TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik UE (diverse)/Übungen WS18/Beispiel Z1

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Betrachten Sie die Gruppe (ℂ∖{0},⋅).

Sei U={z∈ℂ∣|z|=1}. Zeigen Sie, dass U ein Normalteiler von (ℂ∖{0},⋅) ist.

Zeigen Sie weiters, dass f:ℂ∖{0}→ℂ∖{0},z↦|z| ein Gruppenhomomorphismus ist.

Verwenden Sie diesen und den Homomorphiesatz, um eine zu ℂ∖{0}/U isomorphe Untergruppe von (ℂ∖{0},⋅) zu finden.

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Untergruppe
Untergruppe[Bearbeiten, Wikipedia, 2.50 Definition]

U⊆G ist genau dann eine Untergruppe von G, wenn:

  1. U≠∅
  2. a,b∈U⇒a∘b−1∈U
Normalteiler
Normalteiler[Bearbeiten, Wikipedia, 2.58 Definition]

Eine Untergruppe N≤G heißt Normalteiler, wenn stets die Äquivalenz zwischen der LNK (Linksnebenklasse, a∘N) und der RNK (Rechtsnebenklasse, N∘a) gilt, d.h.:

∀a∈G:a∘N=N∘a

Die Menge der Nebenklassen {a∘N∣a∈G} bildet selbst eine Gruppe, die Faktorgruppe G/N.

Homomorphismus

Seien (G,∘) und (H,⋆) Gruppen.

Eine Abbildung φ:G→H heißt Homomorphismus, falls gilt: φ(a∘b)=φ(a)⋆φ(b)∀a,b∈G.

Homomorphiesatz
Homomorphiesatz[Bearbeiten, Wikipedia, 2.66 Definition]

Sei φ:G→H ein Gruppenhomomorphismus. Dann ist die Faktorgruppe G/ker⁡(φ) zum Bild φ(G) isomorph:

G/ker⁡(φ)≅φ(G)

Die Nebenklasse a∘ker⁡(φ)∈G/ker⁡(φ) entspricht dem Element φ(a)∈φ(G)

Lösung von Piri

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Es sind 3 Dinge zu zeigen:

(1) U⊴G

(2) f ist ein Gruppenhomomorphismus

(3) Eine zu ℂ∖{0}/U isomorphe Untergruppe von (ℂ∖{0},⋅) finden


(1) Zuerst zeigen wir dass U≤G durch das Untergruppenkriterium:

Für U gilt offensichtlicher Weise U≠∅, daher gilt es nur mehr s,w∈U⇒s⋅w−1∈U zu zeigen.

Lass s=[1,φ],w=[1,ψ]∈U

w−1 ist w‾, da w⋅w‾=[1,ψ]⋅[1,−ψ]=1

Dh. z⋅w−1=[1,φ]⋅[1,−ψ]=[1,φ−ψ]∈U


Damit ist U≤G gezeigt.

Da die ⋅ Operation in ℂ kommutativ ist, stimmen die Links- und Rechtsnebenklassen überein und daraus folgt U⊴G.


(2) Man kann für f(z⋅w)=f(z)⋅f(w) einfach mal einsetzen:

|z⋅w|=|z|⋅|w|

Das stimmt offensichtlicher Weise für alle komplexen Zahlen und daher ist f ein Homomorphismus


(3) Bei genauerer Überlegung sieht man, dass U=ker(f), da U alle komplexen Zahlen enthält die auf 1 abgebildet werden und 1 das neutrale Element der Multiplikation ist. Weiters sieht man, dass f(G)=ℝ+. Deswegen sagt uns der Homomorphiesatz dass G/U≅ℝ+.

Da (ℝ+,⋅)≤(ℂ∖{0},⋅), ist ℝ+ unsere gesuchte Untergruppe.