Nach dem Konvergenzkriterium von Leibniz ist die Reihe (bedingt) konvergent.

x=2:

∑n=1∞12n−1 Nach dem Minorantenkriterium ist die Reihe divergent.

Zusammenfassung:

∑n=1∞12n−1(x−1)n:={ divergent für x<0 bedingt konvergent für x=0 absolut konvergent für 0<x<2 divergent für x=2 divergent für x>2

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Lösungsvorschlag von Kallisto

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Wir setzen die gegebene Reihe in die Limesform des Quotientenkriteriums ein und untersuchen dann, für welche x die Ungleichung limn→∞|an+1an|<1 gilt:

|an+1an|=|12(n+1)−1(x−1)n+112n−1(x−1)n|(kuerzen)=|12(n+1)−1(x−1)12n−1|(Doppelbruch aufloesen)=|(x−1)(2n−1)2(n+1)−1|(Klammern berechnen)=|2nx−x−2n+12n+2−1|=|2nx−x−2n+12n+1|(n herausheben)=|n(2x−1nx−2+1n)n(2+1n)|=|2x−xn−2+1n2+1n|(Grenzwertregeln)⇒limn→∞|an+1an|=|2x−0−2+02+0|=|2x−22|=|2(x−1)2|=|x−1|<1

Somit ist die Funktionenreihe für alle x∈(0,2) absolut konvergent, da in diesen Fällen diese Ungleichung erfüllt ist.

Da die Limesform des Quotientenkriteriums keine Aussage bzgl. limn→∞|an+1an|=1 macht, müssen wir die Randfälle extra untersuchen.

Bei x=0 gibt es einen Sonderfall, denn dadurch bekommt die Reihe folgende Form:

∑n=1∞12n−1(−1)n=∑n=1∞(−1)nan, wobei an=12n−1

Bei x=0 ist die Reihe also alternierend. Da an offensichtlich eine monoton fallende Nullfolge ist, folgt aufgrund des Konvergenzkriteriums von Leibniz, dass die Reihe bedingt konvergent ist für x=0.

Bei x=2 erhalten wir die Form

∑n=1∞12n−1

welche der harmonischen Reihe ∑n≥11n ähnlich ist. Da bereits bekannt ist, dass die harmonische Reihe divergiert, können wir diese als Minorante verwenden, da

12n−1>12n=12⋅1n

gilt. Es folgt aus dem Minorantenkriterium, dass die Funktionenreihe für x=2 divergent ist.

D.h. abschließend, dass die gegebene Funktionenreihe für x∈[0,2) konvergiert.