TU Wien:Analysis 2 UE (diverse)/Übungen SS23/Beispiel 365

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Eine Funktion u(x,y) heißt homogen vom Grad n, falls

u(λx,λy)=λnu(x,y)

für alle λ>0 und alle x, y gilt. Man zeige: Falls u eine stetig differenzierbare Funktion ist, genügt sie der linearen partiellen Differentialgleichung erster Ordnung

xux+yuy=nu.

Wie lautet die allgemeine Lösung dieser Gleichung?

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Lösungsvorschlag

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Das charakteristische System lautet

dxdτ=x, dydτ=y und dwdτ=n⋅w

Daraus ergibt sich

x=c1eτ, y=c2eτ und w=c3en⋅τ

und in weiterer Folge dass

φ1(x,y)=xy=c1c2=const

gilt, worausy=xc2c1 folgt. Ebenfalls gilt

w=c3(xc1)n=c⋅xn

und somit auch

u(λx,λy)=c⋅(λx)n=λn⋅c⋅xn=λn⋅u(x,y)

was der Homogenität aus der Angabe entspricht.

Allgemeine Lösung

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xux+yuy−nu=0

a(x,y)=x

b(x,y)=y

c(x,y)=−n

d(x,y)=0

Die Rumpf-Differenzialgleichung lautet

xux+yuy=0

Daraus folgt das charakteristische Differenzialgleichungssystem

x˙=x und y˙=y

welches folgende Phasen-Differenzialgleichung liefert:

dydx=yx

Trennung der Variablen liefert sofort die Lösung

ln⁡y=ln⁡x+c~ bzw. c=yx

Daher ist das erste Integral des charakteristischen Differentialgleichungssystem gegeben durch:

φ1(x,y)=yx

Führt man nun die Substitution ξ(x,y)=φ1(x,y)=yx und das frei gewählte η(x,y)=x ein, so erhält man für die Funktion U(ξ,η)=u(x,y) die gewöhnliche Differenzialgleichung

(a(x,y)ηx+b(x,y)ηy)Uη+c(x,y)U+d(x,y)=0(xηx+yηy)Uη−nU+0=0xUη−nU=0Uη−nUη=0

Diese Differenzialgleichung liefert:

Uη−nUη=0UηU=nηln⁡U=nln⁡η+C~U=ηn⋅C(ξ)

Nach dem Rücksubstituieren erhält man dann dann als allgemeine Lösung:

u(x,y)=xn⋅C(yx)