TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 119

Aus VoWi
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Untersuchen Sie, ob die Relation ARB⇔A△B=∅ (△ die symmetrische Differenz) auf der Potenzmenge einer Menge M eine Äquivalenzrelation bildet.

Dieses Beispiel ist als solved markiert. Ist dies falsch oder ungenau? Aktualisiere den Lösungsstatus (Details: Vorlage:Beispiel)


Zusatzaufgabe Gruppe L

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestimmen Sie ebenfalls die durch die Äquivalenzrelation aufgespannte Partition.

Symmetrische Differenz
Symmetrische Differenz[Bearbeiten, Wikipedia]

Die symmetrische Differenz zweier Mengen enthält alle Elemente, die nur in einer der beiden Mengen vorhanden sind. A△B:=(A∖B)∪(B∖A)=(A∪B)∖(A∩B)

Potenzmenge

Die Potenzmenge 𝒫(M) einer Menge M ist die Menge aller Teilmengen von M.

Zu ihren trivialen Elementen zählen die leere Menge ∅ und die Menge M selbst.

𝒫(M):={T∣T⊆M}

Äquivalenzrelation
Äquivalenzrelation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine binäre Relation R auf einer Menge A heißt Äquivalenzrelation, wenn folgende drei Eigenschaften erfüllt sind:

Reflexivität: ∀a∈A:aRa,

Symmetrie: ∀a,b∈A:aRb⇒bRa,

Transitivität: ∀a,b,c∈A:(aRb∧bRc)⇒aRc.

Lösungsvorschlag

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die symmetrische Differenz besagt, daß alle Elemente, die in beiden Mengen vorkommen, ausgeschlossen werden, das Gegenstück zur Schnittmenge.

Wenn also die symmetrische Differenz von A und B die leere Menge ist, dann heißt das, daß es nur Elemente gibt, die in beiden Mengen vorhanden sind, mit anderen Worten A = B.

Und bei Identität sind die drei Voraussetzungen der Äquivalenzrelation (Reflexivität, Symmetrie und Transitivität) gegeben.

Hapi

Lösungsvorschlag von Weaver

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ist die symmetrische Differenz zweier Mengen leer, so müssen diese beiden Mengen gleich sein:

A△B=∅

⇔(A∖B)∪(B∖A)=∅

⇔(A∖B=∅)∧(B∖A=∅)

⇔A⊆B∧B⊆A

⇔A=B

Da R die Gleichheitsrelation darstellt, hält sich die Prüfung zur Äquivalenzrelation kurz:

Reflexivität:

∀A∈𝒫(M):ARA⟺A=Aq.e.d.

Symmetrie:

∀A,B∈𝒫(M):ARB⇒BRA⟺A=B⇒B=Aq.e.d.

Transitivität:

∀A,B,C∈𝒫(M):(ARB)∧(BRC)⇒ARC⟺(A=B)∧(B=C)⇒A=Cq.e.d.

⇒R bildet auf 𝒫(M) eine Äquivalenzrelation.

Partition:

Die Äquivalenzklasse eines Elements A∈𝒫(M) lässt sich folgendermaßen darstellen:

K(A)={B∈𝒫(M)∣ARB}

Die Partition ist die Menge aller Äquivalenzklassen:

𝒦={∀A∈𝒫(M):K(A)}

={∀A∈𝒫(M):{B∈𝒫(M)∣A=B}}

={∀A∈𝒫(M):{A}}

Wichtig ist, hierbei zu beachten, dass sich die Partition nicht direkt aus den Mengen der Potenzmenge zusammensetzt ("A"), sondern aus einelementigen Mengen mit je einer Menge der Potenzmenge ("{A}").

Beispielsweise wäre die Partition für M={1,2} mit 𝒫(M)={∅,{1},{2},{1,2}} die Menge 𝒦={{∅},{{1}},{{2}},{{1,2}}}.