TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 533

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Sei U die Menge aller n×n-Matrizen B über ℝ mit det B=±1. Man zeige, dass U Normalteiler von der Gruppe ⟨G,⋅⟩ aller regulären n×n Matrizen A über ℝ ist (Gruppe aus Bsp. 522) .

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Normalteiler
Normalteiler[Bearbeiten, Wikipedia, 2.58 Definition]

Eine Untergruppe N≤G heißt Normalteiler, wenn stets die Äquivalenz zwischen der LNK (Linksnebenklasse, a∘N) und der RNK (Rechtsnebenklasse, N∘a) gilt, d.h.:

∀a∈G:a∘N=N∘a

Die Menge der Nebenklassen {a∘N∣a∈G} bildet selbst eine Gruppe, die Faktorgruppe G/N.

Lösung von Gittenburg

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U ist Teilmenge von G

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G ist die Menge aller regulären Matrizen, das heißt:

∀A∈G:det A≠0

Also ist U eine Teilmenge weil bei den Matrizen aus U die Determinante ±1 ist.

U ist nicht leer

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U beinhaltet beispielsweise die Einheitsmatrix.

U ist abgeschlossen

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∀A,B∈U:A⋅B∈U

det (A⋅B)=det A⋅det B

Schlussfolgerung

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Die restlichen Gruppeneigenschaften werden von der kommutativen Gruppe G vererbt.

Weil die Multiplikation in ℝ kommutativ ist, sind die Links- und Rechtsnebenklassen gleich, U ist also ein Normalteiler von G.


Anmerkung von Har203: Diese Aussage ist leider falsch, da wir hier nicht mit reellen Elementen arbeiten, sondern mit n×n-Matrizen. Die Matrizenmultiplikation ist nicht kommutativ.

Gruppe

Eine Gruppe (G,∘) mit Funktion ∘:G×G→G ist

  • abgeschlossen bzgl. der Operation ∘ in G mit a,b∈G gilt a∘b∈G
  • assoziativ: ∀a,b,c∈G:a∘(b∘c)=(a∘b)∘c
  • besitzt ein neutrales Element e: ∃e∈G:∀a∈G:a∘e=e∘a=a
  • sowie besitzt inverse Elemente a−1 bzw. a′: ∀a∈G:∃a−1∈G:a∘a−1=a−1∘a=e
Nebenklassen

Sei ⟨G,∘⟩ eine Gruppe, U eine Untergruppe von G und a∈G. Dann heißt

a∘U={a∘u|u∈U}Linksnebenklasse von U in GU∘a={u∘a|u∈U}Rechtsnebenklasse von U in G
Normalteiler
Normalteiler[Bearbeiten, Wikipedia, 2.58 Definition]

Eine Untergruppe N≤G heißt Normalteiler, wenn stets die Äquivalenz zwischen der LNK (Linksnebenklasse, a∘N) und der RNK (Rechtsnebenklasse, N∘a) gilt, d.h.:

∀a∈G:a∘N=N∘a

Die Menge der Nebenklassen {a∘N∣a∈G} bildet selbst eine Gruppe, die Faktorgruppe G/N.

Reguläre Matrix

Eine n×n Matrix A heißt regulär bzw. invertierbar, wenn eine n×n Matrix B existiert mit A⋅B=B⋅A=En. Dabei ist En die Einheitsmatrix. Die Matrix A ist genau dann regulär bzw. invertierbar, wenn für die Determinante der Matrix A gilt:det⁡(A)≠0.

Anders gesagt: Reguläre Matrizen sind invertierbare Matrizen - somit existiert das inverse Element. Das Gegenteil sind natürlich singuläre Matrizen - diese bilden nur ein Monoid!

Determinante der inversen Matrix

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Für die inverse Matrix A−1 einer quadratischen regulären Matrix A gilt:

det⁡(A−1)=1det⁡(A).
Determinantenproduktsatz

Mit dem Determinantenproduktsatz gilt für die Determinante des Produkts zweier quadratischer Matrizen über einem kommutativen Ring:

det⁡(A⋅B)=det⁡(A)⋅det⁡(B)=det⁡(B)⋅det⁡(A)=det⁡(B⋅A)

Lösungsvorschlag von Har203

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Sei G die Menge aller regulären n×n-Matrizen A über ℝ. Man zeige, dass ⟨G,⋅⟩ eine Gruppe bildet.

  • Das haben wir bereits im Bsp. 532 gezeigt.

Sei U die Menge aller n×n-Matrizen B über ℝ mit det⁡(B=±1). Man zeige, dass U Normalteiler von G (aus Bsp. 532) ist.


Wir zeigen zuerst, dass U eine Untergruppe von ⟨G,⋅⟩ bildet.

Abgeschlossenheit

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Die Menge U ist nicht leer, da die Einheitsmatrix En∈U ist. Die Multiplikation zweier n×n-Matrizen über ℝ bildet natürlich wieder eine n×n-Matrix über ℝ.

Es seien zwei Elemente A,B∈U mit der oben angegebenen Voraussetzung a=det(A)=1 und b=det⁡(B)=1. Für die Determinante gilt dann von (A⋅B):det⁡(A⋅B)=det(A)⋅det(B)=1 (nach dem Determinantenmultiplikationssatz). Somit ist (A⋅B) wieder ∈U und U ist abgeschlossen.√

Assoziativität

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Die Assoziativität der Matrizenmultiplikation in der Untergruppe wird natürlich vererbt. √

Neutrale Element

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Die Einheitsmatrix En ist eine n×n-Matrix über ℝ mit det⁡(En)=1. D.h. es gilt auch En∈U. √

Inverse Element

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Die Inverse Matrix der quadratischen n×n-Matrix D existiert genau dann, wenn die Determinante ≠0 ist. Diese Voraussetzung ist mit der Einschränkung d=det⁡(D)=1 erfüllt. Daraus folgt, dass die Determinante der inversen Matrix det⁡(D−1)=1d=1 ist und somit auch D−1∈U. √

⟹𝐔 ist eine Untergruppe von G. √

Es gilt ⟨G,⋅⟩ ist eine Gruppe mit Elementen X∈G bestehend aus n×n-Matrizen über ℝ mit det⁡(X)∈ℝ∖{0} und U ist eine Untergruppe mit Determinanten det⁡(X)=±1 für X∈U. Man zeige, dass U Normalteiler von G ist.


Sei A∈G fest und C∈U beliebig. Wir betrachten nun Elemente in der Form A⋅C⋅A−1. Dann gilt:

det⁡(A⋅C⋅A−1)=det⁡(A)⋅det⁡(C)⋅det⁡(A−1)=det⁡(A)⋅(±1)⋅1det⁡(A)=(±1)⟹
⟹A⋅C⋅A−1∈U und ∀C∈U⟹A⋅U⋅A−1⊆U.


Umgekehrt werden wir zeigen, dass ein beliebiges D∈U die Form A⋅B⋅A−1 hat. Dafür wählen wir ein beliebiges D∈U und konstruieren uns ein Element B mit der vertauschten Form B=A−1⋅D⋅A, mit A∈G fest. Wir werden zeigen, dass B in U liegt. Dafür bestimmen wir wieder die Determinanten:

det⁡(B)=det⁡(A−1)⋅det⁡(D)⋅det⁡(A)=1det⁡(A)⋅(±1)⋅det⁡(A)=±1⟹B∈U

Wir setzen nun B in die Anfangsform ein:A⋅B⋅A−1 und erhalten

A⋅B⋅A−1=A⋅(A−1⋅D⋅A)⋅A−1=En⋅D⋅En=D. D.h. D hat die Form A⋅B⋅A−1.

Damit haben wir gezeigt:

D∈U⟹D∈A⋅U⋅A−1⟹U⊆A⋅U⋅A−1.

Aus den beiden Ergebnissen können wir schließen:

A⋅U⋅A−1⊆U und U⊆A⋅U⋅A−1⟹A⋅U⋅A−1=U⟹A⋅U⋅A−1⋅A=U⋅A⟹A⋅U=U⋅A.


Anmerkung: Die Matrizenmultiplikation ist nicht kommutativ. Es gilt im Allgemeinen nicht A⋅C=C⋅A, aber es gilt, dass die Nebenklassen als gesamte Menge betrachtet übereinstimmen, also

A⋅U=U⋅A,∀A∈G und es gilt
  • entweder (A⋅U)=(B⋅U) mit A,B∈G
  • oder (A⋅U)∩(B⋅U)=∅.

Als Beispiel:

C=(123012001),A=(201121011)⟹C⋅A=(476143011), aber A⋅C=(247148013).


Für die Determinanten gilt jedoch:

det⁡(C)=1,det⁡(A)=3 für die beiden Bilder gilt dann:det⁡(A⋅C)=3⋅1=3 und det⁡(C⋅A)=1⋅3=3. D.h. A⋅C≠C⋅A, aber A⋅C und C⋅A∈(U⋅A) und auch A⋅C und C⋅A∈(A⋅U).

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Wikipedia:

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