TU Wien:Computerunterstütztes Japanisch VO,UE (Simoncsics, Guss, Kahr)

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Computergestützt ist die Vorlesung nur sehr bedingt, da das Computerprogramm aus lizenzrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden darf.

Daten[Bearbeiten]

Voraussetzungen[Bearbeiten]

Keine. Die Voraussetzungen wären der Wille, eine neue Sprache zu lernen und genug Geld um das Japanisch-Wörterbuch zu erstehen (s.Literatur).

Inhalt[Bearbeiten]

  • Erstes Semester:
Japanischer Sprachkurs mit starkem Fokus auf Grammatik und Satzkonstruktionen.
  • Zweites Semester
Japanische Texte mithilfe eines vom Vortragenden entwickelten Japanisch-Wörterbuchs verstehen und übersetzen.

Zum System

Das verwendete mnemotechnische System zum Finden und Übersetzen von chinesischen Schriftzeichen in japanischen Schriftstücken, hat seine Vor- und Nachteile. Es verwendet eigens kreierte Fromgruppen statt den traditionellen Radikalen, um gemeinsam mit Strichanzahl die Suche auf meist 20-30 Kanji zu begrenzen. Eine Einführung in das System ist auf der Homepage der KeyStation verlinkt.

Vortragsstil[Bearbeiten]

Professor Simoncsics ist schwierig, etwas emotional, starrsinnig und begibt sich auch mal in Streitgespräche mit Studierenden. Seine Umgangsformen lassen manchmal zu wünschen übrig (z.B. Pfeifen um Aufmerksamkeit, Zweideutigkeiten, ...). Wer Gerd Baron kennt und nicht gleich in der ersten Stunde weglaufen wollte, sollte kein Problem haben.

Seit einigen Jahren (Stand WS 2011) wird die LVA langsam an Christoph Guss übergeben (Prof. Simoncsics ist bereits emeritiert und auch nicht mehr der Jüngste). Laut Vorbesprechung hat er (Guss) im Vorjahr ca. 50% der Vorlesung gehalten. Im Zyklus 2011W/2012S waren es ca. 80% (Einschätzung des Autors). 2015W/2016S war Prof. Simoncsis krankheitsbedingt nur um die 5mal in der Vorlesung und hat dabei nur eine Stunde vorgetragen. Wer diverse, zum Teil sehr emotionale Erfahrungsberichte über die Vorlesung gelesen hat und daher vielleicht etwas abgeschreckt ist, muss sich keine Sorgen machen. Da Prof. Simoncsics nicht mehr so viel da ist, ist es auch nicht schwierig mit ihm auszukommen.

Man kann beobachten, dass er die diversen obigen Eigenschaften an den Tag legt, wenn es ihm zu stressig/viel/anstrengend wird. Jedoch kommt er eh nur wenn sein Blutdruck es erlaubt (eigene Angabe). Auch wenn es zu Beginn heißt, er schaue heute noch vorbei, muss das nicht wirklich eintreffen. Ist er dann doch da, ist er meistens gut gelaunt und hält auch dann nur einen kleineren Teil der Vorlesung (30-50 Minuten), denn das Reden strengt ihn sichtlich an. Er erzählt dann gerne Anekdoten (das tut Herr Guss übrigens auch gern ;-), welche meist sehr interessant sind.

Es empfiehlt sich allerdings, ihn nicht mit zu viel Fragen zu löchern. Er hat die unangenehme Eigenschaft, die gestellten Fragen gelegentlich nicht richtig zu verstehen und antwortet dann ggf. auf etwas anderes. Auch wenn die restlichen LVA Leiter versuchen diesen Irrtum zu korrigieren, gelingt dies nicht immer. Wollen sie dann selbst auf die Frage antworten, weist er sie darauf hin, dass sie die Frage falsch verstanden haben. Als fragender Studierender kommt man nur mehr schwer zu Wort (wer schon mal in der VO war weiß, was ich meine :). Spart euch eure Fragen lieber auf, bis nur die andern beiden da sind. Ihr erhaltet dann eine umfangreiche, zufriedenstellende Erklärung.

Die "jüngere Generation" des LVA-Teams pflegt generell ein angenehmeres, lockereres Klima. Ihr könnt bei ihnen jederzeit alles japan(isch)betreffende nachfragen. Die folgenden Erörterungen sind in der Regel sehr unterhaltsam.

Der Stoff ist, wenn man einen schnellen Einstieg in die japanische Sprache sucht, gut verständlich. Flüssiges Sprechen lernt man in diesem Kurs jedoch leider nicht. Das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf der Grammatik. Diese durchblickt ihr zum Schluss hingegen vollständig. Wer ein wenig über die japanische Sprache bescheid weiß, weiß, dass das an sich keine triviale Sache ist.

Der Stoff wird immer wieder durch (teilweise interessante) Anekdoten (Leben und Arbeiten in Japan, Höflichkeit, Erdbeben ...) aufgelockert. Die Übungsleiterin Yukiko ist selbst Japanerin und liest des öfteren in der Vorlesung japanische Texte (schnell, aber klar) vor. Die Studierenden "müssen" dann das Ganze Satz für Satz nachsagen, man bekommt ein richtiges Feeling wie in jap. Schulen ;-)

Aufwand[Bearbeiten]

Es gibt regelmäßige Hausübungen (ca. 10 über beide Semester verteilt), für die man bis 2 Wochen nach der Vorlesung Zeit hat (Aufwand: max. 1 Std/HÜ). Abgabe bei der Vorlesung oder per Email.

Es wird vom LVA-Team mindestens eine 80%-ige Anwesenheit vorausgesetzt. Nach den ersten paar Vorlesungen gab es jedes Mal eine Anwesenheitsliste (2016/17). Die Merkblätter decken zwar alles zu 100% ab, jedoch konvergiert der Lernaufwand bei regelmäßiger Anwesenheit und Aufmerksamkeit gegen ein 𝜺 > 0. Die ergänzenden Anmerkungen des Vortrags zahlen sich definitiv aus!

Es empfiehlt sich wirklich von Anfang mitzulernen (ja das sagen immer alle, hier aber ausnahmsweise einmal wirklich). Viele Studierenden steigen nach Weihnachten aus der LVA aus, weil sie plötzlich nur mehr Spanisch, äh Japanisch verstehen. Die Grammatik dieser Sprache ist so komplex, dass an dieser Stelle die Meisten mit einem Nachlernen des Stoffes überfordert sind, da man in der Regel ja auch noch andere Fächer hat. Man sollte sich am Anfang jedenfalls nicht abschrecken lassen, weil vieles undurchschaubar komplex und unverständlich wirkt. Wer dran bleibt wird sehen, dass am Ende vieles eigentlich sehr einfach ist. Man muss nur die Geduld aufbringen durchzuhalten, bis man genug gehört hat, um das große Ganze auch sehen zu können.

Jedenfalls ist das Ganze für insgesamt 12 ECTS (ihr erhaltet nach 2 Semester 4 Zeugnisse, á 3 ECTS, 2 davon ins Wintersemester rückdatiert) mehr als gerechtfertigt. Es gibt genügend 3 ECTS-VUs, die mehr Aufwand darstellen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Merkblätter
Zu jeder Vorlesungseinheit werden den angemeldeten Studierenden Lernunterlagen per TISS ausgeteilt. An Studierende ohne TISS Zugang werden diese per Mail verschickt.
  • Japanese-English Code Dictionary
Kosten: etwa EUR 95,-
6000+ Kanji, 81000+ Begriffe (Die Kanji-Liste ist vollständig, d.h. wenn ein Kanji nicht im Wörterbuch vorkommt, ist es nicht vom japanischen Staat anerkannt)
  • Japanisch-Deutsches Code Wörterbuch
Kosten: mit Code Dictionary gratis; einzeln: etwa EUR 35,- (jedoch aus diversen sehr unterhaltsamen Gründen nicht im Handel erhältlich
12800 meist gebrauchte Begriffe. Nicht mehr sehr viele Exemplare vorhanden, im SS 17 hat Herr Guss gesagt, dass er nur mehr ein paar einzelne hat und es danach keine einzelnen mehr gibt, sondern nur mehr in Kombination mit dem großen Wörterbuch.
  • Kana Heft
A4-Wörterbuch mit (geschätzt) 30 Seiten; enthält sowohl Hiragana-Wörter für die es keine Kanji gibt, als auch viele Katakana-Wörter. Für die LVA recht praktisch, ersetzt aber - für alle die sich später weiter mit Japanisch befassen wollen, sicher kein echtes Wörterbuch. Stefan Kögl 21:14, 4. Jul. 2010 (CEST)

Prüfung[Bearbeiten]

Da es sich bei dieser LVA eigentlich um eine VU über 2 Semester handelt (das TISS so etwas aber nicht vorsieht), gibt es nur eine Prüfung am Ende des Sommersemesters, welche sowohl für Japanisch I wie auch Japanisch II, sowohl VO wie auch UE, zählt. Ihr erhaltet danach 4 Zeugnisse, 2 auf das Wintersemester rückdatiert, welche alle die Note der Prüfung tragen.

Die Prüfung läuft wie folgt ab:

  • Alle Unterlagen aus der VO erlaubt (Skriptum = Merk-/ Grammatikblätter, Vokabellisten, Wörterbücher des Professors)
  • All jene die Deutsch nicht als Muttersprache haben, dürfen auch ein Wörterbuch für Deutsch und ihrer Sprache verwenden. Jedoch ist kein Wörterbuch in die japanische Sprache (zB Japanisch-Französisch) erlaubt. Die einzigen erlaubten Wörterbücher wo Japanisch vorkommen darf sind die, wo als Author der Name "Simoncsics" draufsteht ;-)
  • 3 Stunden Zeit (früher anscheind nur 2 Stunden). Für jene die dann immer noch nicht abgeben wollen, wird auch schon mal noch eine halbe Stunde drangehängt. Es ist aber auch so mehr als genug Zeit, einen Zeitstress gibt es nicht. Das macht die Prüfung durchaus angenehm.

Es sind 5 nicht-trivial aufgebauten japanischen Sätzen, im Schwierigkeitsgrad wie sie zuvor oft geübt werden, wie folgt zu bearbeiten:

  • den SIM-Code zu allen Kanji bilden
  • die Aussprache in Romaji schreiben
  • den Satz wie in der VO gelernt grammatikalisch Analysieren (der einzige Teil, der an sich schwierig sein kann). Es gibt die Geschichte, dass ein jap. Austauschstudent einmal die Prüfung geschrieben hat und dabei nur den Text frei übersetzt hat. Er war damit zwar nach 15 Minuten fertig, ist aber glatt durchgefallen, da er semantisch übersetzt hat. Die Kernaufgabe der Prüfung besteht aber in der Kodifizierung der Kanji und der syntaxorientierten gram. Analyse/Übersetzung.
  • eine grammatikalisch *präzise* Übersetzung anfertigen (nicht nur sinngemäß!). Eine gewisse stilistische Freiheit ist aber schon erlaubt. Ansonsten wären viele Übersetzungen keine ordentlichen deutschen Sätze (Bsp: "Was mich betrifft, Erdbeeren sind liebevoll" ist die wörtliche Übersetzung des jap. Äquivalents zu "Ich mag Erdbeeren"). Jedoch muss der durch die Grammatik beschriebene Bezug von Satzteilen zueinander erhalten bleiben.

Gewertet werden die 4 besten Übersetzungen. Solltet ihr also einen Satz nicht können, so könnt ihr diesen bedenkenlos auslassen. Übersetzt ihr alle 5, wird in die Bewertung der mit den meisten Fehlern einfach nicht mit einbezogen.

Tipps[Bearbeiten]

  • Nicht auf hitzige Diskussionen mit Prof. Simoncsics einlassen
  • Stattdessen lieber Herrn Guss bzw. Yukiko fragen, da erhaltet ihr auch eine ausführliche, zufriedenstellende Antwort
  • Regelmäßiges Abgeben der Hausübungen
  • Nicht verzweifeln und dran bleiben. Es ist eigentlich viel leichter, als es die ersten paar Monate vielleicht den Eindruck erweckt :)
  • Meiner Meinung nach genau anders herum: Zu Beginn eher einfach, die LVA wird dann aber schnell sehr viel schwerer
  • Nicht zurückfallen in der LVA. Aufholen kann dann relativ stressig werden.
  • Lieber für die 1. Prüfung lernen, die 2. war schwerer.

Weitere Information[Bearbeiten]

Eine interessante, wenn gleich auch schon etwas ältere Übersicht über Japanischvorlesungen an den Wiener Universitäten gibt es auf der Homepage von Andreas Berger

ähnliche LVAs[Bearbeiten]

Andere Darstellung/Meinung (bezieht sich teilweise noch auf den alten Modus der LVA)[Bearbeiten]

Ziel ist es, in 2 Semester übersetzen zu können, daher sollte uns nicht kümmern, wie ein jap-wb aufgebaut ist oder wie welches Kanji verändert oder übernommen wurde oder welches Kanji wieviele Lesarten und welche in welcher Verbindung hat usw. oder zu welchem Radikal ein Kanji gehört oder irgendwas, was man wissen sollte, wenn man ein gewöhnliches WB verwenden will. Der Code geht ganz einfach: man schaut welche von 9 formen das Kanji ähnlich schaut und zählt dann die Striche, die zu diesem formbestimmenden Teil gehören und die restlichen Striche. ZB. Formgruppe 8, zwei Striche bilden die Formgruppe und Kanji besteht aus noch 6 weiteren Strichen = 80206 (ein Dreieck ohne Hypotenuse :-) mit horizontaler Kathete von links nach rechts und vertikaler Kathete von rechts oben nach rechts unten zählt als ein Strich [Regel der japanischen Kalligraphie]). Viel Spass beim Suchen in einem gewöhnlichen Wörterbuch, was angeblich bis zu 40 minuten dauern kann *freu*. Im WB sucht man dann logischerweise nach 80206 (numerisch geordnet :-D).

Ich finde das Code-System super, weil, auch wenn es länger dauert (fehlende Vokabelkenntnisse: nicht mit 2-semestrigem Japanologie Studium zu vergleichen, die die Kanjis LERNEN [müssen]), könnte ich auch schon - so trau ich mich, zu behaupten - kürzere Zeitungspassagen übersetzen (natürlich nicht ohne sein WB)

Nach welchem 2 semestrigen kurs mit 2h VO die woche und einer 3h übung, für die man 1h in 2 wochen also effektiv 0,5 h UE aufwenden muss (insgesamt fette 10 stunden nach 2 semestern [prüfung am ende des 2. semesters]), wobei KEINE anwesenheitspflicht besteht (hü und unterlagen über mail), kann man das sonst noch - ohne vorkenntnisse?

Gegenmeinung[Bearbeiten]

Man kann nach Beendigung der LVA nicht Japanisch. Garnicht. Auch nicht wenn man ein Sehr gut hat. Das Wörterbuch ist auch bei weitem nicht so einzigartig wie es der Professor einen glauben lassen möchte. Es gibt andere Codesysteme, und ich würde das Simoncsics-System sogar als unnötig kompliziert und inkonsistent bezeichnen. Das gibt er eigentlich sogar zu, ich glaube es war bei 気, nicht dass er das als Kritik gelten lassen würde. Gibt es mittlerweile eine (verfügbare!) Softwareversion? Die hat man vor ein paar Jahren noch aus dubiosen Gründen nicht bekommen, die übliche Copyright-Paranoia etc. Ich kann die LVA mit Vorbehalten (Unangenehmer Zeitgenosse Simoncsics) "empfehlen" wenn man billig einen Haufen ECTS braucht. Japanischunterricht hat die Universität Wien aber um längen besser drauf, auch nicht perfekt aber das ist eine ganz andere Liga.

Verbesserungsvorschläge / Lob / Kritik[Bearbeiten]

  • Positiv ist definitiv die lockere Atmosphäre. Generell kann man mit dem LVA-Team vieles besprechen. Z.B. wenn man öfter keine Zeit hat, als zweimal pro Semester (Test, Krankheit, sonstige gute Gründe), dann sollte das kein großes Problem sein. Verbesserungen können bis zum Ende der LVA abgegeben werden. Die Kompromisse halten sich allerdings immer an den Rahmen der LVA, d.h. keine Hausaufgaben oder nur 1-2 abgeben reicht auch nicht.
  • Verbessert werden kann meiner Meinung nach der Vortrag. Hier handelt es sich wirklich eher um eine Vorlesung der Folien. Die sind zwar gut gestaltet, allerdings wären mehr Beispiele wünschenswert gewesen. Die könnten z.B. an der Tafel erarbeitet werden, um (vor allem später) kompliziertere Konzepte verständlich zu zeigen. Aktuell muss vieles im Selbststudium erarbeitet werden.