TU Wien:Mathematik 1 UE (diverse)/Übungen WS07/Beispiel 62

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Lösen Sie die folgenden Kongruënzen (d.h. Gleichungen in Restklassen) bzw. beweisen Sie die Unlösbarkeit!

a)x2−3x+2≡0 (mod 5)

b)x2−3x+2≡0 (mod 6)

Vorbereitende Vereinfachungen

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Allgemeines zur Zerlegung in Linearfaktoren

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Idee: Da die Lösung dieser Aufgabe mit einer quadratischen Gleichung, die in die Form (x±f)(x±g) viel einfacher ist, möchten wir die vorliegende quadratische Gleichung in Linearfaktoren zerlegen.

Es gilt dabei folgender Zerlegungssatz:


Der quadratische Term

ax2+bx+c∀a,b,c∈ℝ,a≠0

lässt sich genau dann in die Linearfaktoren

a(x−x1)(x−x2)

zerlegen, wenn die quadratische Gleichung

ax2+bx+c=0

in ℝ lösbar ist und die Zahlen x1 und x2 als Lösungen hat.


Anmerkungen:

  1. Der Satz gilt auch, wenn x1=x2, d.h. wenn die Gleichung nur eine Lösung hat.
  2. Mit "in ℝ lösbar" ist auch gemeint, dass die Diskriminante (s. weiter unten) einen entsprechenden reellen Wert hat.

Isolierung der Koeffizienten

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Die gegebene quadratische Gleichung

x2−3x+2=0

stellen wir allgemeiner wie folgt dar:

ax2−bx+c=0

a,b,c sind die Koeffizienten, und zwar:

  • a=1
  • b=-3
  • c=2


Allgemeine Lösungsformel f. quadratische Gleichungen

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z1,2=−b±(b2−4ac)2a


Sonderform: Satz von Vieta als Lösungsformel f. quadratische Gleichungen

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Jede quadratische Gleichung ax2+bx+c=0 lässt sich durch Division durch a≠0 auf die sogenannte Normalform x2+bax+ca=0 bringen, mit p=ba,q=ca folgt x2+px+q=0.

Damit lautet der Satz von Vieta: Zwischen den Lösungen x1, x2 und den Koeffizienten der quadratischen Gleichung in Normalform x2+px+q=0 besteht folgender Zusammenhang: p=−(x1+x2) und q=x1x2.

Betrachtung der Diskriminante

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Die Diskriminante (D) ist b2−4ac. Je nach Wert dr Diskriminante kann man feststellen, wieviele Lösungen es gibt sowie ob sie in ℝ oder ℂ zu erwarten sind.

Wenn gilt:

  • D > 0 ⇒ verschiedene reelle Lösungen
  • D = 0 ⇒ genau eine Lösung
  • D < 0 ⇒ keine reelle Lösung

Unsere Diskriminante beträgt 1, daher werden wir zwei reelle Lösungen erwarten!


Berechnung der Lösungen

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  • a=1
  • b=-3
  • c=2

x1,2=−b±(b2−4ac)2a⇒3±(9−8)2=3±(1)2

x1=3+(1)2=2

x2=3−(1)2=1

Damit kann ich die Gleichung zerlegen in:

x2−3x+2=(x−1)(x−2)

(Zerlegung in Linearfaktoren - https://web.archive.org/web/20180817161625/http://www.mathematik.net/quadratische-gleichungen/q11s10.htm ) --Mnemetz 22:19, 15. Nov 2005 (CET)

Zunächst vereinfachen wir den linken Term mal ...

x2−3x+2=(x−1)(x−2)

Da Z5 nullteilerfrei ist, gilt hier x≡1 mod 5  oder x≡2 mod 5 

Nullteilerfreiheit liegt dann vor, wenn eine weitere Zerlegung in Primfaktoren nicht mehr möglich ist. Beispiel: 5 kann ich nicht zerlegen, 6 schon - in 2*3.

Somit haben wir:

L1={−9,−4,1,6,11...}

L2={−8,−3,2,7,12...}


Z6 ist nicht nullteilerfrei, hier ist zusätzlich 3∗2≡0 mod 6  und 4∗3≡0 mod 6 

Damit sind die Lösungen der Gleichung nicht nur x≡1 mod 6  und x≡2 mod 6, sondern auch noch x≡4 mod 6 und x≡5 mod 6

Entweder sieht man, das (x-1)(x-2) genau die Form 3*2 bzw. 4*3 für x-1 = 3 bzw. x-1 = 4, also x = 4 bzw. x = 5 hat, oder man probiert die möglichen Kongruenzen 0, 1, 2, 3, 4 und 5 einfach aus. Dann sieht man, dass genau x = 4 und x = 5 die Gleichung erfüllen.


L1={−11,−5,1,7,13...}

L2={−10,−4,2,8,14...}

L4={−8,−2,4,10,16...}

L5={−7,−1,5,11,17...}

Da:

a‾∗b‾≡0 mod 6

2‾∗3‾≡0 mod 6

4‾∗3‾≡0 mod 6