TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 519

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Sei A=(123−1) und B=(11−23).

Untersuchen Sie, ob die Matrizen A,B und A−B im Vektorraum der reellen 2×2-Matrizen linear unabhängig sind.

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Lineare Abhängigkeit

Eine Menge M an Vektoren {x1→,x2→,…,xn→} heißt linear abhängig, wenn gilt:

∃l→=(λ1,λ2,…,λn)≠0n→,λi∈𝕂 mit λ1⋅x1→+λ2⋅x2→+…+λn⋅xn→=0→.

Es existiert eine Linearkombination aus der Menge M, die den Nullvektor 0n→ ergibt, wobei nicht alle λi=0 sind - eine oder mehrere sogenannte nicht triviale Lösungen existieren.

Matrix

Eine Matrix ist also eine doppelt indizierte Familie. Formal ist dies eine Funktion

A:{1,…,m}×{1,…,n}→K,(i,j)↦aij,

die jedem Indexpaar (i,j) als Funktionswert das Element aij zuordnet. Beispielsweise wird dem Indexpaar (1,2) als Funktionswert das Element a12 zugeordnet. Der Funktionswert aij ist also das Element in der i-ten Zeile und der j-ten Spalte. Die Variablen m und n entsprechen der Anzahl der Zeilen bzw. Spalten. Nicht zu verwechseln mit dieser formalen Definition einer Matrix als Funktion ist, dass Matrizen selbst lineare Abbildungen beschreiben.

Die Menge Abb⁡({1,…,m}×{1,…,n},K) aller m×n-Matrizen über der Menge K wird in üblicher mathematischer Notation auch K{1,…,m}×{1,…,n} geschrieben; hierfür hat sich die Kurznotation Km×n eingebürgert. Manchmal werden die Schreibweisen Km,n, M(m×n,K) oder seltener mKn benutzt.

Elementare Spalten-/Zeilenumformungen

Elementare Spalten- und Zeilenumformungen werden etwa beim Gauß'schen Eliminationsverfahren verwendet.

Für die nachfolgenden Beispiele sei

A=(2134)

det(A)=|2134|=2∗4−1∗3=5

Die Beispiele sind anhand von Spaltenumformungen.

  1. Multipliziert man eine Spalte/Zeile einer Matrix λ mit einem Faktor λ∈K, so ist die Determinante der neuen Matrix det(A′)=λ∗det(A). z.B.: λ=3 multipliziert mit 1. Spalte: detA′=|6194|=6∗4−1∗9=15
  2. Addiert man zu einer Spalte/Zeile einer Matrix das Vielfache einer anderen Spalte/Zeile, so verändert sich der Wert der Determinante nicht. z.B.: zwei Mal erste Spalte zu zweiter: detA′=|25310|=2∗10−3∗5=5
  3. Vertauscht man in einer Matrix A zwei Spalten/Zeilen, so ist die Determinante der neuen Matrix det(Ar)=−det(A). z.B. erste mit zweiter Spalte vertauscht: detA′=|1243|=1∗3−2∗4=−5
Rang

Bei einer linearen Abbildung f ist der Rang als Dimension des Bildes dieser Abbildung definiert. Dabei gilt stets, dass eine lineare Abbildung und die zugehörige Abbildungsmatrix denselben Rang haben:

rk⁡(f)=dim⁡(im⁡(f)), also dem Bild der Abbildung f.
Kern

Der Kern einer Abbildung dient in der Algebra dazu, anzugeben, wie stark die Abbildung von der Injektivität abweicht. Dabei ist die genaue Definition abhängig davon, welche algebraischen Strukturen betrachtet werden. So besteht beispielsweise der Kern einer linearen Abbildung f:V→W zwischen Vektorräumen V und W aus denjenigen Vektoren in V, die auf den Nullvektor in W abgebildet werden; er ist also die Lösungsmenge der homogenen linearen Gleichung f(x)=0 und wird hier auch Nullraum genannt. In diesem Fall ist f genau dann injektiv, wenn der Kern nur aus dem Nullvektor in V besteht. Analoge Definitionen gelten für Gruppen- und Ringhomomorphismen. Der Kern ist von zentraler Bedeutung im Homomorphiesatz.

Definition Ist f:V→W eine lineare Abbildung von Vektorräumen, dann heißt die Menge

Kern⁡f:={v∈V∣f(v)=0∈W}
der Kern von f. Er ist ein Untervektorraum von V.

Lösungsvorschlag von Har203

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Sei A=(123−1) und B=(11−23). Untersuchen Sie, ob die Matrizen A,B und A−B im Vektorraum der reellen 2×2-Matrizen linear unabhängig sind.


  • Wir berechnen zuerst die Matrix C=A−B:
C=A−B=(015−4)


Wir haben nun alle drei (𝐤=𝟑) Matrizen:

A=(123−1),B=(11−23) und C=A−B=(015−4) gegeben.


  • Wir können entweder die Matrizen in Vektoren umwandeln (Methode 1), daraus eine große Matrix erstellen und den Rang dieser Matrix bestimmen oder ein Gleichungssystem mit λs und Matrizen aufstellen (Methode 2).

Matrizen in Vektoren umwandeln (Methode 1)

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Wir formen alle Matrizen entweder in Spalten bzw. Zeilenvektoren um - aber immer nur eine Variante davon auswählen. Ich werde von den Matrizen nacheinander alle Zeilen hernehmen und diese in einen Spaltenvektoren umwandeln:  

A↦v1→=(1,2,3, −1)TB↦v2→=(1,1,−2,3)TC=A−B↦v3→=(0,1,5,−4)T

D.h. die erweiterte Matrix D=(1102113−25−13−4)

Von dieser Matrix werden wir nun den Rang bestimmen:

D=(1102113−25−13−4)−2⋅Z1−3⋅Z1+Z1→(1100−110−5504−4)+Z2=4⋅Z2+Z4=5⋅Z4+4⋅Z3=4⋅Z3+5⋅Z4→(101000000000)


D.h. die Matrix D hat den Rang rg⁡(D)=1, da in der erweiterten Matrix nur ein linear unabhängige Zeilen-/Spaltenvektor vorhanden ist. Wir hatten ursprünglich k=3 Matrizen (≡ den Spaltenvektoren in der Matrix D) und rg⁡(𝐃)=𝟏<𝐤⟹ die Matrizen sind linear abhängig.◼

Gleichungssystem mit Matrizen (Methode 2)

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Der zweite Weg führt über die Gleichungen der linearen Unabhängigkeit:

Diese drei Matrizen sind linear unabhängig, wenn für die folgende Gleichung nur die triviale Lösung λ1=λ2=λ3=0 existiert:

λ1⋅A+λ2⋅B+λ3⋅(A−B)=(0000)⟺ wenn die folgenden vier Gleichungen erfüllt sind:

G1) λ1⋅1+λ2⋅1+λ3⋅0=0∧G2) λ1⋅2+λ2⋅1+λ3⋅1=0G3) λ1⋅3+λ2⋅(−2)+λ3⋅5=0∧G4) λ1⋅(−1)+λ2⋅3+λ3⋅(−4)=0


Nach G1 folgt:λ1=−λ2.Nach G1 und G2 folgt:λ1=−λ3=−λ2.Nach G1,G2 und G3 folgt:0=0.Nach G1,G2,G3 und G4 folgt:0=0.


D.h. die Lösungsmenge L ist:

L={λ1,λ2,λ3|λ1=−λ2=−λ3 mit λ1,λ2,λ3∈ℝ.


Eine nicht triviale Lösung wäre z.B. (für λ3=1 frei eingesetzt):

L1:λ3=1⟹λ2=1,λ1=(−1)G1,G2,G3 und G4 sind erfüllt √


D.h., dass die drei Matrizen linear abhängig sind.◼

Wikipedia:

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