TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 35

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Man untersuche die Folge (an)n∈ℕ auf Wohldefiniertheit und Konvergenz und bestimme gegebenfalls den Grenzwert. (Die an sind für fast alle n∈ℕ definiert.)

an=2n2−5n94+77n3+2n−32+1

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Grenzwert

Eine reelle Zahl a heißt Grenzwert (oder Limes) der Folge (an)n≥0, falls in jeder ϵ-Umgebung von a fast alle Folgenglieder an liegen, d.h., falls

∀ϵ>0∃N(ϵ)∈ℕ∀n>N(ϵ):|an−a|<ϵ   (Definition 4.4)

Quotientenkriterium

Wenn |an+1an|≤q<1∀n≥n0, dann ist ∑an absolut konvergent.

Falls hingegen |an+1an|≥1∀n≥n0, dann ist ∑an divergent.   (Satz 4.52)

Cauchykriterium

⟨xn⟩n∈ℕ:∀ε>0∃N(ε)∀n,m≥N(ε):|xn−xm|<ε.   (Definition 4.28)

Eine Cauchy-Folge ist stets konvergent (in ℝ).

Lösung von Baccus

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Konvergenzverhalten

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Die höchste Potenz im Zähler ist n94, die höchste Potenz im Nenner ist n3: ⇒|n94|<|n3|∀n∈ℕ.

Der Nenner schwindet also schneller als der Zähler ⇒|an+1an|<1 →kriteriumQuotienten- ⟨an⟩ ist konvergent.

Wir ziehen aus der gesamten Gleichung das Nenner-Element mit der höchsten Potenz (n3) einfach brutal heraus:

⟨an⟩=2n2−5n94+77n3+2n−32+1= 2n2n3−5n94n3+7n37n3n3+2n−32n3+1n3= 2n⏞→0−5n34⏞→0+7n3⏞→07⏟→7+2n92⏟→0+1n3⏟→0= →n→∞lim0−0+07+0+0⏟=0=0

Dieser Trick funktioniert auch bei ähnlichen Beispielen :-).

--Baccus 04:16, 23. Jan 2007 (CET)

Lösungsversuch von Hapi

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Zunächst sollte man die Folge etwas näher untersuchen und abschätzen.

Der Zähler entspricht dem Wert (n2(2−5n4)+7 ), n2 und n4 konvergieren gegen −∞.

Der Nenner ist der Wert 7n3+2/n3/2+1, wobei n3 und 1/n3/2 ebenfalls gegen ∞ konvergieren.

−∞∞ ist aber ein unbestimmter Ausdruck, man muss daher andere Methoden anwenden, um die Konvergenz der Reihe zu beweisen. Eine derartige Möglichkeit wäre z.B. das Qotientenkriterium ob an /an+1 < 1 ist oder ob in einer hinlänglich kleinen Epsilon Umgebung an > an+1, damit die Folge konvergiert (Cauchy-Kriterium). d.h an = 1/q > an+1 = 1/q+1

Da n2<n3 ist und auch n2n4n3 kleiner n3 ist, wäre somit Konvergenz gegeben.

Der Limes berechnet sich wie folgt:

(Man dividert den Zäher durch n2∗n4 und den Nenner durch n3 (um die n aus den Zählern zu kriegen!))

Leider nicht richtig, habe bei Baron nachgeschlagen, Baccus hat da besser aufgepaßt. Man muss alles durch die insgesamt größte Potenz (hier n3) dividieren, auch wenn die Potenzen in Zähler und Nenner ungleich sind. Für Puristen formal richtiger die Brüche nicht dividieren sondern den Bruch mit jeweils 1n3 erweitern. Danke für den Hinweis, Baccus!

2n−5n34+7n37+2n3∗n23+1n3=2∞−5∞+7∞7+2∞+1∞=0−0+07+0+0=07

da jeder Wert /∞ den Limes 0 hat.

Lösung Übungsstunde Urbanek:

Da größere Potenz im Zähler steht, konvergiert die Reihe. Einfach Gleichung mit 1/n³ in Zähler und Nenner erweitert, dann Limes berechnet wie oben, Ergebnis 0/7 = 0

Hapi

Ähnliche Beispiele:

  Beispiel 446-449
  Beispiel 451-462