TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 523

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Untersuchen Sie, ob die angegebene Abbildung A von ℝ3 in ℝ2 eine lineare Abbildung ist:

A(x1x2x3)=(3x1+5x2−x3−3x2)

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Lineare Abbildung

Definition:

Seien <V,⊕,K> und <W,⊞,K> Vektorräume über dem Körper K.

f:V→W heißt lineare Abbildung (Homomorphismus), wenn

  1. ∀x→,y→∈V:f(x→⊕y→)=f(x→)⊞f(y→)
  2. ∀λ∈K:f(λx→)=λf(x→)

Jede lineare Abbildung kann auch durch eine Matrix M festgelegt werden, für die gilt:

∀x→∈V:f(x→)=Mx→

Umgekehrt legt jede Matrixn×m eine lineare Abbildung fest.

Matrix

Eine Matrix ist also eine doppelt indizierte Familie. Formal ist dies eine Funktion

A:{1,…,m}×{1,…,n}→K,(i,j)↦aij,

die jedem Indexpaar (i,j) als Funktionswert das Element aij zuordnet. Beispielsweise wird dem Indexpaar (1,2) als Funktionswert das Element a12 zugeordnet. Der Funktionswert aij ist also das Element in der i-ten Zeile und der j-ten Spalte. Die Variablen m und n entsprechen der Anzahl der Zeilen bzw. Spalten. Nicht zu verwechseln mit dieser formalen Definition einer Matrix als Funktion ist, dass Matrizen selbst lineare Abbildungen beschreiben.

Die Menge Abb⁡({1,…,m}×{1,…,n},K) aller m×n-Matrizen über der Menge K wird in üblicher mathematischer Notation auch K{1,…,m}×{1,…,n} geschrieben; hierfür hat sich die Kurznotation Km×n eingebürgert. Manchmal werden die Schreibweisen Km,n, M(m×n,K) oder seltener mKn benutzt.

Elementare Spalten-/Zeilenumformungen

Elementare Spalten- und Zeilenumformungen werden etwa beim Gauß'schen Eliminationsverfahren verwendet.

Für die nachfolgenden Beispiele sei

A=(2134)

det(A)=|2134|=2∗4−1∗3=5

Die Beispiele sind anhand von Spaltenumformungen.

  1. Multipliziert man eine Spalte/Zeile einer Matrix λ mit einem Faktor λ∈K, so ist die Determinante der neuen Matrix det(A′)=λ∗det(A). z.B.: λ=3 multipliziert mit 1. Spalte: detA′=|6194|=6∗4−1∗9=15
  2. Addiert man zu einer Spalte/Zeile einer Matrix das Vielfache einer anderen Spalte/Zeile, so verändert sich der Wert der Determinante nicht. z.B.: zwei Mal erste Spalte zu zweiter: detA′=|25310|=2∗10−3∗5=5
  3. Vertauscht man in einer Matrix A zwei Spalten/Zeilen, so ist die Determinante der neuen Matrix det(Ar)=−det(A). z.B. erste mit zweiter Spalte vertauscht: detA′=|1243|=1∗3−2∗4=−5
Rang

Bei einer linearen Abbildung f ist der Rang als Dimension des Bildes dieser Abbildung definiert. Dabei gilt stets, dass eine lineare Abbildung und die zugehörige Abbildungsmatrix denselben Rang haben:

rk⁡(f)=dim⁡(im⁡(f)), also dem Bild der Abbildung f.
Kern

Der Kern einer Abbildung dient in der Algebra dazu, anzugeben, wie stark die Abbildung von der Injektivität abweicht. Dabei ist die genaue Definition abhängig davon, welche algebraischen Strukturen betrachtet werden. So besteht beispielsweise der Kern einer linearen Abbildung f:V→W zwischen Vektorräumen V und W aus denjenigen Vektoren in V, die auf den Nullvektor in W abgebildet werden; er ist also die Lösungsmenge der homogenen linearen Gleichung f(x)=0 und wird hier auch Nullraum genannt. In diesem Fall ist f genau dann injektiv, wenn der Kern nur aus dem Nullvektor in V besteht. Analoge Definitionen gelten für Gruppen- und Ringhomomorphismen. Der Kern ist von zentraler Bedeutung im Homomorphiesatz.

Definition Ist f:V→W eine lineare Abbildung von Vektorräumen, dann heißt die Menge

Kern⁡f:={v∈V∣f(v)=0∈W}
der Kern von f. Er ist ein Untervektorraum von V.

Lösung von Baccus

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(Zusammenfassung aus der Diskussion im UE-Forum)

Zu zeigen ist:

  • Additivität:

A(3(x1+y1)+5(x2+y2)−(x3+y3)−3(x2+y2))=

A(3x1+5x2−x3+3y1+5y2−y3−3x2−3y2)=

A(3x1+5x2−x3−3x2)+A(3y1+5y2−y3−3y2)

  • Homogenität:

A(λ3x1+λ5x2−λx3−λ3x2)= A(λ(3x1+5x2−x3)λ(−3x2))= λA(3x1+5x2−x3−3x2)

(Danke Infamous, camus, navyseal!)

Baccus 02:21, 18. Jan 2007 (CET)

Lineare Abbildung

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Lineare Abbildung

Definition:

Seien <V,⊕,K> und <W,⊞,K> Vektorräume über dem Körper K.

f:V→W heißt lineare Abbildung (Homomorphismus), wenn

  1. ∀x→,y→∈V:f(x→⊕y→)=f(x→)⊞f(y→)
  2. ∀λ∈K:f(λx→)=λf(x→)

Jede lineare Abbildung kann auch durch eine Matrix M festgelegt werden, für die gilt:

∀x→∈V:f(x→)=Mx→

Umgekehrt legt jede Matrixn×m eine lineare Abbildung fest.

  • Bei einer linearen Abbildung f ist der Rang als Dimension des Bildes dieser Abbildung definiert. Dabei gilt stets, dass eine lineare Abbildung und die zugehörige Abbildungsmatrix denselben Rang haben:
rg⁡(f)=dim⁡(im⁡(f)), also dem Bild der Abbildung f.
  • Der Defekt einer Abbildung f ist die Dimension vom Kern def⁡(f)=dim⁡(ker⁡(f)).
  • Der Rangsatz bzw. die Dimensionsformel besagt, dass die Dimension von V gleich der Summe der Dimensionen des Bildes und des Kerns ist:
dim⁡(V)=dim⁡(im⁡(f))+dim⁡(ker⁡(f))=rg⁡(f)+dim⁡(ker⁡(f))=rg⁡(f)+def⁡(f)

Lösungsvorschlag von Har203

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Untersuchen Sie, ob die angegebene Abbildung A von ℝ3 in ℝ2 eine lineare Abbildung ist.

A(x1x2x3)=(3x1+5x2−x3−3x2)
  • Die kurze Antwort ist: für diese Abbildung liegt eine Abbildungsmatrix vor. Jede Matrix entspricht einer linearen Abbildung und umgekehrt kann jede lineare Abbildung durch eine Matrix beschrieben werden. D.h. es handelt sich auf jeden Fall um eine lineare Abbildung.
  • Wir schauen uns noch die Abbildungsmatrix selbst an:
A=(35−10−30)⋅1/3⋅(−1/3)→(15/3−1/3010)(−5/3)⋅Z2→(10−1/3010)

D.h. die Matrix A hat den Rang rg⁡(A)=2, also zwei linear unabhängige Zeilen. Damit ist der Kern der Matrix dim⁡(ker⁡(A))=0, also nur der Nullvektor von V: 0V→ wird auf den Nullvektor von W: 0W→ abgebildet. D.h. dim⁡(im⁡(f(R3))=2. Die Abbildung ist surjektiv auf R2, aber natürlich nicht injektiv.

Anmerkung: Alleine wegen der Dimensionsreduktion kann f(R3) nicht injektiv sein.


Seien <V,+,K> und <W,+,K> Vektorräume über dem Körper K.

Abgeschlossenheit

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Da der Bildvektorraum den ganzen ℝ2=W umfasst, ist die Abbildung auf W abgeschlossen.

Additive Verträglichkeit

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Für die additive Verträglichkeit muss gelten:

∀x→,y→∈V:f(x→+y→)=f(x→)+f(y→)

f((x1,x2,x3)+(y1,y2,y3))=f((x1+y1,x2+y2,x3+y3))=(3⋅(x1+y1)+5⋅(x2+y2)−(x3+y3)(−3)⋅(x2+y2)) f((x1,x2,x3))+f((y1,y2,y3))=(3⋅x1+5⋅x2−x3(−3)⋅x2)+(3⋅y1+5⋅y2−y3(−3)⋅y2)=(3⋅(x1+y1)+5⋅(x2+y2)−(x3+y3)(−3)⋅(x2+y2))

3⋅(x1+y1)+5⋅(x2+y2)−(x3+y3)=3⋅(x1+y1)+5⋅(x2+y2)−(x3+y3)√
(−3)⋅x2=(−3)⋅x2√
⟹ Die additive Verträglichkeit ist für diese Matrix A (Abbildung f) erfüllt.

Multiplikative Verträglichkeit

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Seien λ∈ℝ und x→∈ℝ3, dann muss gelten:f(λ⋅x→)=λ⋅f(x→).

f(λ⋅x→)=f((λ⋅x1,λ⋅x2,λ⋅x3))=(3⋅(λ⋅x1)+5⋅(λ⋅x2)−(λ⋅x3)(−3)⋅(λ⋅x2))==λ⋅(3⋅x1+5⋅x2−x3(−3)⋅x2)=λ⋅f((x1,x2,x3))=λ⋅f(x→)√

D.h. beide Verträglichkeiten sind erfüllt und f bzw. A ist eine lineare Abbildung. ◼

Beispiele der Abbildung

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Anmerkung: Die Bilder der ersten drei (kanonischen) Vektoren sind natürlich genau die drei Spalten der Matrix A.

f((100))→(30)f((010))→(5−3)f((001))→(−10)f((110))→(8−3)f((011))→(4−3)f((111))→(7−3)f((123))→(10−6)f((−1−1−1))→(−73)

Wikipedia:

Ähnliche Beispiele: