TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2026S/Beispiel 5

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Man finde alle Häufungspunkte der Folge an=sin⁡nπ2+(−1)n(n+1)/2(n≥0).

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Folgen reeller Zahlen

Siehe auch Hilfe:Analysis#Analysis VU (diverse)/Übungen 2026S/Beispiel 5.

Beschränktheit

Beschränktheit von Folgen und Reihen:

  • ⟨xn⟩n∈ℕ heißt nach {obenunten} beschränkt ⟺∃a∈ℝ∀n∈ℕ:{xn≤aobere Schrankexn≥auntere Schranke
  • ⟨xn⟩n∈ℕ heißt beschränkt, wenn diese sowohl nach unten, als auch nach oben beschränkt ist.
Grenzwert

Eine reelle Zahl a heißt Grenzwert (oder Limes) der Folge (an)n≥0, falls in jeder ϵ-Umgebung von a fast alle Folgenglieder an liegen, d.h., falls

∀ϵ>0∃N(ϵ)∈ℕ∀n>N(ϵ):|an−a|<ϵ   (Definition 4.4)

Konvergenz von Folgen

Konvergenzeigenschaften von Folgen:

  1. Jede konvergente Folge ist beschränkt.
  2. Eine monotone Folge ist genau dann konvergent, wenn sie beschränkt ist.
    In ℝ (aber z.B. nicht in ℚ!) gilt:
    • an↗:limn→∞an=sup(an)n∈ℕ
    • an↘:limn→∞an=inf(an)n∈ℕ
  3. lim⁡xn=x,lim⁡yn=y⟹{lim⁡(xn±yn)=x±ylim⁡(xn⋅yn)=x⋅ylim⁡(xnyn)=xyyn,y≠0
Vollständige Induktion
Vollständige Induktion[Bearbeiten, Wikipedia]
  1. Induktionsanfang (IA)
  2. Induktionsschritt (IS): Induktionsvoraussetzung (IV) ⇒ Induktionsbehauptung (IB)

Lösungsvorschlag von Har203

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--Har203 08:07, 7. Mär. 2026 (CET)

Man finde alle Häufungspunkte der Folge an=sin⁡nπ2+(−1)n(n+1)/2(n≥0).


Zuerst zerlegen wir diese Folge in ihre Bestandteile: an=sin⁡(nπ2)+(−1)n(n+1)/2=g(n)+h(n)(n≥0)

  • g(n)=sin⁡(nπ2)(n≥0):
sin⁡(nπ2) nimmt der Reihe nach, beginnend bei n=0, folgende Werte an: sin⁡(0)=0,sin(π/2)=1,sin⁡(π)=0,sin⁡(3π/2)=−1. Die periodische Wiederholung dieser Werte beginnt bei n=4. D.h. Diese Funktion hat die Periode 4


  • h(n)=(−1)n(n+1)/2(n≥0) : Diese periodische Funktion nimmt die beiden aufeinanderfolgenden Zahlen n⋅(n+1) her und teilt diese durch den Faktor 2. Wir schauen uns die ersten Werte an:


n=n⋅(n+1)(−1)xn=n⋅(n+1)(−1)xn=n⋅(n+1)(−1)xn=n⋅(n+1)(−1)x00112−126−131214201530−1642−175618721990−110110−111132112156113182−114210−1152401


Beim sin⁡(nπ2) haben wir das genaue Verhalten der Funktion bereits gezeigt. Da wir auf dem Gebiet der Analysis arbeiten, müssen wir auch das Verhalten der Funktion (−1)n(n+1)/2 mit (n≥0) beweisen bzw. zeigen.


  • n⋅(n+1) ist das Produkt der Zahl n mit dessen Nachfolger. D.h., dass dieses Produkt immer gerade sein muss, da eine der beiden Zahlen gerade sein muss. Dadurch ist der Ausdruck (n⋅(n+1)/2) immer ein Element ∈ℕ0. Daraus folgt, dass ((−1)n⋅(n+1)/2) immer nur die beiden Werte ±1 annehmen kann. Jetzt müssen wir noch klären, wann die Werte (−1) bzw. (+1) resultieren.
  • Der Wert (+1) wird erreicht, wenn n⋅(n+1)/2 eine gerade Zahl ist, also, wenn 2∣n⋅(n+1)/2. Dieser Fall tritt ein, wenn eine der beiden Zahlen n bzw. (n+1) durch vier teilbar ist:4∣n⋅(n+1). Sind beide Zahlen n und (n+1) nicht durch 4 teilbar, dann ist die Funktion n⋅(n+1)/2 ungerade. Die Periode der Funktion ist damit 4.
  • Da sozusagen ein Fenster der Größe zwei über den Zahlenstrahl mit zwei nebeneinanderliegenden Zahlen n und (n+1) von n=0 beginnend immer um 1 höher gezogen wird, sind immer zwei Zahlen hintereinander durch 4 teilbar bzw. nicht teilbar:
  • Zahlenstrahl für (n,(n+1)): (0,1),(1,2),(2,3),(3,4),(4,5),(5,6),….


Z.B. bei (3,4),(4,5) tritt die Zahl 4 zweimal hintereinander auf. Damit sind für n=3 und für n=4 die Endwerte gerade und (−1)gerade=1. Anderenfalls z.B. bei n=5:(5,6),n=6:(6,7) ist der Endwerte der Funktion ungerade und (−1)ungerade=−1.


Führen wir diese beiden Ergebnisse der Funktion zusammen, ergeben sich folgende Gegebenheiten:

n=sin⁡(.)(−1)xn=sin⁡(.)(−1)xn=sin⁡(.)(−1)xn=sin⁡(.)(−1)x00111−120−13−1140151−160−17−1180191−1100−111−111201131−1140−115−11


Da beide Funktionen die gleiche Periode von 4 haben, ergibt sich:

n=an=n=an=n=an=n=an=01102−13041506−170819010−111012113014−1150


Gesamtergebnis: Die Häufungspunkt dieser Folge ⟨an⟩ sind:{−1,0,+1}. ◼

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