TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 490

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Die Menge aller Polynome vom Grad kleiner gleich 3 mit Koeffizienten aus bildet mit der ūblichen Addition und dem ūblichen Produkt mit einem Skalar einen Vektorraum über . Bestimmen Sie den kleinsten Teilraum des Vektorraumes der die Polynome und enthält.

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Hilfreiches von Har203[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vektorraum
Vektorraum[Bearbeiten, Wikipedia, 3.02 Definition]

Sei eine abelsche Gruppe und ein Körper. heißt Vektorraum, wenn folgendes gilt:

Untervektorraum
Untervektorraum[Bearbeiten, Wikipedia, 3.05 Definition]

Sei ein Vektorraum, heißt Unterraum oder Teilraum, wenn:

  • ist abgeschlossen bezüglich
  • ist abgeschlossen bezüglich
Lineare Unabhängigkeit Vektor

Ist ein Vektorraum über einem Körper , so heißen die Vektoren aus linear unabhängig, wenn die einzig mögliche Darstellung des Nullvektors als Linearkombination

mit Koeffizienten aus dem Grundkörper diejenige ist, bei der alle Koeffizienten gleich null sind („triviale Linearkombination des Nullvektors“). Formal liest sich diese Bedingung wie folgt:

.

Lässt sich dagegen der Nullvektor auch nichttrivial (mit Koeffizienten ungleich null) erzeugen, dann sind die Vektoren linear abhängig. Ist eine beliebige Indexmenge, so heißt eine Familie von Vektoren aus linear unabhängig, falls jede endliche Teilfamilie linear unabhängig ist. Die Familie ist also genau dann linear abhängig, wenn es eine endliche Teilmenge gibt, sowie Koeffizienten , von denen mindestens einer ungleich null ist, so dass

[1] Hauptartikel [Lineare Unabhängigkeit (Definition)]

Basis
Basis[Bearbeiten, Wikipedia, 3.15 Definition]

Eine Basis ist ein linear unabhängiges Erzeugendensystem eines Vektorraumes mit Vektorraum: ( Körper): ( eindeutig bestimmt).

Lineare Hülle

Die lineare Hülle [M] einer Menge M (eine Menge von Vektoren) ist die Menge der Vektoren, die durch Linearkombinationen der Vektoren aus M gebildet werden können.

Lösungsvorschlag von Har203[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

--Har203 22:31, 12. Feb. 2026 (CET)

Die Menge aller Polynome vom Grad kleiner gleich 3 mit Koeffizienten aus bildet mit der ūblichen Addition und dem ūblichen Produkt mit einem Skalar einen Vektorraum über .

Bestimmen Sie den kleinsten Teilraum des Vektorraumes der die Polynome und enthält.

Abgeschlossenheit von U[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da wir die lineare Hülle der beiden Vektoren bilden, wird ein abgeschlossener Unterraum der gegebenen Vektoren gebildet. Dahinter verbirgt sich die Tatsache aus der Definition des Spanns heraus, dass als Unterraum abgeschlossen ist. Also und .

Polynome als Vektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir verwenden als Basis die Standardbasis für Polynome: , also einen Raum mit der Dimension .


Ob diese beiden Vektoren linear unabhängig sind braucht man nicht zu überprüfen, da die Stufenmatrix bereits ersichtlich ist. Daher ist der Rang der dazu gehörenden Matrix .

.


Zu zeigen ist, welcher minimale Teilraum aus diesen beiden gegebenen Vektoren gebildet werden kann. Das ist die lineare Hülle dieser Vektoren . Die lineare Hülle (Spann) einer Menge von Vektoren ist definiert als .


Wir überprüfen, welche Linearkombinationen aus diesen beiden Vektoren gebildet werden können (zuerst in Vektorform, dann in Komponentenform):

.


Lineare Unabhängigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir haben oben schon geschrieben, dass es zwei linear unabhängige Vektoren gibt und der Spaltenrang der Matrix ist.

Normalenvektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir haben einen Vektorraum der Dimension und einen Unterraum der Dimension . Daher hat die Kodimension . Daher lässt sich als Lösungsraum eines homogenen linearen Gleichungssystems mit zwei linear unabhängigen Gleichungen darstellen.

Für diese Gleichung müssen wir die nachstehende Gleichung lösen. Das ist nichts anderes als der Kern der transponierten Matrix von :

.


Aus dem Gleichungssystem lesen wir die Gleichungen aus:


Für die beiden Variablen gibt es keine Einschränkungen. Diese können unabhängig voneinander beliebig sein.

Da wir zwei beliebige linear unabhängige Normalenvektoren benötigen, setzen wir (frei) für und für ein. Damit erhalten wir die beiden Normalenvektoren:

und .


Es gilt für den Kern .


In der Angabe haben wir die Menge aller Polynome vom Grad mit Koeffizienten aus , also kurz gegeben.

Für diese Polynome aus dem Unterraum gilt nun wegen der beiden Normalenvektoren die Vorgabe:

und unabhängig voneinander beliebig.


D.h. wir erhalten jene Polynome, bei denen nur die lineare und die quadratische Potenzen vorhanden sind.

Wir können jetzt mehr über den Spann aussagen:

.

Linearkombinationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir stellen nun alle möglichen Linearkombinationen auf, welche aus diesen beiden Vektoren gebildet werden können. Der aufgespannte, dass bedeutet bereits minimale, Raum dieser Polynome im gegebenen Polynom-Vektorraum ist bei beliebig ausgewähltem gegeben durch die Beziehung. Das ist die lineare Hülle dieser beiden Vektoren:

.


Diese Linearkombination erzeugt alle möglichen Vektoren , die aus den beiden vorgegebenen Vektoren gebildet werden können, also die lineare Hülle.


Da die Matrix zwei lineare unabhängige Vektoren umfasst, erhalten wir als Unterraum einen Raum der Dimension , obwohl .

Durch die Normalenform-Bestimmung können wir nun den Spann etwas genauer angeben:

.

Unterraum in Polynomdarstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Normalenvektor-Gleichung haben wir die folgende Gleichung erhalten:

Damit können wir das Polynom sofort anschreiben:

Polynomdarstellung des Teilraumes mittels :

.

Links[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikipedia:

Ähnliche Beispiele: