TU Wien:Mathematik 1 UE (diverse)/Übungen WS06/Beispiel 95

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Sei mRn⇔|m|≤|n|,m,n∈ℤ. Ist R eine Halbordnung auf ℤ?

Halbordnung

Eine binäre Relation R auf einer Menge A heißt Halbordnung oder partielle Ordnung, wenn folgende drei Eigenschaften erfüllt sind:

  • Reflexivität: ∀a∈A:aRa,
  • Antisymmetrie: ∀a,b∈A:(aRb∧bRa)⇒a=b,
  • Transitivität: ∀a,b,c∈A:(aRb∧bRc)⇒aRc.

Damit die Relation R eine Halbordnung ist, muß sie also die Eigenschaften Reflexivität, Antisymmetrie und Transitivität erfüllen.


Reflexivität: mRm?

|m|≤|m|∀m∈ℤ⟹ reflexiv.


Antisymmetrie: mRn∧nRm⇒m=n?

Aus |m|≤|n|∧|n|≤|m| folgt |m|=|n|. Diese Äquivalenz ist aber nicht nur erfüllt, wenn m=n, sondern aufgrund der Absolutbeträge auch wenn m=−n, daher ist R nicht antisymmetrisch.


Von Axel:

Ich habe die Antisymmetrie ein bisserl anders gemacht, der Grund: Wenn ich das Widerlegen von "Aus |m|<=|n| und |n|<=|m| folgt |m|=|n|" als Beweisgrundlage hernehme, dann wird der Panholzer fragen woher ich wissen will, dass "Aus |m|<=|n| und |n|<=|m| folgt |m|=|n|" und "mRn und nRm impliziert n=m" Äquivalent sind ;-)

Wenn man das gleich "von hinten rum" macht geht es imho einfacher:

Beweise/Wiederlege die Annahme: Aus mRn und nRm folgt m=n fuer alle m,n Element Z.

Sei m Element Z und m groesser 0 und n = -m. Dann ist wegen |m|<=|-m| mRn gegeben, und wegen |-m|<=|m| nRm geben, aber m ungleich n, also die Annahme wiederlegt.


Von Jens: Aus |m|≤|n|∧|n|≤|m| folgt aufgrund der Antisymmetrie der Halbordnung ≤, daß |m|=|n|. So ist die Definition der Kleiner-gleich-Relation, das mußt Du nicht extra beweisen.


Transitivität: mRn∧nRo⇒mRo?

|m|≤|n|+|n|≤|o||m|+|n|≤|n|+|o||−|n||m|≤|o|

Daraus folgt, daß R transitiv ist.


Da R nur die Eigenschaften Reflexivität und Transitivität erfüllt, nicht aber die Antisymmetrie, ist R keine Halbordnung auf ℤ.