TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 482

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Zeigen Sie, dass in jedem Vektorraum V über dem Körper 𝐊 für alle a→∈V,λ∈𝐊 gilt:

λ⋅(−a→)=−(λ⋅a→)

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Vektorraum
Vektorraum[Bearbeiten, Wikipedia, 3.02 Definition]

Sei (V,+) eine abelsche Gruppe und K ein Körper. (V,+,K) heißt Vektorraum, wenn ∀x→,y→∈V,∀λ,μ∈K folgendes gilt:

  1. λ⋅(x→+y→)=λx→+λy→
  2. (λ+μ)⋅x→=λx→+μx
  3. (λ⋅μ)⋅x→=λ⋅(μx→)
  4. 1⋅x→=x→

Lösungsvorschlag von Har203

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--Har203 16:54, 24. Feb. 2026 (CET)

Zeigen Sie, dass in jedem Vektorraum V über dem Körper 𝕂 für alle a→∈V,λ∈𝕂 gilt: λ⋅(−a→)=−(λ⋅a→)

Anmerkung: In diesen Beweisen unterscheide ich zwischen 0 des Körpers 0K∈𝕂 und dem Nullvektor 0V∈V.


Beweis: 0K⋅a→=0V→,a→,0V→∈V,0K∈𝕂:

Aus (0K+0K)=0K folgt:

(0K+0K)⋅a→=(0K)⋅a→.

Das DG besagt: (λ+μ)⋅a→=(λ⋅a→)+(μ⋅a→):

Ausgehend vom DG folgt:

(0K+0K)⋅a→=(0K⋅a→)+(0K⋅a→).

Also gilt:

(0K+0K)⋅a→=(0K⋅a→) und (0K+0K)⋅a→=(0K⋅a→)+(0K⋅a→).

Setzt man die beiden rechten Seiten gleich, folgt:

(0K⋅a→)=(0K⋅a→)+(0K⋅a→).

Addieren wir auf beiden Seiten das additiv Inverse von (0K⋅a→), so folgt:

(0K⋅a→)+(−(0K⋅a→))=(0K⋅a→)+(0K⋅a→)+(−(0K⋅a→))⟹0V→=(0K⋅a→).


Beweis: (−a→)=(−1)⋅a→,a→,0V→∈V,0K∈𝕂:

Da 1+(−1)=0K, folgt durch Multiplikation mit a→:

(1+(−1))⋅a→=0K⋅a→=0V→ - nach obigen Beweis: 0K⋅a→=0V→.

Das DG besagt: (λ+μ)⋅a→=(λ⋅a→)+(μ⋅a→):

Nach dem DG folgt:

(1+(−1))⋅a→=1⋅a→+(−1)⋅a→=a→+(−1)⋅a→.

Setzen wir diese beiden Gleichungen gleich, erhalten wir:

(1+(−1))⋅a→=0V→ und (1+(−1))⋅a→=a→+(−1)⋅a→.

Per Definition ist (−a→) das additive Inverse von a→, also a→+(−a→)=0V→.

Das additive Inverse von a→ ist eindeutig bestimmt. Damit muss folgen:

a→+(−a→)=0V→ und a→+(−1)⋅a→=0V→⟹(−a→)=(−1)⋅a→.


Beweis: λ⋅(−a→)=−(λ⋅a→),a→∈V,λ∈𝕂:

Anmerkung: In 𝕂 gilt nach dem Kommutativgesetz: ((−1)⋅λ)=(λ⋅(−1)).
Anmerkung: Um den Beweis exakt durchführen zu können: Der Ausdruck (−(λ⋅a→)) ist das additive Inverse von (λ⋅a→).

Da der Ausdruck −(λ⋅a→)∈V ist, folgt nach dem obigen Beweis (−a→)=(−1)⋅a→:

R.S.:−(λ⋅a→)=(−1)⋅(λ⋅a→).

Nach dem AG der Skalarmultiplikation von V gilt: (λ⋅μ)⋅a→=λ⋅(μ⋅a→). Daraus folgt:

(−1)⋅(λ⋅a→)=((−1)⋅λ)⋅a→.

Nun gilt in 𝕂 das Kommutativgesetz:

((−1)⋅λ)⋅a→=(λ⋅(−1))⋅a→.

Nach dem Assoziativgesetz gilt:

(λ⋅(−1))⋅a→=λ⋅((−1)⋅a→).

Mit dem 2. Beweis (−a→)=(−1)⋅a→ folgt dann:

λ⋅((−1)⋅a→)=λ⋅(−a→). q.e.d. ◼

Wikipedia:

Ähnliche Beispiele:

Link auf PDF-Datei mit Lösungen von Beispielen: