TU Wien:Mathematik 1 UE (diverse)/Übungen WS06/Beispiel 45

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Man untersuche mittels vollständiger Induktion, für welche n≥0 die angegebene Ungleichung gilt:

4n2≤2n


Lösung laut Prof. Pannholzer

1.) Es ist trivial zu erkennen, dass 2^n ab einem gewissen n stärker steigt als irgendwas hoch 2.

2.) Wir machen für die niedrigen Zahlen eine Tabelle um herauszufinden bei welchem n die Ungleichung gilt.

n links rechts zutreffend?
0 4∗02=0 20=1 JA!!!
1 4∗12=4 21=2 NEIN!
2 4∗22=16 22=4 NEIN!
3 4∗32=36 23=8 NEIN!
4 4∗42=84 24=16 NEIN!
5 4∗52=100 25=32 NEIN!
6 4∗62=144 26=64 NEIN!
7 4∗72=196 27=128 NEIN!
8 4∗82=256 28=256 JA!!!
9 4∗92=324 29=512 JA!!!

3.) Behauptung: Die Ungleichung gilt für n=0 und n≥8. Das ist zu beweisen.

4.) n=0: Das ist bereits bewiesen (siehe Tabelle)

5.) n≥8 : Das müssen wir noch beweisen. Wir machen eine eigene Induktion, um unsere Haupt-Induktion zu lösen...

Induktionsanfang: n=8. Ist Bewiesen (siehe Tabelle).

Induktionsbehauptung: n+1:

4∗(n+1)2≤2n+1 umgewandelt heißt das:

4∗(n2+2n+1)≤2∗2n weiter umgewandelt:

4n2+8n+4≤2∗2n das Ganze durch 2 dividiert:

2n2+4n+2≤2n (*) Diese Stelle merken wir uns.


Wir lösen jetzt ein paar triviale Nebenrechnungen:

4∗n≤n2 für n≥4 und ausserdem:

2≤n2 für n≥2

Daraus folgt:

auch für n≥8 gilt

4∗n≤n2 UND

2≤n2


Zurück zu unserer eigentlichen Ungleichung (*):

2n2+4n+2≤2n Durch einsetzen aus unseren Nebenrechnungen erhalten wir:

2n2+4n+2≤2∗n2+n2+n2≤2n Wir lassen das linkeste wegfallen und vereinfachen:

4∗n2≤2n

Q.E.D.


Lösung mithilfe von ÖMO-Wiki

Die Richtigkeit ist (war) im Forum umstritten. Habe mich heute in der Übung zu diesem Beispiel an die Tafel gemeldet und genauso vorgerechnet... Und es hat auch gestimmt ;-) mfg LeoBlaid


Induktionsanfang: Wir müssen zuerst prüfen, ab welchem n≥0 die Ungleichung überhaupt Geltung besitzt:

n links rechts zutreffend?
0 4∗02=0 20=1 JA!!!
1 4∗12=4 21=2 NEIN!
2 4∗22=16 22=4 NEIN!
3 4∗32=36 23=8 NEIN!
4 4∗42=84 24=16 NEIN!
5 4∗52=100 25=32 NEIN!
6 4∗62=144 26=64 NEIN!
7 4∗72=196 27=128 NEIN!
8 4∗82=256 28=256 JA!!!
9 4∗92=324 29=512 JA!!!

Somit gilt die Ungleichung ab n=8 (was noch zu beweisen ist)!


Induktionsvorraussetzung: Es muss gezeigt werden, dass gilt:

4∗(n+1)2≤2n+1

Wir formen

4∗(n+1)2≤2n+1

um zu

4∗(n+1)2≤2∗2n

und kürzen durch 2

2∗(n+1)2≤2n


Da bereits 4n2≤2n gilt (siehe Angabe = Induktionsvoraussetzung), dürfen wir statt 2n einsetzen (wir ersetzen in der größeren Seite der Ungleichung etwas durch etwas Kleineres -> sprich wenn die Ungleichung mit diesem kleinern Term noch immer stimmt, dann mit dem alten (größeren) Term erst recht!):

2∗(n+1)2≤4n2

Wieder durch 2 kürzen und ausquadrieren

n2+2n+1≤2n2

und beide Glieder zusammen ergibt (= Auf beiden Seiten minus dem linken Term rechnen = Also auf beiden Seiten −n2−2n−1)

0≤n2−2n−1

Und schließlich noch auf ein vollständiges Quadrat ergänzen (auf beiden Seiten + 2)

2≤n2−2n+1

und zusammenfassen:

2≤(n−1)2


Daraus folgt dann, dass die vollständige Induktion für alle n größer 3 gelten würde.

Da unser Induktionsanfang (n0) aber erst bei 8 ist, gilt sie erst ab n größergleich 8. (siehe Skriptum S.3 "Bemerkung" - Punkt 2)


Ähnliches Bsp.: http://www.oemo.at/w/index.php?namespace=E-Kurs&title=vollst%E4ndige+Induktion --Mnemetz 06:30, 3. Nov 2005 (CET)

Überarbeitet von --LeoBlaid 00:41, 5. Nov 2005 (CET)