TU Wien:Mathematik 2 UE (diverse)/Übungen SS07/Beispiel 132

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Parametrisieren Sie folgende Kurve nach der Bogenlänge:

x(t)=(43(t+1)3/2t2/2),t≥0.
Bogenlänge

Bogenlänge einer ebenen Kurve: s=∫x1x21+y'2dx


Bogenlänge einer ebenen Kurve in Parameterdarstellung/Vektordarstellung:
Parameterdarstellung/Vektordarstellung: x→(t)=(xy)
s=∫t1t2x'2+y'2dt



Bogenlänge einer Raumkurve: s=∫t1t2x'2+y'2+z'2dt


Lösungsvorschlag neu aus mmvc SS20

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x(t)=(43(t+1)3/2t2/2),t≥0
Die allgemeine Formel für die Bogenlänge lautet s=∫ab||c′(t)||dt
Parametrisierung nach der Bogenlänge bedeutet, dass bei einer Kurve c(t) für alle Parameterwerte ||c′(t)||=1 gilt. Die Kurve ist dann nach der Bogenlänge parametrisiert.

Eine Sonderform der allgemeinen Bogenlängenformel, s=∫ab1+(c′(t))2dt, die häufig verwendet wird, kann hier nicht verwendet werden. Sie wird nur im Spezialfall verwendet, wenn man für eine "herkömmliche" Funktion f(t) die Bogenlänge im Intervall [a,b] berechnen möchte, und dafür letztendlich c→(t)=(tf(t)) annimmt.

Allgemein wird so oder so die Formel für die sogenannte Euklidische Norm verwendet, nämlich ||c(t)||=a2+b2+...+n2 für c(t)=(a(t)b(t)...n(t)).

Soviel zum nötigen Vorwissen, welches wir nun für die eigentliche Aufgabe verwenden können:

Zuerst leiten wir die Stammfunktion ab: x′(t)=(3243(t+1)122t2)=(2t+1t)

Als nächstes setzen wir diese Ableitung in die Formel für die Euklidische Norm ein und erhalten: ||x′(t)||=(2t+1)2+t2=4(t+1)+t2=4+4t+t2 und erkennen dass es sich hierbei um eine binomische Formel handelt und wir sie nach ||x′(t)||=(2+t)2 und damit ||x′(t)||=2+t umformen können.

Das erleichtert die restliche Aufgabe enorm, denn jetzt benötigt man für das Ausrechnen des Integrals weder eine Substitution noch sonstige Kopfschmerzen:
s(t)=∫0t2+t dt=2t+t22|0t=2t+t22 und wir sind fertig. Für die untere Grenze wurde 0 eingesetzt, da in der Angabe so gegeben, für die obere wird bei der Parametrisierung nach Bogenlänge der Parameter t selbst genommen.


Lösungsvorschlag

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(Ich, der den Lösungsvorschlag von mmvc SS20 verfasst hat, denke dass dieser Lösungsvorschlag komplett falsch ist).

lt. Prof Urbanek (under construction)
Anmerkung superphil0: ACHTUNG falsch abgeleitet: richtig (2*(t+1)^1/2) + t Anmerkung phpwutz(): Wolfram Alpha sagt: 2* wurzel(t+1)
Parametrisieren meint hier, die Funktion abhängig von der Bogenlänge auszudrücken (also f(s)=…):

Bogenlänge s=∫(43(t+1)3/2)'2+(t2/2)'2=

Mit der Angabe "t≥0" ist nur die untere Integrationsgrenze definiert. Falls wir bis ∞ integrieren würden, wäre die Bogenlänge natürlich auch ∞; daher "erfinden" wir zunächst eine willkürliche obere Grenze u:


=∫0u(t2)+(2t+1)dt =∫0u(t+1)2dt=

=t22+t|0u

Grenzen einsetzen:

s=u22+u

u2+2u−2s=0

Kleine Lösungsformel
Kleine Lösungsformel
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x2+px+q=0⟹x1,2=−p2±(p2)2−q

u=−22±44+2s

u=−1±1+2s

(Die negative Wurzel kann man gleich wieder vergessen, da (−1)−…<0, und somit sicher nicht im geforderten Wertebereich liegt.)

Damit haben wir das oben eingeführte u als Funktion von s ausgedrückt, und können insgesamt schreiben: