TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 487

Aus VoWi
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Menge aller Polynome a0+a1⋅x+a2⋅x2+a3⋅x3+a4⋅x4 vom Grad kleiner gleich 4 mit Koeffizienten ai aus ℚ bildet mit der üblichen Addition und dem üblichen Produkt mit einem Skalar einen Vektorraum über ℚ (Bezeichnung:ℚ[X]≤4).

Bestimmen Sie den kleinsten Teilraum des Vektorraumes der die Polynome 2⋅x2+x−1,3⋅x2−x+2 und 5x2−5x+8 enthält.

Dieses Beispiel hat einen unbekannten Lösungsstatus. Bitte editiere diese Seite und schreibe den dir bekannten Status ins Beispiel. Die möglichen Werte sind hier: Vorlage:Beispiel dokumentiert. Führe folgende Änderung durch:
{{Beispiel|1=
Angabetext
}}

oder

{{Beispiel|
Angabetext
}}

zu (im Falle einer korrekten, unverifizierten Lösung "solved". Auch möglich "unsolved", "wrong", "verified_by_tutor". Alle möglichen Werte sind hier: Vorlage:Beispiel dokumentiert.)

{{Beispiel|status=solved|1=
Angabetext
}}


Vektorraum
Vektorraum[Bearbeiten, Wikipedia, 3.02 Definition]

Sei (V,+) eine abelsche Gruppe und K ein Körper. (V,+,K) heißt Vektorraum, wenn ∀x→,y→∈V,∀λ,μ∈K folgendes gilt:

  1. λ⋅(x→+y→)=λx→+λy→
  2. (λ+μ)⋅x→=λx→+μx
  3. (λ⋅μ)⋅x→=λ⋅(μx→)
  4. 1⋅x→=x→
Untervektorraum
Untervektorraum[Bearbeiten, Wikipedia, 3.05 Definition]

Sei ⟨U,+,K⟩ ein Vektorraum, U⊆V heißt Unterraum oder Teilraum, wenn:

  • U≠∅
  • x→,y→∈U⟹x→+y→∈U(U ist abgeschlossen bezüglich U+U)
  • x→∈U,λ∈K⟹λx→∈U(U ist abgeschlossen bezüglich U⋅K)
Lineare Unabhängigkeit Vektor

Ist V ein Vektorraum über einem Körper K, so heißen die Vektoren v→1,v→2,...,v→n aus V linear unabhängig, wenn die einzig mögliche Darstellung des Nullvektors als Linearkombination

a1v→1+a2v→2+⋯+anv→n=0→

mit Koeffizienten a1,a2,…,an aus dem Grundkörper K diejenige ist, bei der alle Koeffizienten ai gleich null sind („triviale Linearkombination des Nullvektors“). Formal liest sich diese Bedingung wie folgt:

a1v→1+a2v→2+⋯+anv→n=0→⟹a1=a2=…=an=0.

Lässt sich dagegen der Nullvektor auch nichttrivial (mit Koeffizienten ungleich null) erzeugen, dann sind die Vektoren linear abhängig. Ist I eine beliebige Indexmenge, so heißt eine Familie (v→i)i∈I von Vektoren aus V linear unabhängig, falls jede endliche Teilfamilie linear unabhängig ist. Die Familie (v→i)i∈I ist also genau dann linear abhängig, wenn es eine endliche Teilmenge J⊆I gibt, sowie Koeffizienten (aj)j∈J, von denen mindestens einer ungleich null ist, so dass

∑j∈Jajv→j=0→.

[1] Hauptartikel [Lineare Unabhängigkeit (Definition)]

Lineare Hülle

Die lineare Hülle [M] einer Menge M (eine Menge von Vektoren) ist die Menge der Vektoren, die durch Linearkombinationen der Vektoren aus M gebildet werden können.

v∉[M∖{v}]∀v∈M

Lösungsvorschlag von Har203

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

--Har203 00:45, 15. Feb. 2026 (CET)

Die Menge aller Polynome a0+a1⋅x+a2⋅x2+a3⋅x3+a4⋅x4 vom Grad kleiner gleich 4 mit Koeffizienten ai aus ℚ bildet mit der üblichen Addition und dem üblichen Produkt mit einem Skalar einen Vektorraum ⟨V,+,⋅⟩ über ℚ.

Bestimmen Sie den kleinsten Teilraum des Vektorraumes der die Polynome 2⋅x2+x−1,3⋅x2−x+2 und 5x2−5x+8 enthält.

Abgeschlossenheit von U

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Anmerkung: Die Addition und Multiplikation ist in ℚ abgeschlossen.

Da wir die lineare Hülle der drei Vektoren bilden, wird bereits aus der Definition heraus ein abgeschlossener Unterraum der gegebenen Vektoren gebildet. Das heißt, x→,y→∈U⟹x+y→∈U und ∀λ∈ℚ:x→∈U⟹λ⋅x→∈U.

Polynome als Vektoren

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir verwenden als Basis die Standardbasis für Polynome: B={1,x,x2,x3,x4}, also einen Raum mit der Dimension dim⁡(𝐕)=𝟓.

p1(x)=(−1)+x+2⋅x2⟹b1→=(−1,1,2,0,0)p2(x)=2−x+3⋅x2⟹b2→=(2,−1,3,0,0)p3(x)=8−5⋅x+5⋅x2⟹b3→=(8,−5,5,0,0)


Zu zeigen ist, welcher minimale Teilraum aus diesen drei gegebenen Vektoren gebildet werden kann. Das ist die lineare Hülle dieser Vektoren U=span⁡(b1→,b2→,b3→). Die lineare Hülle (Spann) einer Menge von Vektoren S={x1,…,xn} ist definiert als span⁡(S)={∑i=1nλi⋅xi|λi∈ℚ}.


Wir überprüfen, welche Linearkombinationen aus diesen drei Vektoren gebildet werden können:

λ1⋅b1→+λ2⋅b2→+λ3⋅b3→,λi∈ℚ,i∈{1,2,3}.


λ1⋅(−1)+λ2⋅2+λ3⋅8λ1⋅1+λ2⋅(−1)+λ3⋅(−5)λ1⋅2+λ2⋅3+λ3⋅5λ1⋅0+λ2⋅0+λ3⋅0=0λ1⋅0+λ2⋅0+λ3⋅0=0

Lineare Unabhängigkeit

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist zwar nicht explizit verlangt, aber wir führen die Überprüfung trotzdem durch, ob diese drei Vektoren linear unabhängig sind.

A=(−1281−1−5235000000)Z1+Z2→Z2Z2→Z1Z3+2⋅Z1→Z3→(1−1−50130721000000)Z1+Z2→Z1Z3−7⋅Z2→Z3→(10−2013000000000)

Da der Spaltenrang rk⁡(A)=2 ist, sind die drei vorgegebenen Vektoren nicht linear unabhängig ⟹ Die drei Polynome sind ebenfalls nicht linear unabhängig.

Wir haben einen Vektorraum der Dimension dim⁡(V)=5 und einen Unterraum der Dimension dim⁡(U)=2. Daher hat U die Kodimension codimV(U)=dim⁡(V)−dim⁡(U)=3. Daher lässt sich U als Lösungsraum eines homogenen linearen Gleichungssystems mit drei linear unabhängigen Gleichungen darstellen.


Für diese Normalenvektorengleichung müssen wir die nachstehende Gleichung AT⋅ν→=0V→,ni∈ℚ,i∈{0,1,2,3,4} lösen. Das ist nichts anderes als der Kern ker⁡(AT) der transponierten Matrix von A:

A=(−1281−1−5235000000)↦AT=(−112002−13008−5500)→AT⋅(n0n1n2n3n4)=0V→.


Aus dem Gleichungssystem lesen wir die drei Gleichungen (Zeilen) aus:

Lösen des Gleichungssystems für die Normalenvektoren:

GL1:−n0+n1+2⋅n2+0⋅n3+0⋅n4=0GL2:2⋅n0−n1+3⋅n2+0⋅n3+0⋅n4=0GL3:8⋅n0−5⋅n1+5⋅n2+0⋅n3+0⋅n4=0.

Aus den Gleichungen folgt:

GL4:GL1:⟹n1=n0−2⋅n2GL5:GL2:⟹n1=2⋅n0+3⋅n2⟹n1=(7/5)⋅n0⟹n2=(−1/5)⋅n0GL6:GL3−4⋅GL2:⟹0⋅n0−1⋅n1−7⋅n2⟹n1=(−7)⋅n2

Daraus folgt: n1=75⋅n0 und n2=−15⋅n0.

D.h. unsere Normalenvektoren haben grundsätzlich folgende Gestalt:ni∈ℚ,i∈{0,…,4}:

ν→=(n0,75⋅n0,−15⋅n0,n3,n4)


Da wir drei linear unabhängige Vektoren als Normalenvektoren (ν1,ν2,ν3) benötigen, setzen wir (frei) für ν1:n0=1,n3=0,n4=0, für den zweiten Normalenvektor für ν2:n0=0,n3=1,n4=0 ein und für den dritten ν3:n0=0,n3=0,n4=1 und erhalten die Normalenvektor:

  • Normalenvektoren:𝝂𝟏→=(𝟏,75,−15,𝟎,𝟎)𝝂𝟐→=(𝟎,𝟎,𝟎,𝟏,𝟎)𝝂𝟑→=(𝟎,𝟎,𝟎,𝟎,𝟏)


In der Angabe haben wir die Menge aller Polynome a0+a1⋅x+a2⋅x2+a3⋅x3+a4⋅x4 vom Grad ≤4 mit Koeffizienten ai aus ℚ, also kurz ℚ[X]≤4 gegeben.

Aus den drei linearen Gleichung der Normalenvektoren können wir die Gleichung für den Unterraum U ableiten:

ν1→=(1,75,−15,0,0)⟹𝐚𝟎+75⋅𝐚𝟏+−15⋅𝐚𝟐=𝟎ν2→=(0,0,0,1,0)⟹𝐚𝟑=𝟎ν3→=(0,0,0,0,1)⟹𝐚𝟒=𝟎


  • Der Vektorraum U, also die lineare Hülle aus den drei gegebenen Polynomen (≡ Vektoren), umfasst damit:
U={a0+a1⋅x+a2⋅x2+0⋅x3+0⋅x4| mit a0,a1,a2∈ℚ∧a0+(7/5)⋅a1+(−1/5)⋅a2=0∧a3=a4=0}.

D.h. jene Polynome, bei denen die konstante, die linear und die quadratische Komponente in Zusammenhang stehen und deren dritte und vierte Potenz verschwindet.

Linearkombinationen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir stellen nun alle möglichen Linearkombinationen auf, welche aus diesen drei Vektoren gebildet werden können. Der aufgespannte, dass bedeutet bereits minimale, Raum dieser drei Polynome im gegebenen Polynom-Vektorraum ist bei beliebig ausgewähltem λ1,λ2,λ3∈ℚ gegeben durch die Beziehung. Das ist die lineare Hülle dieser drei Vektoren:

(−λ1+2⋅λ2+8⋅λ3λ1−λ2−5⋅λ32⋅λ1+3⋅λ2+5⋅λ300)


Diese Linearkombination erzeugt alle möglichen Vektoren, die aus den drei vorgegebenen Vektoren gebildet werden können, also die lineare Hülle.


Da die Matrix A nur zwei linear unabhängige Vektoren umfasst, erhalten wir als Unterraum einen Raum der Dimension dim⁡(𝐔)=𝟐, obwohl dim⁡(V)=5.

Durch die Normalenform-Bestimmung können wir nun den Spann etwas genauer angeben:

𝐔={𝐚𝟎+𝐚𝟏⋅𝐱+𝐚𝟐⋅𝐱𝟐+𝟎⋅𝐱𝟑+𝟎⋅𝐱𝟒| mit 𝐚𝟎,𝐚𝟏,𝐚𝟐∈ℚ∧𝐚𝟎+75⋅𝐚𝟏+−15⋅𝐚𝟐=𝟎∧𝐚𝟑=𝐚𝟒=𝟎}.

Unterraum in Polynomdarstellung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Normalenvektor-Gleichung haben wir die folgenden Gleichungen erhalten:

a0+75⋅a1+−15⋅a2=0∧a3=a4=0,ai∈ℚ

Wir lösen nach a0 auf und setzen in die allgemeine Gleichung p(x)=∑i=04ai⋅xi ein und heben die ai heraus:

a0+75⋅a1+−15⋅a2=0⟹a0=−75⋅a1−−15⋅a2⟹p0(x)=−75⋅a1−−15⋅a2+a1⋅x+a2⋅x2+0⋅x3+0⋅x4⟹⟹p0(x)=a1⋅(x−75)+a2⋅(x2+15).

Polynomdarstellung des Teilraumes U mittels p0(x):

𝐩𝟎(𝐱)=𝐚𝟏⋅(𝐱−75)+𝐚𝟐⋅(𝐱𝟐+15). ◼

Wikipedia:

Ähnliche Beispiele: