TU Wien:Mathematik 1 UE (diverse)/Übungen WS06/Beispiel 83

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83) Man untersuche nachstehend angeführte Relationen R⊆M2 im Hinblick auf die Eigenschaften (R), (S), (A) und (T):

a) M= Menge aller Einwohner von Wien (Volkszählung 2001), aRb⇔a ist verheiratet mit b

b) M w.o., aRb⇔a ist nicht älter als b

c) M w.o., aRb⇔a ist so groß wie b

d) M=ℝ, aRb⇔a−b∈ℤ

e) M=ℝn, (x1,...,xn)R(y1,...,yn)⇔xi≤yi∀i=1,...,n

Lösung (naiv, bitte nochmal überprüfen!): (⊤= wahr, ⊥= flasch):


a)aRb⇔a ist verheiratet mit b:

(R) ∀x∈A:xRx:⊥ Man kann (noch) nicht mit sich selbst verheiratet sein.

(S) ∀x,y∈A:xRy⇒yRx:⊤ Wenn Gattin mit Gatte verheiratet, dann auch Gatte mit Gattin.

(A) ∀x,y∈A:xRy∧yRx⇒x=y:⊥ Im Endeffekt wie (R).

(T) ∀x,y,z∈A:xRy∧yRz⇒xRz:⊥ Drei Leute müßten untereinander verheiratet sein; möglich, aber (zumindest) der Papst mag das nicht.


b)M w.o., aRb⇔a ist nicht älter als b:

(R) ∀x∈A:xRx:⊤

(S) ∀x,y∈A:xRy⇒yRx:⊥

(A) ∀x,y∈A:xRy∧yRx⇒x=y:⊥

(T) ∀x,y,z∈A:xRy∧yRz⇒xRz:⊤


c)M w.o., aRb⇔a ist so groß wie b:

(R) ∀x∈A:xRx:⊤

(S) ∀x,y∈A:xRy⇒yRx:⊤

(A) ∀x,y∈A:xRy∧yRx⇒x=y:⊥

(T) ∀x,y,z∈A:xRy∧yRz⇒xRz:⊤


d)M=ℝ, aRb⇔a−b∈ℤ:

(R) ∀x∈A:xRx:⊤

Beispiel: x−x=0∈ℤ

(S) ∀x,y∈A:xRy⇒yRx:⊤

(A) ∀x,y∈A:xRy∧yRx⇒x=y:⊥

(T) ∀x,y,z∈A:xRy∧yRz⇒xRz:⊤


e)M=ℝn, (x1,...,xn)R(y1,...,yn)⇔xi≤yi∀i=1,...,n:

(R) ∀x∈A:xRx:⊤

(S) ∀x,y∈A:xRy⇒yRx:⊥

Gegenbeispiel: (1,1)≤(1,2);(1,1)≱(1,2)

(A) ∀x,y∈A:xRy∧yRx⇒x=y:⊤

(T) ∀x,y,z∈A:xRy∧yRz⇒xRz:⊤

Beweis: xi≤yi∧yi≤zi⇒xi≤zi


Vorsicht: Das hier nur abzuschreiben, ohne es durchzudenken, gibt Ärger. An der Tafel muß man auf Aufforderung dazu bereit sein, für alle Punkte Beweise oder Gegenbeispiele anzuführen (und beim UE-Test sowieso!).

Außerdem ist in einem Punkt da oben ein Hund drin, den ich mir vom Adrenalinrausch an der Tafel nicht mehr gemerkt habe :-).

Nachdenker erwünscht! (bitte auch gleich ausbessern, danke)


--Baccus 05:31, 26. Nov 2006 (CET)


Der Fehler war bei c) (A): x=y bedeutet hier nicht, dass beide gleich groß sind, sondern, dass es die gleichen Personen sind. Daher ist die Aussage falsch.