TU Wien:Analysis VU (diverse)/Übungen 2026S/Beispiel 59

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Man zeige, dass die Folge ⟨an⟩ uneigentlich konvergiert, indem man zu jedem A>0 ein N(A) angebe, sodass für n>N(A) immer an>A gilt.

an=n3+1n−1

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Folgen reeller Zahlen

Siehe auch Hilfe:Analysis#Analysis VU (diverse)/Übungen 2026S/Beispiel 59.

Grenzwert

Eine reelle Zahl a heißt Grenzwert (oder Limes) der Folge (an)n≥0, falls in jeder ϵ-Umgebung von a fast alle Folgenglieder an liegen, d.h., falls

∀ϵ>0∃N(ϵ)∈ℕ∀n>N(ϵ):|an−a|<ϵ   (Definition 4.4)

Konvergenz von Folgen

Konvergenzeigenschaften von Folgen:

  1. Jede konvergente Folge ist beschränkt.
  2. Eine monotone Folge ist genau dann konvergent, wenn sie beschränkt ist.
    In ℝ (aber z.B. nicht in ℚ!) gilt:
    • an↗:limn→∞an=sup(an)n∈ℕ
    • an↘:limn→∞an=inf(an)n∈ℕ
  3. lim⁡xn=x,lim⁡yn=y⟹{lim⁡(xn±yn)=x±ylim⁡(xn⋅yn)=x⋅ylim⁡(xnyn)=xyyn,y≠0

Lösungsvorschlag von Har203

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--Har203 01:51, 8. Mär. 2026 (CET)

Man zeige, dass die Folge ⟨an⟩ uneigentlich konvergiert, indem man zu jedem A>0 ein N(A) angebe, sodass für n>N(A) immer an>A gilt.

an=n3+1n−1


Bei diesem Beispiel geht es primär darum, zu zeigen, dass die Folge uneigentlich konvergiert.

Bei der Funktion N(A)∈ℕ geht es darum, eine Abschätzung zu finden, die angibt, dass für alle n>N(A) gilt an>A. Diese Funktion muss nicht die genaue Schranke sein, ab welchem Index diese Eigenschaft gilt.

Aber der Umkehrschluss muss gelten, dass ab diesem Index für alle an gilt:an>A. Das steht auch genauso in der Angabe.

Außerdem wäre für ein beliebiges A der Ausdruck A<n3+1n−1 als kubische Gleichung mit beliebigen A>0,A∈ℝ nur schwer lösbar.


  • Wir schauen uns einmal die Konvergenz dieser Folge an. Wir wählen für n den Bereich n≥2,n∈ℕ, da durch (n−1) dividiert wird.
an=n3+1n−1=(n3+1)/(n−1)=(n2+1/n)/(1−1/n).[1em]limn→∞(n2+1/n)/(1−1/n)=(n2+0)/(1−0)=(n2/1)=n2,limn→∞n2=+∞.


D.h., dass diese Folge uneigentlich konvergiert, sprich divergiert gegen ±∞, hier gegen +∞.


  • Schauen wir uns die ersten Folgenglieder an. Die erste Spalte gibt n=A an, die zweite den Wert von n3+1n−1 und die dritte A=n2.
n=An3+1n−1A=n2n=An3+1n−1A=n2n=An3+1n−1A=n229,00004314,00009421,666716531,500025643,400036757,333349873,285764991,25008110111,222210011133,200012112157,181814413183,166716914211,153819615241,142922520421,105340021463,100044130931,0690900502551,04082500755701,0270562510010101,02021000015022651,01342250020040201,01014000030090301,006790000500250501,0040250000


  • Wir stellen nun die Funktion N(A) auf:


Sei A>0 beliebig. Wir suchen eine Funktion N(A)∈ℕ, sodass für alle n>N(A) gilt:

an=n3+1n−1>A.

Für n≥2 gilt:

an=n3+1n−1>n3n=n2>A.
  • Beweis:
n3+1n−1>n3n=n2⟹(n3+1)>n2⋅(n−1)=n3−n2⟹1>(−n2).√


Damit genügt bereits die Bedingung:

n2>A⟹n>A.


Für die Werte von A haben wir die Auswahl von beliebigen Werten A>0. Wir setzen daher die untere Indexgrenze mit n=2 fest:


Wir definieren nun die Funktion N(A):

N(A)=max⁡(2,⌊A⌋).


Dann gilt für alle n > N(A), was auch in der Angabe gefordert wurde:

n>N(A)⟹n>A⟹n2>A⟹an>A.


⟹ Die Folge konvergiert uneigentlich gegen +∞ und die Funktion N(A) erfüllt die Anforderungen. ◼


Wir wollen nun eine Probe durchführen. Dafür wählen wir ein beliebiges A>0,A∈ℝ. Z.B. A=16.


In der oberen Tabelle suchen wir in der ersten Spalte den entsprechenden Wert für n1=max⁡(2,⌊A⌋), also jene Zeile mit dem Wert 16=4, der auch unserem N(A) entspricht.


Da alle Folgenglieder ausgewählt werden, deren Index i>N(A),i∈ℕ gilt, müssen wir die nachfolgende Zeile mit dem Wert n2=5 heranziehen. In dieser Zeile stehen die Werte 𝐧𝟐=𝟓,n23+1n2−1=𝟑𝟏,𝟓,𝐧𝟐𝟐=𝟐𝟓.


Diese Zeile besagt, dass sich zu diesem A=16 ab dem Index i>N(A)=4,i∈ℕ, also ab dem Index n2=N(A)+1=n1+1=5, garantiert alle ai≥n23+1n2−1=31,5>n22=25>A=16 befinden.


  • Anmerkung: Das ist vollkommen richtig:
    • Bei n1=3 sind beide Grenzen mit n13+1n1−1=14,0 und n12=9 kleiner als A=16.
    • Bei n1=4 ist die erste Grenze mit n13+1n1−1≈21,7 richtig, aber die Abschätzung n12=16>A=16 ist bereits falsch.


Daher müssen wir die Indizes i>N(A)=4 verwenden.

Wikipedia:

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