TU Wien:Mathematik 2 UE (diverse)/Übungen SS07/Beispiel E11

Aus VoWi
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Berechnen Sie die folgende Summe durch Aufstellen und Lösen einer Rekursion:

∑i=1ni2


Das Erstellen einer Rekursion aus dieser Summenformel dürfte klar sein:

an=an−1+n2, umgeformt

an−an−1=n2 (1).

Die charakteristische Gleichung ist also

λ−1=0,λ=1 (→ 1-fache Nullstelle).

Die harmonische Lösung ist also an(h)=A, eine Konstante.


Für eine partikuläre Lösung müssen wir mehr Aufwand treiben (siehe auch TU Wien:Mathematik 2 UE (diverse)/Konversatorium SS07 (vermischt mit SS08)/Ansatzmethode):

Die Störfunktion in (1) ist n2, also setzen wir ein Polynom Q(n) vom Grad 2 an:

an(p)=(B⋅n2+C⋅n+D)⋅ni, wobei i=1 (einfache Nullstelle bei λ).


Wir setzen in (1) ein:

(Bn2+Cn+D)n−(B(n−1)2+C(n−1)+D)⋅(n−1)=n2

Bn3+Cn2+Dn−B(n3−3n2+3n−1)−C(n2−2n+1)−D(n−1)=n2

Kürzen: 3Bn2−3Bn+B+2Cn−C+D=n2,

Nach Potenzen ordnen: 3Bn2+(−3B+2C)n+(B−C+D)=n2.


Diese Gleichung kann nur erfüllt sein, wenn folgendes gilt (Koeffizientenvergleich):

3B⏟=1n2+(−3B+2C)⏟=0n+(B−C+D)⏟=0=n2.

Für die Konstanten B,C,D ergeben sich also (von linx nach rechz):

  • 3B=1⇒B=13;
  • −313+2C=0⇒C=12;
  • 13−12+D=0⇒D=16.


Also ist an(p)=(13n2+12n+16)n.

Eigentlich könnten wir das Beispiel hier beenden.

Mancher Übungsleiter besteht noch drauf, diese Lösung weiter zu "zerlegen":

  • Komplettlösung:

Wir haben bisher ja nur ah und ap bestimmt; aber an=an(h)+an(p).

Na gut: wenn wir (empirisch, aus der Angabe) a0=0 setzen, kommen wir auf

0=A+(13n2+12n+16)n⏟=0⟹A=0.

Also ist an=an(p).


  • Formelheft-Lösung:

In manchen Formelheften steht als Lösung von ∑i=1ni2=n6(n+1)(2n+1).

Das schaffen wir vielleicht auch noch:


Beim obigen Ergebnis 16 herausheben: an=n(13n2+12n+16)=n6(2n2+3n+1)=n6(n+1)(2n+1).

Odr? --Baccus 04:00, 14. Jun 2007 (CEST)


Ähnliche Beispiele: