TU Wien:Einführung in wissensbasierte Systeme VU (Egly)/Prüfung 2020-01-09

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Beispiel 1: Logikbasierte Wissensrepräsentation

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Wir haben das Zeichen ⊨ in zwei unterschiedlichen Anwendungen kennen gelernt. Geben sie eine formal korrekte Definition für jede der beiden Anwendungen an. Erklären Sie auch den Unterschied zwischen ⊨ und →. (4.5 Punkte)

Zeigen Sie mit Hilfe von Interpretationsstrukturen der Prädikatenlogik erster Stufe, dass das Deduktions Theorem gültig ist.(4 Punkte)

Gegeben sei die Wissensbasis

Γ:={∀x∀y(R(x,y)→S(x,y)),∀x∀y(S(x,y)→R(y,x))}.

Verwenden Sie TC1 um zu zeigen, dass der Satz ∀x∀y(R(y,x)→R(x,y)) eine logische Konsequenz von Γ ist.

(4 Punkte)


Überprüfen Sie, welche Eigenschaften auf die nachfolgend angeführten Formeln zutreffen und kreuzen Sie jeweils alle zutreffenden Eigenschaften an: (3 Punkte)

Multiple Choice-Quiz:

  

1

∀x∃yR(x,y)↔∃x∀yR(x,y)

erfüllbar (satisfiable)
widerlegbar (refutable)
Tautologie (tautology)
Kontradiktion (contradiction)

2

¬(A→¬(A→¬B))∧B

erfüllbar (satisfiable)
widerlegbar (refutable)
Tautologie (tautology)
Kontradiktion (contradiction)

3

∀x(P(x)∧¬P(x))→∀xQ(x)

erfüllbar (satisfiable)
widerlegbar (refutable)
Tautologie (tautology)
Kontradiktion (contradiction)

Kreuzen Sie Zutreffendes an: (3 Punkte)

Multiple Choice-Quiz:

  

1

Da TC1 nicht immer terminiert, kann TC1 nicht korrekt sein.

richtig
falsch

2

Die leere Disjunktion ist in allen Interpretationsstrukturen falsch.

richtig
falsch

3

Das Compactness theorem besagt: Eine (unendliche) Menge an Formeln ist genau dann erfüllbar, wenn jede endliche Teilmenge erfüllbar ist.

richtig
falsch

Beispiel 2: Nichtmonotones Schließen

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Zeigen Sie, dass die semantische Konsequenzrelation ⊨ der klassischen Logik monoton ist. (4 Punkte)


Betrachten Sie die Default Theorie T:=⟨W,Δ⟩. Dabei sind W und Δ unter Verwendung der Prädikatssymbole P,Q,R,S,U,V wie folgt definiert.

W:={∀xP(x)→Q(x),∀xQ(x)→S(x),∀x∀yU(x)∧V(y)→R(x,y)}

Δ:={⊤:∃xP(x)∃xP(x),U(x):¬Q(x)¬Q(x),R(x,y):V(x)∧U(y)→S(x)V(x)∧U(y)→S(x)}

Hat T eine Extension? Begründen Sie ihre Antwort. (2 Punkte)

Lösungsvorschläge:
  • T hat eine Extension, da normale Default-Theorien immer Extensions besitzen. T ist eine normale Default-Theorie, da sie ausschließlich normale Defaults enthält.

Betrachten Sie die folgende Default Theorie.

T2:=⟨∅,{⊤:¬P2(a)P1(a),⊤:¬P1(a)P2(a)}⟩

Für eine Default Theorie T sei ε(T) die Menge aller Extensions von T. Dann gilt für T2, dass |ε(T2)|≥2. Generalisieren Sie T2, sodass für ein beliebiges n≥2,|ε(Tn)|≥n gilt. (3 Punkte)


Gegeben ist folgende Wissensbasis T über eine Sprache mit den einzigen Konstantensymbolen a, b und c, dem Variablensymbol x und den einzigen Prädikatensymbolen O, P und Q.

T={P(a),O(b),P(c),Q(c),∀x(Q(x)→(P(x)→Q(b)))}.

(i) Geben Sie die Closed World Assumption CWA(T) von T an, indem Sie die folgende Gleichung ergänzen: CWA(T)=Cn(T∪{...})

(ii) Welche der folgenden Eigenschaften treffen zu?

Multiple Choice-Quiz:

  

1

T ist deduktiv abgeschlossen.

richtig
falsch

2

CWA(T) ist konsistent.

richtig
falsch

Gegeben ist die folgende Default Theorie.

T=⟨W,Δ⟩:=⟨{∀x(Q(a)→¬P(x)),P(b)→∀x¬Q(x)},{⊤:¬Q(x)P(x),⊤:¬P(x)Q(x)}⟩

Berechnen Sie alle Extensions dieser Theorie (a, b sind Konstantensymbole, x ist ein Variablensymbol und P und Q sind Prädikatensymbole). (4 Punkte)

Beispiel 3: Answer-Set Programming

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Gegeben ist folgendes Answer Set Programm:

𝒫:={P(a).Q(b).S(b).R(X,Y)←P(X),Q(Y),notS(X).}

(i) Bestimmen Sie die Grundierung grnd(𝒫)

(ii) Gegeben E:={P(a),S(b),Q(b)}, bestimmen Sie das Reduktion 𝒫E. Ist E ein Answer Set von 𝒫? Begründen Sie ihre Antwort!

(5 Punkte)

Lösungsvorschläge
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Lösungsvorschlag 1

i)

grnd(P)={P(a). Q(b). S(b). R(a,a)←P(a), Q(a), not S(a). R(a,b)←P(a), Q(b), not S(a). R(b,a)←P(b), Q(a), not S(b). R(b,b)←P(b), Q(b), not S(b).}

ii)

PE={P(a). Q(b). S(b). R(a,a)←P(a), Q(a). R(a,b)←P(a), Q(b).}

E ist ein Answer-Set von P, da es ein minimales Model von PE ist.

Anmerkung: Ich denke es ist kein Answer Set, da es kein Modell von PE ist. R(a,b) müsste vorkommen damit es ein AS ist.

Definieren Sie eine konsistenzbasierte Diagnose eines Diagnoseproblems 𝒫=⟨H,T,O⟩ für Answer-Set Programme. (3 Punkte)

Lösungsvorschläge:
  • Lösungsvorschlag vom gescannten Test (3/3 Punkte): konsistenzbasierte Diagnose S. S⊆H und T∪S∪O{¬h|h∈H∖S} ist consistent.

Kreuzen Sie Zutreffendes an: (5 Punkte)

Multiple Choice-Quiz:

  

1

Wenn M ein minimales Modell eines Programms 𝒫 ist, dann ist M ein Answer Set von 𝒫.

richtig
falsch

2

Das Programm 𝒫:={a←.,b←a,notb.,b←.} hat keine Answer Sets. (unbewertet)

richtig
falsch

3

Ein Programm, in dem keine starke Negation benutzt wird, hat immer ein Answer Set.

richtig
falsch

4

Leere Programme (Programme ohne Regeln) haben Answer Sets.

richtig
falsch

5

Falls eine Query unter cautious reasoning wahr ist dann ist es auch unter brave reasoning wahr.

richtig
falsch

Gegeben sei das folgende distinktive Answer-Set Programm:

𝒫:={a∨b∨c∨d}

Berechnen Sie die Answer Sets der folgenden Programme:

(i) 𝒫∪{←a,b.}

(ii) 𝒫∪{←a.←b.}

(3 Punkte)

Beispiel 4: Probabilistisches Schließen

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Was ist ein Bayes'sches Netz (Grundidee, Komponenten, Unabhängigkeitsannahmen, Berechnung der Wahrscheinlichkeiten)? (4 Punkte)

Leiten Sie das Bayes'sche Gesetz aus der Produktregel her. (4 Punkte)

Eine Fabrik produziert auf zwei Maschinen gleichzeitig. Die Erzeugnisse von Maschine 1 sind zu 5% fehlerhaft; die Erzeugnisse von Maschine 2 sind zu 20% fehlerhaft. Die Erzeugnisse werden in einem Verhältnis von 2:3 vermischt. Aus dieser Mischung wird ein Produkt zufällig ausgewählt. Was ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein fehlerhafter Produkt gezogen wird? Unter der Annahme, dass das Produkt fehlerhaft ist, was ist die (bedingte) Wahrscheinlichkeit, dass dieses Produkt von der ersten Maschine erzeugt wurde.

Verwenden Sie die Zufallsvariable Mi(i=1,2) für das Ereignis, dass das Produkt von Maschine i produziert wurde und die Zufallsvariable R, dass das Produkt fehlerhaft ist. (4 Punkte)

Gegeben ist folgender Graph eines Bayes'schen Netzes:

(siehe Angabe)

Welche der folgenden Eigenschaften treffen zu? (4 Punkte)

Multiple Choice-Quiz:

  

1

G ist bedingt unabhängig von D bei Evidenz J und H.

richtig
falsch

2

D ist bedingt unabhängig von J bei Evidenz B, E und I.

richtig
falsch

3

F ist bedingt unabhängig von C bei Evidenz J und G.

richtig
falsch

4

H ist bedingt unabhängig von E bei Evidenz I.

richtig
falsch