TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 142

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Auf den Mengen A=ℕ,ℤ,ℚ,ℝ,ℂ seien die binären Relationen fA:={(x,2x)|x∈A} und gA:={(2x,x)|x∈A} gegeben.

(a) Für welche A gilt gA:A→A, d.h. wann handelt es sich bei gA um eine Funktion?

(b) Für welche A ist fA eine Funktion, wann sogar injektiv, surjektiv, bijektiv?

(c) Sind f⊆A×B und g⊆B×C Relationen, so ist (analog zur Komposition von Abbildungen) das Relationenprodukt g∘f⊆A×C definiert als Relation {(a,c)|∃b∈B:(a,b)∈f,(b,c)∈g}.
Beschreiben Sie gA∘fA.

(d) Sei f⊆A×A eine Relation auf A. Begründen Sie mittels Induktion, dass die rekursive Definition der Iterationen fn, n∈N, durch f0:={(x,x)|x∈A} und fn+1:=f∘fn für alle

n∈N Funktionen fn:A→A definiert, sofern f:A→A (f also selbst eine Funktion ist).

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Funktion

Eine Funktion oder Abbildung f:A→B von A nach B ist eine Relation Rf⊆A×B mit der Eigenschaft, dass zu jedem a∈A genau ein b∈B mit aRfb existiert. Man schreibt dafür b=f(a). Der Graph einer Funktion f:A→B ist die Menge {(a,f(a))|a∈A}⊆A×B.

Injektivität
Injektivität[Bearbeiten, Wikipedia, 1.65 Definition]

"Verschiedene Elemente der Definitionsmenge werden auf verschiedene Elemente der Zielmenge abgebildet": a1,a2∈A,a1≠a2⇒f(a1)≠f(a2) oder äquivalent: a1,a2∈A,f(a1)=f(a2)⇒a1=a2

Surjektivität
Surjektivität[Bearbeiten, Wikipedia, 1.65 Definition]

Jedes Element der Zielmenge tritt mindestens einmal als Funktionswert auf: ∀b∈B ∃a∈A:b=f(a)

Lösungsvorschlag

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Aus der Angabe der Relation folgt

gA(2x)=x⟺gA(x)=x2

Daher kann gA nur eine Funktion auf den Mengen sein, die ℚ beinhalten.

Aus der Angabe der Relation folgt

fA(x)=2x

Das ist eine Relation, die auf allen der angegeben Mengen eine Funktion darstellt.

f(a)=f(b)⇒a=b Das gilt wieder für alle der angegeben Mengen

(Mir fällt zumindest in keiner Menge ein Beispiel ein, für dass das nicht gelten würde)

∀b∈B∃a∈A:f(a)=b Das gilt wiederum nur für die Mengen die ℚ enthalten.

Für z. B. b=3 wäre das korrespondierende a=32

Wie man leicht erkennt, existiert das in ℕ,ℤ nicht. Daher kann es in diesen Mengen nicht für alle Elemente aus B ein a∈A geben.

Gilt in all jenen Mengen, wo die Funktion sowohl injektiv als auch surjektiv ist.

Und das sind die Mengen, die ℚ als Teilmenge enthalten.

(gA∘fA)(x)=gA(fA(x))=gA(2x)=2x2=x

Das ist nicht anderes als die identische Funktion, die in allen Mengen bijektiv ist.

f0(x)=x, also wieder die identische Funktion

Sehen wir uns erst einmal den Induktionsstart an:

für n = 0:

f1(x)=(f∘f0)(x)=f(f0(x))=f(x)

Nachdem wir lt. Angabe davon ausgehen dürfen, dass f:A→A eine Funktion ist, ist auch f1 eine Funktion

für n = 1:

f2(x)=(f∘f1)(x)=f(f1(x))=f(f(x))

Die Hintereinanderausführung von zwei Funktionen ergibt immer wieder eine Funktionen, daher gilt die Induktionsvorraussetzung auch für den Fall n = 1.

Bei der Beweisführung der Induktion gibt es eine Variante, wo man davon ausgeht, dass die Vorraussetztung P(n) für alle k≥n bereits gültige Aussagen sind. Damit schliesst man dann auf P(n+1)

In diesem Fall sieht dass dann so aus:

fn ist eine Funktion (das nimmt man als gültig an)

f∘fn ist wieder eine Funktion (Hintereinanderausführung von zwei Funktionen)

f∘fn ist aber auch fn+1

Damit wäre gezeigt dass fn+1 eine Funktion ist und damit die Behauptung, dass die rekursive Definition der Iteration immer Funktionen als Ergebnis hat, als wahr bestätigt.