TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 467

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Untersuchen Sie, ob W Teilraum des Vektorraums V=ℝ3 über ℝ ist und beschreiben Sie die Menge W geometrisch:

W={(x,y,z)∈V|x+y+z≤0}

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Untervektorraum
Untervektorraum[Bearbeiten, Wikipedia, 3.05 Definition]

Sei ⟨U,+,K⟩ ein Vektorraum, U⊆V heißt Unterraum oder Teilraum, wenn:

  • U≠∅
  • x→,y→∈U⟹x→+y→∈U(U ist abgeschlossen bezüglich U+U)
  • x→∈U,λ∈K⟹λx→∈U(U ist abgeschlossen bezüglich U⋅K)

Lösungsvorschlag

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Gegeben ist ein Vektorraum: V=ℝ3, K = R, +, also mathematischer geschrieben: <R³,+,R>

W ≤0 V, W = {(x,y,z)|x+y+z≤0 }

Dass heißt Vektoren die ≤0 sind, müssen addiert werden und die Summe muss die Bedingung ≤0 erfüllen.

Als Beispiel:

v1 = ( x y z )         (x+y+z)          ≤0
v2 = (x1 y1 z1)        (x1+y1+z1)       ≤0 und das Ergenis der Addition wäre dann 
v3 =  v1+v2 =          (x+x1 y+y1 z+z1) ≤0

Man kann aber nicht beliebig skalieren (λ aus R). Daher kann λ negativ sein.

Somit wird aber eine negative Summe der Komponenten von einem negativen Vektor positv werden.

--> Kein Teilraum.

Vektorraum
Vektorraum[Bearbeiten, Wikipedia, 3.02 Definition]

Sei (V,+) eine abelsche Gruppe und K ein Körper. (V,+,K) heißt Vektorraum, wenn ∀x→,y→∈V,∀λ,μ∈K folgendes gilt:

  1. λ⋅(x→+y→)=λx→+λy→
  2. (λ+μ)⋅x→=λx→+μx
  3. (λ⋅μ)⋅x→=λ⋅(μx→)
  4. 1⋅x→=x→

Untervektorraum

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Sei ⟨V,+,K⟩ ein Vektorraum, U⊆V heißt Unterraum oder Teilraum, wenn:

  • U≠∅
  • x→,y→∈U⟹x→+y→∈U(U ist abgeschlossen bezüglich U+U)
  • x→∈aU,λ∈K⟹λx→∈U(U ist abgeschlossen bezüglich U⋅K)

Lösungsvorschlag von Har203

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--Har203 19:59, 3. Mär. 2026 (CET)

Untersuchen Sie, ob W Teilraum des Vektorraums V=ℝ3 über ℝ ist und beschreiben Sie die Menge W geometrisch:

W={(x,y,z)∣x+y+z≤0}


Nicht leer:

  • W≠∅, da 0→=(x1,x2,x3)=(0,0,0)∈W, mit (x1+x2+x3)≤0⟹0→∈W.


Abgeschlossen bezüglich Addition:

  • Seien x→=(x1,x2,x3),y→=(y1,y2,y3)∈W⟹x→+y→=(x1,x2,x3)+(y1,y2,y3)=(x1+y1,x2+y2,x3+y3 mit x1+x2+x3≤0 und y1+y2+y3≤0⟹(x1+x2+x3)+(y1+y2+y3)≤0⟹(x1+y1)+(x2+y2)+(x3+y3)≤0⟹ (x→+y→)∈W.


Daher ist W={(x,y,z)∣x+y+z≤0} bezüglich der Addition abgeschlossen.


Abgeschlossen bezüglich der Skalarmultiplikation:

  • Seien x→=(x1,x2,x3)∈W,λ∈ℝ.
λ⋅x→=λ⋅(x1,x2,x3)=(λ⋅x1,λ⋅x2,λ⋅x3) mit (x1+x2+x3) leq0.

Gegenbeispiel: Sei nun λ=−1∈ℝ und >x→=(−1,−1,−1) mit x1+x2+x3=(−3)≤0⟹λ⋅x→=(λ⋅(−1),λ⋅(−1),λ⋅(−1))=λ⋅(−1,−1,−1). Damit gilt für den Ergebnisvektor λ⋅(−1,−1,−1):(−1)⋅(−3)=3≥0⟹λ⋅x→∉W.


Daher ist W={(x,y,z)∣x+y+z≤0} bezüglich der Skalarmultiplikation nicht abgeschlossen.


Allgemeine Beurteilung: W={(x,y,z)∣x+y+z≤0∈ℝ}:

Beginnen wir mit z=0, dann gilt y=−x. Das ist genau die 2. Winkelhalbierende in der xy-Ebene bei (3/4)⋅π≡135∘. Was passiert, wenn noch zusätzlich z hinzukommt. Verschieben wir diese Gerade nach z=1, verschiebt sich diese Gerade parallel nach y=−1→(0,−1,1) und geht durch diesen Punkt u.s.w. D.h diese Geraden spannen eine Ebene durch den Ursprung auf, die durch die 2. Winkelhalbierende in der xy-Ebene geht und zusätzlich durch den Punkt (0,−1,1).

Das Resultat ist eine Ebene, die in allen drei Grundebenen xy,xz,yz die 2. Winkelhalbierende als drei erzeugende Geraden enthält. Diese drei Geraden liegen alle in der gleichen Ebnen (für die Bestimmung einer Ebene reicht im Normalfall eine Gerade und ein Punkt aus). Die Geraden sind folgende drei Geraden:

In der xy-Ebene: y=−x
In der xz-Ebene: z=−x
In der yz-Ebene: z=−y


Diese Ebene ist die inkludierte Begrenzungsebene der beschriebenen Menge W. Zusätzlich kommt zu W noch die Menge {(x,y,z)|x+y+z<0} hinzu, also was sich unterhalb dieser Ebene befindet.


Gesamtergebnis: W={(x,y,z)∣x+y+z≤0}. W≠∅ ist zwar nicht leer und sogar abgeschlossen bezüglich der Addition, aber ist nicht abgeschlossen bezüglich der Skalarmultiplikation.

Somit ist W kein Untervektorraum von ℝ3. ◼.

  • Diskussion im UE-Forum WS07 Beispiel 330

Wikipedia:

Ähnliche Beispiele:

Weitere Beispiele:

Siehe auch:

  • Heldermann, Mathematik für Informatiker, Seite 96