TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 489

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Zeigen Sie: Die Menge aller Polynome vom Grad kleiner gleich 3 mit Koeffizienten aus bildet mit der ūblichen Addition und dem ūblichen Produkt mit einem Skalar einen Vektorraum über . Bestimmen Sie eine Basis dieses Vektorraums, die nur Polynome dritten Grades enthält.

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Hilfreiches von Har203[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vektorraum
Vektorraum[Bearbeiten, Wikipedia, 3.02 Definition]

Sei eine abelsche Gruppe und ein Körper. heißt Vektorraum, wenn folgendes gilt:

Lineare Unabhängigkeit Vektor

Ist ein Vektorraum über einem Körper , so heißen die Vektoren aus linear unabhängig, wenn die einzig mögliche Darstellung des Nullvektors als Linearkombination

mit Koeffizienten aus dem Grundkörper diejenige ist, bei der alle Koeffizienten gleich null sind („triviale Linearkombination des Nullvektors“). Formal liest sich diese Bedingung wie folgt:

.

Lässt sich dagegen der Nullvektor auch nichttrivial (mit Koeffizienten ungleich null) erzeugen, dann sind die Vektoren linear abhängig. Ist eine beliebige Indexmenge, so heißt eine Familie von Vektoren aus linear unabhängig, falls jede endliche Teilfamilie linear unabhängig ist. Die Familie ist also genau dann linear abhängig, wenn es eine endliche Teilmenge gibt, sowie Koeffizienten , von denen mindestens einer ungleich null ist, so dass

[1] Hauptartikel [Lineare Unabhängigkeit (Definition)]

Basis
Basis[Bearbeiten, Wikipedia, 3.15 Definition]

Eine Basis ist ein linear unabhängiges Erzeugendensystem eines Vektorraumes mit Vektorraum: ( Körper): ( eindeutig bestimmt).

Lineare Hülle

Die lineare Hülle [M] einer Menge M (eine Menge von Vektoren) ist die Menge der Vektoren, die durch Linearkombinationen der Vektoren aus M gebildet werden können.

Determinante

Determinante Eigenschaften

  1. für Einheitsmatrix
  2. , wobei die transponierte Matrix von ist.
  3. Für quadratische Matrizen und gleicher Größe gilt der Determinantenmultiplikationssatz:
    .
  4. für eine Matrix und eine Zahl .
  5. Für eine Dreiecksmatrix gilt .
  6. Besteht eine Reihe oder Spalte aus Nullen, ist die Determinante 0.
  7. Sind zwei Spalten (Zeilen) gleich, ist die Determinante 0.
  8. Vertauscht man zwei Spalten (Zeilen), so ändert eine Determinante ihr Vorzeichen.
  9. Sind die Spaltenvektoren (Zeilenvektoren) einer Matrix und eine Zahl, so gelten:
    a1) ,
    a2) ,
    entsprechend für die anderen Spaltenvektoren (Zeilenvektoren).
    b) ist das (orientierte) Volumen (Flächeninhalt im Fall n = 2) des von den Vektoren aufgespannten Polytopes (Parallelogramm).
  10. Addition eines Vielfachen einer Spalte (Zeile) zu einer anderen Spalte (Zeile) ändert eine Determinante nicht. Man kann also eine Determinante mit einem abgeschwächten Gauß-Algorithmus zu einer Dreiecksmatrix umformen und Eigenschaft 6 zur Berechnung der Determinante verwenden. Man beachte Eigenschaften 9 und 10.a2).
  11. Nur für -Determinanten gilt die Regel von Sarrus

Lösungsvorschlag von Har203[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

--Har203 22:06, 13. Feb. 2026 (CET)

Zeigen Sie: Die Menge aller Polynome vom Grad kleiner gleich 3 mit Koeffizienten aus bildet mit der ūblichen Addition und dem ūblichen Produkt mit einem Skalar einen Vektorraum über .

Bestimmen Sie eine Basis dieses Vektorraums, die nur Polynome dritten Grades enthält.

Zuerst werden wir zeigen, dass über ein Vektorraum ist.


  • Anmerkung: Der Vektorraum über ist isomorph zum Vektorraum .
mit .
Der Vektorraum ist über die Koeffizientenabbildung isomorph zu . Da ein Vektorraum ist, folgt daraus unmittelbar, dass auch über ein Vektorraum ist.
  • Anmerkung: Als Basis nehmen wir die Standardbasis für Polynome an.

Abelsche Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Menge ist nicht leer, da mit .
  • Das Assoziativgesetz bezüglich der Addition gilt, da die Vektoraddition komponentenweise in und komponentenweise zu jeder einzelnen unterschiedlichen Potenz in durchgeführt wird und von bzw. vererbt wird.
  • Nullelement (= Einselement der Addition): Bezüglich der Addition ist der Nullvektor mit das Nullelement.
  • Inverse Element: Für die Addition gilt ebenfalls, dass die Addition komponentenweise in bzw. komponentenweise zu jeder einzelnen unterschiedlichen Potenz in durchgeführt wird und das Einselement komponentenweise aus der abelschen Gruppe von gebildet wird. D.h. zu ist das Inverse Element .
  • Das Kommutativgesetz bezüglich der Addition gilt, da die Vektoraddition komponentenweise in bzw. komponentenweise zu jeder einzelnen unterschiedlichen Potenz in durchgeführt wird und von vererbt wird.


ist eine nicht leere abelsche Gruppe.

Körper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ist mit ein Körper. Klar, ohne Beweis.

Vektorraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seien zwei Vektoren und , daraus muss folgen:

ist ein Vektorraum über

Basis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgabe: Bestimmen Sie eine Basis dieses Vektorraums, die nur Polynome dritten Grades enthält.

Die Dimension vom Vektorraum . Daher benötigen wir linear unabhängige Vektoren, die den Raum aufspannen.


  • Anmerkung: Die Grundidee für meine Wahl der Vektoren war, die Standardbasis mit den kanonischen Vektoren herzunehmen und durch die Forderung nach Polynome dritten Grades die letzte Koordinate bei allen vier Vektoren auf in der Form ) zu setzen. Das hat auf Anhieb funktioniert.


Die entsprechenden Polynome der Basisvektoren sind dann


Die Matrix mit den Basisvektoren als Spaltenvektoren lautet


Wir überprüfen die lineare Unabhängigkeit mittels Determinante (Entwicklung nach der ersten Spalte und die Determinanten der -Matrizen mittels Regel von Sarrus).

Die Determinante von .


D.h. die Matrix ist regulär (invertierbar) und hat daher den vollen Spaltenrang . Daher hat diese Matrix vier linear unabhängige Spaltenvektoren, die den gesamten Raum aufspannen

Links[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikipedia:

Ähnliche Beispiele: