TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 5

Aus VoWi
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Man finde alle Häufungspunkte der Folge an=sin⁡nπ2+(−1)n(n+1)/2(n≥0).

Dieses Beispiel ist als solved markiert. Ist dies falsch oder ungenau? Aktualisiere den Lösungsstatus (Details: Vorlage:Beispiel)


Lösungsvorschlag

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Anfang berechnen wir die ersten paar Folgenglieder von an, um Vermutungen für Häufungspunkte aufzustellen.

a0=0+1=1

a1=1+(−1)=0

a2=0+(−1)=−1

a3=(−1)+1=0

a4=a0

a5=a1

...

Aus der Berechnung dieser Folgeglieder nehmen wir an, dass unsere Häufungspunkte {0,−1,1} sind. Es gilt jetzt nur noch zu zeigen, dass die Folge keine anderen Zahlen annehmen kann.

Nun kann die Folge an als an=bn+cn angeschrieben werden, wobei bn=sin⁡nπ2 und cn=(−1)n(n+1)/2.

Betrachten wir zunächst bn. Aus der Tatsache, dass es sich bei bn um eine Sinusfunktion, und somit eine periodische Funktion handelt, kann man leicht zeigen, dass diese für alle n sich wie angenommen periodisch verhält. Dafür betrachten wir jedes erste, zweite, dritte und vierte Folgeglied.

b4n=sin⁡4nπ2=sin⁡2nπ=0

b4n+1=sin⁡(4n+1)π2=sin⁡(2nπ+π2)=1

b4n+2=sin⁡(4n+2)π2=sin⁡(2nπ+π)=0

b4n+3=sin⁡(4n+3)π2=sin⁡(2nπ+3π2)=−1

Somit haben wir gezeigt, dass bn sich für alle n∈ℕ periodisch verhält. Nun dasselbe für cn, jedoch beachten wir hier nur den Exponenten. Ist dieser gerade ), so ist cn=1, ansonsten ist cn=−1. Andere Zahlen können durch Potenzieren von (−1) nicht angenommen werden. Wir bezeichnen diese Folge als expcn. Wie beim der vorherigen Folge nehmen wir an, dass sich cn periodisch mit Periodenlänge 4 verhält.

expc4n=4n(4n+1)/2=8n2+2n

expc4n+1=(4n+1)(4n+2)/2=8n2+6n+1

expc4n+2=(4n+2)(4n+3)/2=8n2+10n+3

expc4n+3=(4n+3)(4n+4)/2=8n2+14n+6

Nachdem wir alle Variablen mit geraden Koeffizienten ignorieren können, müssen wir hier nur die alleinstehende Zahl betrachten. Diese ist bei 4n und 4n+3 gerade, während sie bei 4n+1 und 4n+2 ungerade ist. Daher haben wir die Periodizität mit Periodenlänge 4 bewiesen und können nun unsere angenommen Häufungspunkte verifizieren.

Somit sind die Häufungspunkte von an {0,−1,1}.

Folgen reeller Zahlen

Siehe auch Hilfe:Analysis#Analysis VU (diverse)/Übungen 2024S/Beispiel 5.

Beschränktheit

Beschränktheit von Folgen und Reihen:

  • ⟨xn⟩n∈ℕ heißt nach {obenunten} beschränkt ⟺∃a∈ℝ∀n∈ℕ:{xn≤aobere Schrankexn≥auntere Schranke
  • ⟨xn⟩n∈ℕ heißt beschränkt, wenn diese sowohl nach unten, als auch nach oben beschränkt ist.
Grenzwert

Eine reelle Zahl a heißt Grenzwert (oder Limes) der Folge (an)n≥0, falls in jeder ϵ-Umgebung von a fast alle Folgenglieder an liegen, d.h., falls

∀ϵ>0∃N(ϵ)∈ℕ∀n>N(ϵ):|an−a|<ϵ   (Definition 4.4)

Konvergenz von Folgen

Konvergenzeigenschaften von Folgen:

  1. Jede konvergente Folge ist beschränkt.
  2. Eine monotone Folge ist genau dann konvergent, wenn sie beschränkt ist.
    In ℝ (aber z.B. nicht in ℚ!) gilt:
    • an↗:limn→∞an=sup(an)n∈ℕ
    • an↘:limn→∞an=inf(an)n∈ℕ
  3. lim⁡xn=x,lim⁡yn=y⟹{lim⁡(xn±yn)=x±ylim⁡(xn⋅yn)=x⋅ylim⁡(xnyn)=xyyn,y≠0
Vollständige Induktion
Vollständige Induktion[Bearbeiten, Wikipedia]
  1. Induktionsanfang (IA)
  2. Induktionsschritt (IS): Induktionsvoraussetzung (IV) ⇒ Induktionsbehauptung (IB)

Lösungsvorschlag von Har203

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

--Har203 08:07, 7. Mär. 2026 (CET)

Man finde alle Häufungspunkte der Folge an=sin⁡nπ2+(−1)n(n+1)/2(n≥0).


Zuerst zerlegen wir diese Folge in ihre Bestandteile: an=sin⁡(nπ2)+(−1)n(n+1)/2=g(n)+h(n)(n≥0)

  • g(n)=sin⁡(nπ2)(n≥0):
sin⁡(nπ2) nimmt der Reihe nach, beginnend bei n=0, folgende Werte an: sin⁡(0)=0,sin(π/2)=1,sin⁡(π)=0,sin⁡(3π/2)=−1. Die periodische Wiederholung dieser Werte beginnt bei n=4. D.h. Diese Funktion hat die Periode 4


  • h(n)=(−1)n(n+1)/2(n≥0) : Diese periodische Funktion nimmt die beiden aufeinanderfolgenden Zahlen n⋅(n+1) her und teilt diese durch den Faktor 2. Wir schauen uns die ersten Werte an:


n=n⋅(n+1)(−1)xn=n⋅(n+1)(−1)xn=n⋅(n+1)(−1)xn=n⋅(n+1)(−1)x00112−126−131214201530−1642−175618721990−110110−111132112156113182−114210−1152401


Beim sin⁡(nπ2) haben wir das genaue Verhalten der Funktion bereits gezeigt. Da wir auf dem Gebiet der Analysis arbeiten, müssen wir auch das Verhalten der Funktion (−1)n(n+1)/2 mit (n≥0) beweisen bzw. zeigen.


  • n⋅(n+1) ist das Produkt der Zahl n mit dessen Nachfolger. D.h., dass dieses Produkt immer gerade sein muss, da eine der beiden Zahlen gerade sein muss. Dadurch ist der Ausdruck (n⋅(n+1)/2) immer ein Element ∈ℕ0. Daraus folgt, dass ((−1)n⋅(n+1)/2) immer nur die beiden Werte ±1 annehmen kann. Jetzt müssen wir noch klären, wann die Werte (−1) bzw. (+1) resultieren.
  • Der Wert (+1) wird erreicht, wenn n⋅(n+1)/2 eine gerade Zahl ist, also, wenn 2∣n⋅(n+1)/2. Dieser Fall tritt ein, wenn eine der beiden Zahlen n bzw. (n+1) durch vier teilbar ist:4∣n⋅(n+1). Sind beide Zahlen n und (n+1) nicht durch 4 teilbar, dann ist die Funktion n⋅(n+1)/2 ungerade. Die Periode der Funktion ist damit 4.
  • Da sozusagen ein Fenster der Größe zwei über den Zahlenstrahl mit zwei nebeneinanderliegenden Zahlen n und (n+1) von n=0 beginnend immer um 1 höher gezogen wird, sind immer zwei Zahlen hintereinander durch 4 teilbar bzw. nicht teilbar:
  • Zahlenstrahl für (n,(n+1)): (0,1),(1,2),(2,3),(3,4),(4,5),(5,6),….


Z.B. bei (3,4),(4,5) tritt die Zahl 4 zweimal hintereinander auf. Damit sind für n=3 und für n=4 die Endwerte gerade und (−1)gerade=1. Anderenfalls z.B. bei n=5:(5,6),n=6:(6,7) ist der Endwerte der Funktion ungerade und (−1)ungerade=−1.


Führen wir diese beiden Ergebnisse der Funktion zusammen, ergeben sich folgende Gegebenheiten:

n=sin⁡(.)(−1)xn=sin⁡(.)(−1)xn=sin⁡(.)(−1)xn=sin⁡(.)(−1)x00111−120−13−1140151−160−17−1180191−1100−111−111201131−1140−115−11


Da beide Funktionen die gleiche Periode von 4 haben, ergibt sich:

n=an=n=an=n=an=n=an=01102−13041506−170819010−111012113014−1150


Gesamtergebnis: Die Häufungspunkt dieser Folge ⟨an⟩ sind:{−1,0,+1}. ◼

Wikipedia:

Ähnliche Beispiele: