TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 82

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Man untersuche die folgende Reihe auf Konvergenz und absolute Konvergenz.

∑n≥0(−1)nn2+2

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Lösungsvorschlag von Hapi

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Erst einmal einige Überlegungen zu dieser offensichtlich geometrischen Reihe:

1. Die Reihe ist jedenfalls alternierend, beginnend mit (−1)010+2=(1)2, dann (−1)12+2=(−1)3

2. Reihe monoton fallend, nächste Glieder: (1)6, dann (−1)11; Reihe daherer alternierenden Reihe 1/(n+ konstanter Betrag)

3. Glieder konvergieren gegen 0, d.h. = 1 / unendlich und liegen bereits bei

     n = 10 zwischen 0,41 und 0,31)

4. Somit trifft der Satz von Leibnitz zu: an+1 =< an, ---> lim an = 0 ---> Reihe konvergent (hinreichend)

5. Reihe ist dann absolut konvergent, wenn die Summe der Beträge der Elemente konvergent ist

   |∑k≥0 ak| =< |∑k≥0|ak| < Epsilon ; trifft bei alternierender Reihe zu

Schlußfolgerung: Reihe ist konvergent und absolut konvergent

Hapi


Lösung Übungsstunde Urbanek:

Alternierende Reihe, Leibnitzkriterium, Reihe monoton fallend, konvergiert gegen 0.

Das hatten wir auch. Dann hat er mit Ungleichungen gearbeitet:

  1n2+2≥1n2+2n2=1n∗13

1/n * einer Konstanten ist eine harmonische Reihe, die ist aber divergent, somit keine absolute Konvergenz.

Da lagen wir leider etwas daneben.


Lösungsvorschlag von Baccus

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∑n≥0(−1)nn2+2

Konvergenz von Reihen

Konvergenzeigenschaften von Reihen:

  • Ist ∑n=0∞an konvergent, dann gilt limn→∞an=0, aber nicht umgekehrt.   (Satz 4.35)
  • ∑an heißt absolut konvergent, wenn ∑|an| konvergent ist.   (Definition 4.43)
"absolut konvergent" {⇒⇍i.A.} "konvergent", d.h. Absolute Konvergenz ist eine stärker bindende Aussage als Konvergenz.   (Satz 4.44)
Leibniz-Kriterium

Für eine alternierende Reihe ∑an, d.h. sgn⁡(an) = (−1)n, und |an| monoton fallend und konvergent nach limn→∞an=0 gilt:

∑an ist konvergent.   (Satz 4.41)

Minorantenkriterium


Wenn ∑an und ∑bn zwei Reihen sind, 0≤an≤bn für fast alle n gilt und ∑an divergent, dann ist auch ∑bn divergent.   (Satz 4.48)

Harmonische Reihe

Die harmonischen Reihe ist streng monoton steigend und divergent.

∑k=1n1k=1+12+13+⋯+1n   (Beispiel 4.36)

  • Die Reihe ist eine alternierende welche, wie man aus dem Koeffizienten (−1)n sieht.
  • Der Absolutwert der Folgeglieder ist konvergent gegen Null: limn→∞1n2+2=0.

Das paßt haargenau aufs Leibnitzkriterium ⇒ konvergent.


Für die absolute Konvergenz muß man zeigen, daß ∑n≥0|(−1)nn2+2|=∑n≥01n2+2 konvergiert bzw. divergiert.

Da die Folge 1n2+2≥1n2+2n+1=1n+1∀n≥1, sieht man anhand des Minorantenkriteriums, daß die Reihe divergiert.

Die Reihe ist also nicht absolut konvergent.

--Baccus 20:15, 25. Jan 2007 (CET)

Lösungsvorschlag von Kujaku

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Quotientenkriterium:

Wenn |an+1an|≤q<1∀n≥n0, dann ist ∑an absout konvergent.

Gleichbedeutend mit:

Wenn |limn→∞an|<1, dann ist ∑an absout konvergent.

Schritt 1-4 von Hapi, Schritt 5:

1(n+1)2+21n2+2<1

n2+2(n+1)2+2<1

da n+1 im nenner steht, wird der nenner bei genügend großem n immer größer sein als der zähler => n2+2(n+1)2+2<1 w.A.

anmerkung koDiacc. < 1 reicht imo nicht, es muss heißen <= q < 1 , d.h. man muss eine zahl finden q, und man muss angeben ab welchem n das für alle n gilt.

ob es mit der limesform des Quotientenkriterium funktioniert weiß ich auch nicht. da laut wolframalpha der grenzwert genau 1 ist und nicht < 1

Man sieht auch beim Plot sehr schön, dass der Nenner den Zähler nicht "überholt" .. das n wächst gleich schnell, ein + 2n verändert es nicht im exponentiellen http://www.wolframalpha.com/input/?i=plot+sqrt%28n%5E2%2B2%29%2C+sqrt%28%28n%2B1%29%5E2%2B3%29+from+0+to+20

Anm.: Auch Limesform des Quotientenkriteriums hilft hier nicht, da es für den Fall =1 kein Ergebnis liefert. D.h. das Quotientenkriterium führt hier nicht zum Ziel.

Lösungsvorschlag von Padraig

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Im Prinzip ähnlich bzw. aufbauend auf den vorherigen Lösungsvorschlägen...


  • Definition - Konvergenzkriterium von Leibniz: Eine alternierende Reihe ∑n≥0(−1)nan, für die (an)n≥0 eine monoton fallende Nullfolge ist, ist konvergent.
  • Definition - Minorantenkriterium: Seien ∑nan und ∑nbn zwei Reihen, sodass 0≤bn≤an für fast alle n. Falls ∑nbn divergent ist, so ist auch die Reihe ∑nan divergent.

Untersuche man nun, ob das Konvergenzkriterium von Leibniz anwendbar ist. Erleichtern wir uns dies, indem wir die Reihe anders anschreiben...

∑n≥0(−1)n⋅1n2+2

Zu überprüfen ist also gemäß Leibniz die Konvergenz von 1n2+2=an, wobei a0=102+2=12. Der Verdacht liegt schon nahe, dass sie monoton fallend ist. Wir sehen...

an>an+1

1n2+2>1(n+1)2+2

n2+2n+3>n2+2

n2+2n+3>n2+2

2n>−1 für alle n≥0

... dass sie streng monoton fallend ist. Nun zum Beweis, dass es eine Nullfolge ist, durch das Sandwich-Theorem:

0≤1n2+2≤1n2=1n→0

Somit greift also das Konvergenzkriterium von Leibniz, und unsere Reihe ist konvergent. Was damit aber noch nicht geklärt ist, ist die absolute Konvergenz. In unserem Falle bedeutet dies, dass ...

∑n≥0|(−1)nn2+2|=∑n≥0|(−1)n||n2+2|=∑n≥01n2+2

Hierbei hilft uns nun das Minorantenkriterium, wobei wir eine Folge bn finden müssen, sodass 0≤bn≤an gilt. Selbstverständlich gilt, dass ...

∑n≥01n2+2≥12+∑n≥11n2+2n2=12+∑n≥113n2=12+∑n≥113n=12+∑n≥1(3n)−1=12+∑n≥1(3)−1n−1=12+∑n≥113⋅1n⏟harm.R.


Schließlich erkennen wir, dass eine harmonische Reihe divergent ist. Gemäß Minorantenkriterium ist somit auch die Folge ∑n≥01n2+2 divergent. Es handelt sich somit um keine absolute Konvergenz, und der Beweis ist abgeschlossen.


--Padraig (Diskussion) 11:13, 05. Apr. 2022 (CEST)