TU Wien:Mathematik 1 UE (diverse)/Übungen WS06/Beispiel 65

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(Am 10.11. gründlich überarbeitet - sollte eigentlich so eine "Referatsvorlage" sein) :-) --Mnemetz 13:04, 10. Nov 2005 (CET)

Stellen Sie alle Lösungen der quadratischen Gleichung z2+4z+8=0 sowohl in der Form a+bi,a∈ℝ als auch in der Polarkoordinatenform r∗(cosϕ+i∗sinϕ),r≥0,0≤ϕ≤2π dar!

z2+4z+8=0


Fundamentalsatz der Algebra

Gemäß dem Fundamentalsatz der Algebra hat eine Gleichung n-ten Grades mit Koeeffizienten in ℂ n verschiedene Lösungen in ℂ.

Unsere gegebene Gleichung ist zweiten Grades, daher sind zwei Lösungen zu erwarten.


Isolierung der Koeffizienten

Die gegebene quadratische Gleichung

z2+4z+8=0

stellen wir allgemeiner wie folgt dar:

az2+bz+c=0

a,b,c sind die Koeffizienten, und zwar:

  • a=1
  • b=4
  • c=8

Lösungen errechnen

Allgemeine Lösungsformel f. quadratische Gleichungen

z1,2=−b±(b2−4ac)2a


Betrachtung der Diskriminante

Die Diskriminante (D) ist b2−4ac. Je nach Wert dr Diskriminante kann man feststellen, wieviele Lösungen es gibt sowie ob sie in ℝ oder ℂ zu erwarten sind.

Wenn gilt:

  • D > 0 ⇒ verschiedene reelle Lösungen
  • D = 0 ⇒ genau eine Lösung
  • D < 0 ⇒ keine reelle Lösung

Unsere Diskriminante beträgt -16, daher werden wir zwei komplexe Lösungen erwarten!


Berechnung der Lösung

z1,2=−2±i4=−2±2i


Umrechnung in die Polarform

Die Polarform ist definiert durch: z=r∗(cos⁡ϕ+i∗sin⁡ϕ)

Zuordnung der einzelnen Bestandteile:

Wobei

Berechnung von r

  • r ist der Betrag von z und ergibt sich aus der Formel a2+b2=c2 für rechtwinkelige Dreiecke
  • r=|z|=a2+b2=8


Berechnung der Winkel

Berechnung von ϕ1 und ϕ2

Zur Orientierung und Vermeidung einer falschen Winkelannahme empfiehlt es sich, eine Skizze anzufertigen, aus der man in etwa die Lösungen entnehmen kann:



Allein schon diese Skizze sollte eventuelle irrige Winkelannahmen verhüten (z.B. 45°).


Regeln für arctan:

φ={arctan⁡bafu¨r a>0arctan⁡ba+πfu¨r a<0,b≥0arctan⁡ba−πfu¨r a<0,b<0π/2fu¨r a=0,b>0−π/2fu¨r a=0,b<0
={arccos⁡arfu¨r b≥0arccos⁡(−ar)−πfu¨r b<0

Unser a ist -2, also kleiner als Null. b kann zwei Werte annehmen, 2 oder -2 - daher müssen wir folgende Regeln anwenden:

  • ϕ1 bezieht sich auf z1=−2+2i
    • Zu berücksichtigen ist also die Regel für a < 0, b ≥ 0
    • arctan⁡−22+π=−45∘+180∘=135∘
    • π entspricht 180°, 2∗π entsprechen 360°
  • ϕ2 bezieht sich auf z2=−2−2i
    • Zu berücksichtigen ist also die Regel für a < 0, b ≤ 0
    • arctan⁡−2−2−π=45∘−180∘=−135∘


Somit erhalten wir die zwei Lösungen in der Polarform:

z1=r∗(cos⁡ϕ1+i∗sin⁡ϕ1)=8∗(cos(135∘)+i∗sin(135∘))⇒[8,135∘]⇒[8,34π]

z2=r∗(cos⁡ϕ2+i∗sin⁡ϕ2)=8∗(cos(−135∘)+i∗sin(−135∘))⇒[8,−135∘]⇒[8,−34π]

Und da ich bei z2 2π dazu addieren kann (entspricht 360°) erhalte ich als Winkel 225° und [8,54π]

Zuerst wurden die Polarkoordinaten in Grad angegeben, danach in Bogenmaß. Die Umrechnungsformeln sind:

  • Von Grad nach Bogenmaß:
WinkelBogenmass=WinkelGrad⋅π180
  • Von Bogenmaß nach Grad:
WinkelGrad=WinkelBogenmass⋅180π


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