TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 416

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Untersuchen Sie, ob die folgenden Strukturen Ringe, Integritätsringe bzw. Körper sind:

M=ℚ[𝟓]={a+b⋅𝟓|a,b∈ℚ} mit der Addition und Multiplikation aus ℝ.

Dieses Beispiel ist als solved markiert. Ist dies falsch oder ungenau? Aktualisiere den Lösungsstatus (Details: Vorlage:Beispiel)


Lösungsvorschlag von mnemetz

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Für die Addition

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Abgeschlossenheit

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(w+x∗5)+(y+z∗5)=(w+y)+(x+z)∗5

w + y ∈ℚ, x + z ∈ℚ⇒ abgeschlossen

Assoziativität

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a∘(b∘c)=(a∘b)∘c

  • a=(u+v∗5)
  • b=(w+x∗5)
  • c=(y+z∗5)

(u+v∗5)+((w+x∗5)+(y+z∗5))=((u+v∗5+(w+x∗5))+(y+z∗5)(u+w+y)+(v+x+z)∗5=(u+w+y)+(v+x+z)∗5

Daher: assoziativ

Neutrales Element (Nullelement)

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e=0+0∗5=0

Inverses Element

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(x+y∗5)′=(−x)+(−y)∗5


Kommutativität

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trivial


Schlussfolgerung

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Es liegt eine Abelsche Gruppe vor.


Für die Multiplikation

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Abgeschlossenheit

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(w+x∗5)∗(y+z∗5)=w∗y+w∗z∗5+y∗x∗5+5∗x∗z=(w∗y+5∗x∗z)⏟∈ℚ+((w∗z+y∗x)⏟∈ℚ∗5)

abgeschlossen

Assoziativität

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trivial. Ist gegeben.


Neutrales Element

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e=1+0∗5


Inverses Element

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(x+y∗5)∗(x′+y′∗5)=1+0∗5x′+y′∗5=1+0∗5x+y∗5x′+y′∗5=(1+0∗5)∗(x−y∗5)x2−5∗y2

Untersuchung des Nenners der rechten Seite:

x2=5∗y2x=±5∗y

und dies ist unmöglich, da x ein Element der rationalen Zahlen ist

Anmerkung Käßknöpfle: x2=5∗y2 kann nicht stimmen da ansonnsten x2−5∗y2=0 wäre und das ist bei einer Division nicht möglich. Daher ist diese Annahme falsch!

Daher wurde nur durch das bewiesen das es kein Multiplikatives Invers von 0 gibt.

Es reicht zz das x′+y′∗5=x−y5x2−y2∗5=xx2−y2∗5−yx2−y2∗5∗5 hier sind jeweils beide Teile wieder in Q. => Es gibt ein Inverses Element für alle x & y, welche nicht 0 sind. (Wichtig für Begründung für Körper)

Kommutativität

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trivial

Schlussfolgerung

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Es liegt eine Abelsche Gruppe vor.

Anmerkung Jan: Wie kann eine Abelsche Gruppe vorliegen wenn es laut der Lösung gar kein inverses Element gibt? Müsste es sich hierbei nicht um ein kommutatives Monoid handeln?

Anmerkung Käßknöpfle: Wie Jan richtig sagt handelt es sich um ein kommutativen Monoid.

Schlussfolgerung

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Es liegt ein Körper für ⟨M,+,∗⟩ vor.

Anmerkung Jan: Um nachzuweisen dass es sich um einen Ring handelt muss gezeigt werden dass die Distributivgesetze für die Struktur gelten, dies ist im vorliegenden Lösungsweg aber nicht erfolgt. Um in einem zweiten Schritt nachzuweisen dass es sich um einen Körper handelt, müssen alle Elemente der Struktur eine Einheit sein, also ein multiplikativ inveses besitzen; auch dies ist im vorliegenden Lösungsweg nicht erfolgt.

Anmerkung neo: Es handelt sich um einen kommutativen Monoid bezüglich der Multiplikation. Des Weiteren ist, nach meinem Lösungsweg, die gesamte Struktur ein Integritätsring. (M,+) ist eine abelsche Gruppe und (M,∗) ein kommutativer Monoid d.h der Ring ist daher ein kommutativer Ring mit Einselement. Da eine Multiplikation nur 0 ergibt, wenn einer der Faktoren 0 ist, gibt es hier eine Nullteilerfreiheit und daher ist (M,+,∗) ein Integritätsring.

Anmerkung Käßknöpfle: Es ist ein kommutativer Ring, da (M,+) eine kommutative Gruppe mit neutralem Element 0. (M,*) ist eine kommutativer Monoid. => Somit ist eis ein kommutativer Ring mit Einselent. Desweiteren ist die Definition eines Körpers gegeben. (M,+,*) hat ein Einselement mit 1≠0 und jedes a≠0 eine Einheit (multiplikatives Invers).

Anmerkung von BarFoos

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Ich würde die Existenz eines neutralen Elements nicht so trivial angeben. Per Def. muss ein neutrales Element folgendes erfüllen: a∘e=e∘a=a. Das heißt:

a+e=e+a=a

(a+b5)+e=(a+b5) mit a,b∈ℚ (per Def.)

e=0

Abelsche Gruppe
Abelsche Gruppe
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Eine Abelsche Gruppe (G,∘) mit Funktion ∘:G×G→G ist

  • abgeschlossen bzgl. der Operation ∘ in G mit a,b∈G gilt a∘b∈G
  • assoziativ: ∀a,b,c∈G:a∘(b∘c)=(a∘b)∘c
  • besitzt ein neutrales Element e: ∃e∈G:∀a∈G:a∘e=e∘a=a
  • besitzt inverse Elemente a−1 bzw. a′: ∀a∈G:∃a−1∈G:a∘a−1=a−1∘a=e
  • sowie ist in allen Formen kommutativ bzw. abelsch: ∀a,b∈G:a∘b=b∘a
Ring
Ring[Bearbeiten, Wikipedia, 2.68 Definition]

Ein Ring (R,+,⋅) ist eine Menge R mit zwei binären Operationen + und ⋅, sodass

  • (R,+) eine kommutative Gruppe ist,
  • (R,⋅) eine Halbgruppe ist,
  • die Distributivgesetze
a⋅(b+c)=(a⋅b)+(a⋅c) und
(a+b)⋅c=(a⋅c)+(b⋅c)
für alle a,b,c∈R gelten.
Nullteiler

In einem Ring kann das Produkt zweier von 0 verschiedener Elemente trotzdem 0 sein. Z.B. gilt in ℤ6 die Beziehung 2‾⋅3‾=6‾=0‾. Man nennt im Allgemeinen ein Element a≠0 eines Ringes R Nullteiler, wenn es ein b≠0 aus R gibt, so dass a⋅b=0 oder b⋅a=0 ist. Dieses b ist damit natürlich auch ein Nullteiler. Ringe ohne Nullteiler werden gesondert betrachtet.

Integritätsring
Integritätsring[Bearbeiten, Wikipedia, 2.71 Definition]

Kommutativer Ring mit Einselement ohne Nullteiler.

Körper

Ein kommutativer Ring ⟨K,+,⋅⟩ mit Einselement 1≠0, in dem jedes Element a≠0 eine Einheit ist, also ein multiplikatives Inverses besitzt, heißt ein Körper.

Beweis Wurzel 5 irrational

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Beweis 5∉ℚ: Wir nehmen an, dass der Ausdruck 5 rational ist und stellen diesen in der bekannten Form der rationalen Zahlen dar, wobei der Bruch in gekürzter Form sein soll, also sind 𝐩,𝐪 teilerfremd, also p⊥q.

5=pq|(.)2⟹5=p2q2|⋅q2⟹5⋅q2=p2⟹5∣p2⟹5∣p⟹∃o∈ℕ:o=p5⟹p=5⋅o⟹5⋅q2=p2=(5⋅o)2|(:5)⟹q2=5⋅o2⟹5∣q2⟹5∣q⟹∃r∈ℕ:r=q5⟹q=5⋅r⟹pq=5⋅o5⋅r.

⟹ Widerspruch zur Annahme, dass p,q teilerfremd sind, also liegt pq nicht in gekürzter Form vor.

--Har203 19:43, 26. Feb. 2026 (CET)

Untersuchen Sie, ob die folgenden Strukturen Ringe, Integritätsringe bzw. Körper sind:

M=ℚ[𝟓]={a+b⋅𝟓|a,b∈ℚ} mit der Addition und Multiplikation aus ℝ.

Zuerst einmal einige Grundgedanken. Wenn wir uns eine Zahl in der Form ai+aw⋅5 anschauen, dann hätten wir gerne, dass der eine Teil ein rein rationaler Anteil ai∈ℚ ist und der zweite Teil ein rein irrationaler Teil (aw⋅5)∈(ℝ∖ℚ)∪{0} ist. Dieses Verhalten wird durch die Wurzel 5 bestimmt.

Grundsätzlich geht es später darum, ob das Produkt bezüglich ⋅ den Wert 𝟎𝐌 annehmen kann, auch wenn a,b∈M, aber beide ungleich 0M sind (Nullteiler).

  • Den Beweis für 𝟓∉ℚ habe ich oben in den Hilfsmitteln eingefügt.


D.h. wir haben wirklich einen rein rationalen Anteil (ai) und einen rein irrationalen Anteil (aw⋅5). Diese beiden Teile sind disjunkt mit der Ausnahme der {0}.

Für die weiteren Beweise werden wir folgende drei Variablen aus der Menge M verwenden

a=(ai+aw⋅5),b=(bi+bw⋅5),c=(ci+cw⋅5) mit ai,aw,bi,bw,ci,cw∈ℚ⟹a,b,c∈M.

Zuerst die Gruppe mit den geforderten Gruppenaxiomen in ⟨M,+⟩:

  1. Abgeschlossen: ∀a,b∈M gilt:(a+b)∈M.
  2. Assoziativität: ∀a,b,c∈M gilt:(a+b)+c=a+(b+c).
  3. Existenz eines neutralen Elementes bezüglich der Addition: Es gibt ein neutrales Element: 0M∈M mit ∀a∈M gilt:a+0M=0M+a=a.
  4. Für alle Gruppenelemente a existiert ein inverses Element: ∀a∈M gilt:∃(−a)∈M mit:a+(−a)=(−a)+a=0M.
  5. Kommutativität: Für alle Elemente a,b∈M gilt:(a+b)=(b+a)
  • Abgeschlossenheit bezüglich +: Wir prüfen zuerst die Abgeschlossenheit von ⟨M,+⟩:
a+b=(ai+aw⋅5)+(bi+bw⋅5)=(ai+bi)+(aw+bw)⋅5) mit (ai+bi) und (aw+bw)∈ℚ.
D.h. die Summe einer Addition in M ist wieder in der Struktur von M enthalten ⟹ die Struktur ⟨M,+⟩ ist abgeschlossen.
  • Assoziativität bezüglich +:
∀a,b,c∈M gilt:(a+b)+c=a+(b+c)
Da wir mit der Addition aus ℝ arbeiten, gilt natürlich die Assoziativität bezüglich +. Wir können natürlich auch nachrechnen (bei der Addition noch einfach):
(a+b)+c=((ai+aw⋅5)+(bi+bw⋅5))+(ci+cw⋅5)=(ai+aw⋅5)+((bi+bw⋅5)+(ci+cw⋅5))=a+(b+c).
  • Existenz eines neutralen Elementes bezüglich +: Es gibt ein neutrales Element 0M∈M mit ∀a∈M gilt:a+0M=0M+a=a.
Wir nehmen an, dass das neutrale Element bezüglich der Addition 0M=(0+0⋅5)∈M sein wird:
a+0M=(ai+aw⋅5)+(0+0⋅5)=((ai+0)+(aw+0)⋅5)=(ai+aw⋅5)==a=((0+ai)+(0+aw)⋅5)=(0+0⋅5)+(ai+aw⋅5)=0M+a.
D.h. das neutrale Element bezüglich + ist 0M=(0+0⋅5)∈M.
  • Inverse Element: Für alle Elemente a∈⟨M,+⟩ existiert ein inverses Element:
∀a∈M gilt:∃(−a)∈M mit:a+(−a)=(−a)+a=0M.
Das Inverse Element von a=(ai+aw⋅5) wird (−a)=((−ai)+(−aw)⋅5) sein:
a+(−a)=(ai+aw⋅5)+((−ai)+(−aw)⋅5)=((ai+(−ai))+(aw+(−aw))⋅5)=(0+0⋅5)=0M=(((−ai)+ai)+(((−aw)+aw)⋅5))=(((−ai)+(−aw)⋅5)+(ai+aw⋅5))=(−a)+a.
D.h. das inverse Element zu a=(ai+aw⋅5) bezüglich + ist (−a)=((−ai)+(−aw)⋅5)∈M.
  • Kommutativität bezüglich +: ∀a,b∈M gilt:a+b=b+a).
Da die Addition in ℝ kommutativ ist, folgt daraus, dass ⟨M,+⟩ kommutativ ist.
a+b=(ai+aw⋅5)+(bi+bw⋅5)=(bi+bw⋅5)+(ai+aw⋅5)=b+a.


⟹ Wir haben gezeigt, dass ⟨M,+⟩ eine kommutative Gruppe mit neutralem Element (abelsche Gruppe) ist.

Für einen Ring ⟨M,+,⋅⟩ werden wir folgende drei Eigenschaften prüfen:

  1. ⟨M,+⟩ ist eine kommutative Gruppe (mit neutralem Element 0), √
  2. ⟨M,⋅⟩ ist eine Halbgruppe, und
  3. es gelten die beiden Distributivgesetze
  • Abgeschlossenheit: Zuerst prüfen wir die Abgeschlossenheit von ⟨M,⋅⟩:
a⋅b=(ai+aw⋅5)⋅(bi+bw⋅5)=(ai⋅bi+5⋅(aw⋅bw))+(aw⋅bi+ai⋅bw)⋅5.
⟹ Es gilt: (ai⋅bi+5⋅aw⋅bw)∈ℚ und (aw⋅bi+ai⋅bw)∈ℚ⟹a⋅b∈M.
D.h. das Produkt einer Multiplikation ist wieder in der Struktur M enthalten ⟹⟨M,⋅⟩ ist abgeschlossen.
  • Assoziativität bezüglich ⋅: ∀a,b,c∈M gilt:(a⋅b)⋅c=a⋅(b⋅c).
Da wir mit der Multiplikation aus ℝ arbeiten, gilt natürlich die Assoziativität bezüglich ⋅.
Wir können natürlich auch nachrechnen: die linke Seite und die rechte gehen analog:
LS:(a⋅b)⋅c=((ai+aw⋅5)⋅(bi+bw⋅5))⋅(ci+cw⋅5)=(ai⋅bi+aw⋅5⋅bi+ai⋅bw⋅5+aw⋅5⋅bw⋅5)⋅(ci+cw⋅5)=(ai⋅bi⋅ci+5⋅aw⋅bw⋅ci+5⋅aw⋅bi⋅cw+5⋅ai⋅bw⋅cw)+(aw⋅bi⋅ci+ai⋅bw⋅ci+ai⋅bi⋅cw+5⋅aw⋅bw⋅cw)⋅5
  • Kommutativität bezüglich ⋅: Für alle Elemente a,b∈M gilt:a⋅b=b⋅a:
a⋅b=(ai+aw⋅5)⋅(bi+bw⋅5)= KG in ℝ=(bi+bw⋅5)⋅(ai+aw⋅5)=b⋅a.
  • Für die beiden Distributivgesetze müssen folgende Eigenschaften gelten:
a⋅(b+c)=a⋅b+a⋅c(a+b)⋅c=a⋅c+b⋅c}∀a,b,c∈M.


Natürlich gilt hier mit der Addition und Multiplikation in ℝ das 1. und das 2. Distributivgesetz.
Die lange Variante:
a⋅(b+c)==(ai+aw⋅5)⋅((bi+bw⋅5)+(ci+cw⋅5))==(ai+aw⋅5)⋅((bi+ci)+(bw+cw)⋅5))==ai⋅((bi+ci)+(bw+cw)⋅5)+aw⋅5⋅((bi+ci)+(bw+cw)⋅5)==ai⋅bi+ai⋅ci+ai⋅bw⋅5+ai⋅cw⋅5+aw⋅5⋅bi++aw⋅5⋅ci+aw⋅5⋅bw⋅5+aw⋅5⋅cw⋅5==ai⋅bi+ai⋅ci+ai⋅bw⋅5+ai⋅cw⋅5++aw⋅5⋅bi+aw⋅5⋅ci+5⋅aw⋅bw+5⋅aw⋅cw==bi⋅(ai+aw⋅5)+bw⋅(ai⋅5+5⋅aw)+ci⋅(ai+aw⋅5)+cw⋅(ai⋅5+5⋅aw)==bi⋅a+bw⋅(ai⋅5+5⋅aw)+ci⋅a+cw⋅(ai⋅5+5⋅aw)==bi⋅a+bw⋅5⋅(ai+aw⋅5)+ci⋅a+cw⋅5⋅(ai+aw⋅5)==bi⋅a+bw⋅5⋅a+ci⋅a+cw⋅5⋅a==a⋅(bi+bw⋅5)+a⋅(ci+cw⋅5)==a⋅b+a⋅c
  • Für den zweiten Teil (a+b)⋅c=a⋅c+b⋅c nützen wir die kommutative Eigenschaften der Multiplikation aus
(a+b)⋅c=c⋅(a+b) wie oben bewiesen gilt das 1. Distributivgesetz =c⋅a+c⋅b=a⋅c+b⋅c.

Zusätze

  • Einselement bezüglich ⋅: Gibt es ein neutrales Element 1M∈M mit ∀a∈M gilt:a⋅1M=1M⋅a=a.
Wir nehmen an, dass das Einselement von ⟨M,⋅⟩ folgend aussieht: 1M=(1+0⋅5).
a⋅1M=(ai+aw⋅5)⋅(1+0⋅5)=ai⋅1+aw⋅5⋅1+0+0=(ai+aw⋅5)==a=1⋅ai+1⋅aw⋅5+0+0=(1+0⋅5)⋅(ai+aw⋅5)=1M⋅a
  • Kommutativität: haben wir schon gezeigt und verwendet.

⟹ Wir haben einen kommutativen Ring mit Einselement

Integritätsring

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Ein kommutativer Ring mit Einselement ohne Nullteiler heißt Integritätsring.

  • Nullteiler: Man nennt ein Element a≠0M eines Ringes M Nullteiler, wenn es ein b≠0M aus M gibt, so dass a⋅b=0M oder b⋅a=0M ist. Dieses b ist damit natürlich auch ein Nullteiler. D.h ein Nullteiler wäre a⋅b=0M, obwohl beide Elemente a,b∈M ungleich 0M sind.

Wir haben oben bereits bewiesen, dass wir einen rein rationalen Anteil ai und einen rein irrationalen Anteil (aw⋅5) (bis auf aw=0) haben. Diese beiden Teile sind disjunkt mit der Ausnahme der 0.

Die Grundfrage ist, in welchen Formen kann ich das Produkt zweier Zahlen a=(ai+aw⋅5) und b=(bi+bw⋅5), also a⋅b darstellen, um die Zahl 𝟎𝐌 (das neutrale Element bezüglich der Addition als Produkt zu erhalten. Da wir hier eine saubere Aufteilung in ai∈ℚ und (aw⋅5)∈(ℝ∖ℚ)∪{0} haben und es nur einen Schnittpunkt, die 𝟎 gibt, ist die einzige Darstellung von 0M, wenn ai=0 und aw=0 sind. D.h. es gibt keine Nullteiler.

Beispiel Nullteiler

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Ein Beispiel für Nullteiler mit einer anderen Wurzel (4) mit d=(1−0.5⋅4),(ei+ew⋅4) beliebig ∈ℚ[𝟒]={a+b⋅𝟒|a,b∈ℚ} folgt. Hier können wir eine Auslöschung ((ai+aw⋅4)=0M) des ersten rationalen Teils mit dem zweiten Wurzelteil erzielen. Bei der Multiplikation in ℝ ist bekannt, dass d⋅e=0⟺d=0∨e=0⟹

d⋅e=(1−0.5⋅4)⋅e=(1−1)⋅e=0⋅e=𝟎𝐌

D.h. obwohl d=(1−0.5⋅4)≠0M=(0+0⋅4) ist, ist das Produkt d⋅e=0M. D.h. die beiden Elemente d,e sind beide Nullteiler.

⟹ Zurück zur Aufgabe: Jetzt wissen wir bereits, dass ⟨M,+,⋅⟩ ein Integritätsring ist

Ein kommutativer Ring ⟨M,+,⋅⟩ mit Einselement 1M≠0M, in dem jedes Element a≠0M eine Einheit ist, also ein multiplikatives Inverses besitzt, heißt ein Körper.

Wir werden noch das inverse Element zu einem beliebigen Element a=(ai+aw⋅5) berechnen. Es muss gelten a⋅a−1=1M=(1+0⋅5):

1=a⋅b=(ai+aw⋅5)⋅(bi+bw⋅5)=(ai⋅bi+5⋅aw⋅bw)+(ai⋅bw+aw⋅bi)⋅5⟹⟹es muss gelten :ai⋅bi+5⋅aw⋅bw=1∧(ai⋅bw+aw⋅bi)=0⟹⟹bw=−aw⋅biai(ai≠0)∧ai⋅bi+5⋅aw⋅−aw⋅biai=1⟹⟹bi⋅ai2+5⋅aw⋅(−aw)ai=1⟹bi=aiai2−5⋅aw2∧bw=−awai2−5⋅aw2

Sonderfälle ai=0 und ai2−5⋅aw2=0 (wir haben oben durch ai und ai2−5⋅aw2 dividiert)

(x2−y2=(x−y)⋅(x+y))⟹ai2−5⋅aw2=(ai−aw⋅5)⋅(ai+aw⋅5):
  • ai=0,
1=a⋅b=(ai+aw⋅5)⋅(bi+bw⋅5)=5⋅aw⋅bw+aw⋅bi⋅5⟹⟹es muss gelten :5⋅aw⋅bw=1∧aw⋅bi⋅5=0⟹bi=0=aiai2−5⋅aw2∧bw=15⋅aw=−awai2−5⋅aw2
  • ai−aw⋅5=0, der erste Teil ist rational, der zweite Teil ist irrational ⟹ der Ausdruck kann nur bei ai=aw=0 den Wert 0M annehmen ⟹ai=0.
  • ai+aw⋅5=0, der erste Teil ist rational, der zweite Teil ist irrational ⟹ der Ausdruck kann nur bei ai=aw=0 den Wert 0M annehmen ⟹ai=0.
a=(2+3⋅5),b=(−2/41+3/41⋅5),a⋅b=(−4/41+45/41)+(−6/41+6/41)⋅5=(1+0⋅5)=𝟏a=(0+3⋅5),b=(0+115)⋅5,a⋅b=(3⋅5⋅115⋅5)=1515=(1+0⋅5)=𝟏

Gesamtergebnis ⟹ ⟨M,+,⋅⟩ ist ein Körper. ◼

Wikipedia:

Link auf PDF-Datei mit Lösungen von Beispielen:

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