TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 532

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Sei G die Menge aller regulären n×n Matrizen A über ℝ. Man zeige, dass ⟨G,⋅⟩ eine Gruppe bildet.

  • Entspricht genau dem Bsp. 536, nur mit einer eingeschränkten Gruppe über ℚ, die für den Beweis irrelevant ist.
  • Angabe von 536: Sei G die Menge aller n×n-Matrizen A über ℝ mit det⁡(A)∈ℚ∖{0}. Man zeige, dass ⟨G,⋅⟩ eine Gruppe bildet.

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Gruppe

Eine Gruppe (G,∘) mit Funktion ∘:G×G→G ist

  • abgeschlossen bzgl. der Operation ∘ in G mit a,b∈G gilt a∘b∈G
  • assoziativ: ∀a,b,c∈G:a∘(b∘c)=(a∘b)∘c
  • besitzt ein neutrales Element e: ∃e∈G:∀a∈G:a∘e=e∘a=a
  • sowie besitzt inverse Elemente a−1 bzw. a′: ∀a∈G:∃a−1∈G:a∘a−1=a−1∘a=e

Theoretische Grundlagen (Zusammenfassung von mnemetz)

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Gesetze und Eigenschaften von algebraischen Strukturen

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Eine algebraische Struktur ist eine nichtleere Menge G mit einer oder mehreren Operationen.

Folgende Eigenschaften kann eine solche Struktur annehmen:

  1. Abgeschlossenheit: G×G=G, für a,b∈G→a∘b∈G (d.h. ist eindeutig zugeordnet). Das ∘ entspricht einer Funktion von ∘:G×G→G
  2. Assoziativgesetz: a∘(b∘c)=(a∘b)∘c für alle a,b,c∈G.
  3. Einheitselement: Es existiert ein e∈G, so dass für alle a∈G gilt: a∘e=e∘a=a.
  4. Inverses Element: Für jedes a∈G gibt es ein inverses Element a′∈G (oder auch a−1) so, dass gilt a∘a′=a′∘a=e. Wobei das e das Einheitselement ist.
  5. Kommutativgesetz: a∘b=b∘a für alle a,b∈G.
  Nr.   Gruppoid   Halbgruppe   Monoid   Gruppe   Abelsche Gruppe
  1     X          X            X        X        X
  2                X            X        X        X
  3                             X        X        X
  4                                      X        X
  5                                               X

Reguläre Matrix

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Eine n×n Matrix A heißt invertierbar bzw. regulär, wenn es eine n×n Matrix B gibt mit A⋅B=B⋅A=En. Dabei ist En die Einheitsmatrix. Die Matrix A ist genau dann regulär bzw. invertierbar, wenn für die Determinante der Matrix gilt:det⁡(A)≠0.

Anders gesagt: Reguläre Matrizen sind invertierbare Matrizen - somit existiert das inverse Element. Das Gegenteil sind natürlich singuläre Matrizen - diese bilden nur ein Monoid!

Lösungsvorschlag von mnemetz

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Abgeschlossenheit

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∀A1,A2 ueber ℝ:A1⋅A2=A3→A3 ueber ℝ

Begründung der gegebenen Abgeschlossenheit: Bei der Multiplikation von Matrizen die über ℝ stehen, werden nur die Operationen +,⋅ ausgeführt, daher abgeschlossen.

Einfacher: Es ergibt sich wieder eine n×n Matrix!

Assoziativität

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Seien gegeben: A=(1001),B=(1101),C=(−1101)

Untersuche A⋅(B⋅C)

(1001)⋅((1101)⋅(−1101))=(1001)⋅(−1201)=(−1201)

Untersuche (A⋅B)⋅C

((1001)⋅(1101))⋅(−1101)=(1101)⋅(−1101)=(−1201)

Neutrales Element

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∃En∀An:En⋅An=An⋅En=An

Neutrales Element in Gestalt der Einheitsmatrix gegeben.

Inverses Element

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∃An−1∀An:An−1⋅An=An⋅An−1=En

Inverses Element existiert. Man kann davon ausgehen, dass es für alle Matrizen in G jeweils eine inverse Matrix gibt, da in der Angabe G als die Menge aller regulären ... Matrizen festgelegt ist. Reguläre Matrix bedeutet per Definition, dass eine Matrix invertierbar ist.

Schlussfolgerung

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Es liegt eine Gruppe vor!

Lösungsvorschlag von Har203

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  • Entspricht genau dem Bsp. 536, nur dort mit einer eingeschränkten Gruppe über ℚ, die für den Beweis irrelevant ist.
  • Angabe von 536: Sei G die Menge aller n×n-Matrizen A über ℝ mit det⁡(A)∈ℚ∖{0}. Man zeige, dass ⟨G,⋅⟩ eine Gruppe bildet.


Reguläre Matrix

Eine n×n Matrix A heißt regulär bzw. invertierbar, wenn eine n×n Matrix B existiert mit A⋅B=B⋅A=En. Dabei ist En die Einheitsmatrix. Die Matrix A ist genau dann regulär bzw. invertierbar, wenn für die Determinante der Matrix A gilt:det⁡(A)≠0.

Anders gesagt: Reguläre Matrizen sind invertierbare Matrizen - somit existiert das inverse Element. Das Gegenteil sind natürlich singuläre Matrizen - diese bilden nur ein Monoid!


In der Angabe vom Bsp. 536 werden die Determinanten auf det⁡(A)∈ℚ∖{0} eingeschränkt. Die 𝟎 für die Determinante wird ausgeschlossen, damit nur die regulären Matrizen überbleiben, also genau jene, die in diesem Beispiel vorgegeben werden.


Die Einschränkung auf die rationalen Zahlen ℚ ist nur für die Auswahl einer speziellen Gruppe (mathematisch) interessant, hat auf den gesamten Beweis keinen Einfluss. Der Beweis würde auch mit komplexen Zahlen ℂ genauso ablaufen.


Im anderen Beispiel muss man nur ℚ durch ℝ ersetzen.

⟹ TU_Wien:Algebra_und_Diskrete_Mathematik_VU_(diverse)/Übungen_2025W/Beispiel_536

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