TU Wien:Algebra und Diskrete Mathematik VU (diverse)/Übungen 2025W/Beispiel 546

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Man untersuche die Lösbarkeit des folgenden Gleichungssystems und berechne gegebenenfalls alle Lösungen:

x1+2⋅x2−x3+x4=23⋅x1+x2−2⋅x3+4⋅x4=2−x1+4⋅x2+3⋅x3−3⋅x4=22⋅x1+4⋅x2+x4=1
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zu (im Falle einer korrekten, unverifizierten Lösung "solved". Auch möglich "unsolved", "wrong", "verified_by_tutor". Alle möglichen Werte sind hier: Vorlage:Beispiel dokumentiert.)

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}}



eine Frage: wie bestimmt man die Lösbarkeit überhaupt? Die Gleichung rg(A)=rg(A*b) muss stimmen, oder? Überprüft ihr das in dieser Lösung?

Lösungsvorschlag von Hapi

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1. Schritt: Eliminiere alle x1, indem man die erste Zeile 3x von der 2. Abzieht, 1x zur dritten addiert und 2x von der 4 abzieht.

(12−11|231−24|2−143−3|22401|1)⟺x1+2⋅x2−x3+x4=+23⋅x1+x2−2⋅x3+4⋅x4=+2−3∗1.Zeile−x1+4⋅x2+3⋅x3−3⋅x4=+2+1∗1.Zeile2⋅x1+4⋅x2+x4=+1−2∗1.Zeile

gibt

(12−11|20−511|−4062−2|4002−1|−3)⟺x1+2⋅x2−x3+x4=+2−5⋅x2+x3+x4=−4(2−3∗2)+6⋅x2+2⋅x3−2⋅x4=+4(2+1∗2)2⋅x3−x4=−3(1−2∗2)

2. Schritt: wir erzeugen ein x2, indem wir die 2. Zeile zur 3. Zeile addieren und im nächsten Schritt Zeile 2 und 3 vertauschen.

(12−11|20−511|−4062−2|4002−1|−3)⟺x1+2⋅x2−x3+x4=+2−5⋅x2+x3+x4=−4+x2+3⋅x3−x4=+0(4+1∗−4)2⋅x3−x4=−3

gibt

(12−11|2013−1|00−511|−4002−1|−3)⟺x1+2⋅x2−x3+x4=+2+x2+3⋅x3−x4=+0(2−3Zeile)−5⋅x2+x3+x4=−42⋅x3−x4=−3

3. Schritt: wir eliminieren x2 in der 3. Zeile, indem wir ein vielfaches der 2. Zeile verwenden und multiplizieren die 4. Zeile mit -1.

(12−11|2013−1|00016−4|−400−21|3)⟺x1+2⋅x2−x3+x4=+2+x2+3⋅x3−x4=+0+16⋅x3−4⋅x4=−4(5∗2.Zeile)−2⋅x3x4=3

4. Schritt: 3. Zeile und 4. Zeile vertauschen, dann 3. und 4. Spalte.

(121−1|201−13|0001−2|300−416|−4)⟺x1+2⋅x2+x4−x3=+2+x2−x4+3⋅x3=+0+x4+2⋅x3=3(3.u.4.Zeile)−4⋅x4+16⋅x3=−4(3.u.4.Spalte)

5. Schritt: 4. Zeile x4 auslöschen.

(121−1|201−13|0001−2|30008|8)⟺x1+2⋅x2+x4−x3=+2+x2−x4+3⋅x3=+0+x4+2⋅x3=3+24⋅x3=8(+4∗3.Zeile)

6. Schritt: 4. Zeile durch 24 dividieren und auf Halbdiagonalform bringen

(121−1|201−13|0001−2|30001|1)⟺x1+2⋅x2+x4−x3=+2+x2−x4+3⋅x3=+0+x4+2⋅x3=3+x3=1/3(4.Zeile∗1/24)

7. Schritt: Einheitsmatix erzeugen

(121−1|201−13|0001−2|30001|1)⟹(1210|30103|50010|50001|1)⟹(1010|−10100|20010|50001|1)⟹(1000|−60100|20010|50001|1)

Somit wäre so kein Rechenfehler passiert ist, folgende Lösung gegeben: x1=−6 , x2=2 , x4=5 und x3=1

Da x3 und x4 vertauscht wurden (Spaltenvertauschung!!), sind sie wieder zurückzutauschen. Um darauf aufmerksam zu machen, wurde das Geleichungssystem parallel mitgeführt.

Das ergibt nur eine Lösung, den Vektor: (−6215)

Kommentar von nunia3: Ich hab einen Vorzeichefehler gefunden und gleich ausgebessert. Jetzt stimmts. Anmerkung von Hapi: Hab die Vorzeichenfehler im rechten Gleichungssystem korrigiert, sorry!

Lineares Gleichungssystem

Gauß'sches Eliminationsverfahren

Das gaußsche Eliminationsverfahren oder einfach Gauß-Verfahren (nach Carl Friedrich Gauß) ist ein Algorithmus aus den mathematischen Teilgebieten der linearen Algebra und der Numerik Numerik. Es ist ein wichtiges Verfahren zum Lösen von linearen Gleichungssystemen und beruht darauf, dass Äquivalenzumformungen zwar das Gleichungssystem ändern, aber die Lösung erhalten. Dies erlaubt es, jedes eindeutig lösbare Gleichungssystem auf Stufenform zu bringen, an der die Lösung durch sukzessive Elimination der Unbekannten leicht ermittelt oder die Lösungsmenge abgelesen werden kann.

LGS-Äquivalenzumformungen

Allgemein gilt: Die Lösungsgesamtheit eines linearen Gleichungssystems ändert sich durch folgende Äquivalenzumformungen nicht:

  • Vertauschen zweier Zeilen/Spalten,
  • Multiplikation einer Zeile/Spalte mit einem Faktor ≠0,
  • Addition einer Zeile/Spalte (mit einem Faktor) zu einer anderen Zeile/Spalte.
Zeilen-/Spaltenrang einer Matrix

Für eine Matrix A definiert man den Zeilenraum ZR(A) als die lineare_Hülle der Zeilenvektoren aus A. Die [Dimension des Zeilenraums bezeichnet man als Zeilenrang, sie entspricht der Maximalzahl linear unabhängiger Zeilenvektoren.

Analog definiert man den Spaltenraum SR(A) und den Spaltenrang durch die Spaltenvektoren. Man kann für Matrizen mit Elementen aus einem Körper zeigen, dass der Zeilen- und Spaltenrang jeder Matrix gleich ist. Dies gilt für Matrizen über einem beliebigen kommutativen Ring, der kein Körper ist, im Allgemeinen nicht.

Rang

Bei einer linearen Abbildung f ist der Rang als Dimension des Bildes dieser Abbildung definiert. Dabei gilt stets, dass eine lineare Abbildung und die zugehörige Abbildungsmatrix denselben Rang haben:

rk⁡(f)=dim⁡(im⁡(f)), also dem Bild der Abbildung f.

Lösungsvorschlag von Har203

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Untersuchen Sie die Lösbarkeit des folgenden Gleichungssystems und berechnen Sie gegebenenfalls mit Hilfe des Gaußsche Eliminationsverfahren alle Lösungen.

Folgendes Gleichungssystem ist gegeben:

x1+2⋅x2−x3+x4=23⋅x1+x2−2⋅x3+4⋅x4=2−1⋅x1+4⋅x2+3⋅x3−3⋅x4=22⋅x1+4⋅x2+x4=1

Wir stellen das Gleichungssystem mittels erweiterter Matrix auf:

(12−11231−242−143−3224011)→+3⋅Z3→+Z1→+2⋅Z3→(12−1120137−58062−240126−55)→−13⋅Z3→−Z4→Z3/6−Z2/13→Z4/12−Z2/13→(10−5/35/32/30110300−8/392/392/3900−6/156−5/156−31/156)→⋅(−392)→⋅156→(10−5/35/32/301103004−1−1006531)→Z1+5/12⋅Z3→−14⋅Z3→14⋅Z3→3⋅Z3−2⋅Z4→(1005/41/4010−1/413/4001−1/4−1/4000−13−65)→552⋅Z4→+(−152)⋅Z4→+(−152)⋅Z4→(−113)⋅Z4→(1000−6010020010100015)

Als Lösungsraum erhalten wir die eindeutige Lösung mit

x1=−6,x2=2,x3=1, und x4=5

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Foren:

  • siehe Diskussion Informatik WS07 Beispiel 397 und WS07 Beispiel 397 und 401

Wikipedia:

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